Die Europäische Union hat ihr Sanktionspaket gegen Russland ausgeweitet und dabei auch den Krypto-Sektor stärker in den Fokus genommen. Erstmals betreffen die Maßnahmen mehrere Akteure rund um das grenzüberschreitende A7-Netzwerk sowie 14 nicht namentlich genannte Krypto-Dienstleister aus Georgien, Panama, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Marshallinseln, Kirgisistan und Belarus.
Nach Angaben der EU stehen vier neue Sanktionen im Zusammenhang mit dem A7-Netzwerk, dessen Verbindungen inzwischen auch nach Afrika reichen. Das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis hatte zuletzt berichtet, dass auf dem Netzwerk, auf dem der Stablecoin A7A5 läuft, bislang Transaktionen im Wert von fast 120 Milliarden US-Dollar abgewickelt wurden. Laut Chainalysis sei das Netzwerk gezielt aufgebaut worden, um Russland bei der Umgehung internationaler Sanktionen zu unterstützen.
Neue Grundlage für weitere Krypto-Verbote
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte: “Wir nehmen mehr als hundert Banken und Krypto-Betreiber, über 40 Schiffe der russischen Schattenflotte sowie mehrere Ölraffinerien in Russland und Belarus ins Visier.”
Mit dem inzwischen 21. Sanktionspaket schafft die EU zudem erstmals die Möglichkeit, Krypto-Dienstleister aus Drittstaaten vollständig von Transaktionen mit Unternehmen aus der Europäischen Union auszuschließen, sofern diese Russland bei der Umgehung der Sanktionen unterstützen.
Die neuen Maßnahmen folgen nur drei Tage auf die Verabschiedung eines umfassenden Kryptogesetzes in Russland. Die Staatsduma schuf damit erstmals einen rechtlichen Rahmen für Kryptobörsen, Verwahrstellen sowie weitere Anbieter digitaler Vermögenswerte. Der Großteil der Vorschriften soll am 1. September in Kraft treten.
Neben den Maßnahmen gegen den Krypto-Sektor verhängte die EU zudem Vermögenssperren gegen 94 Banken und große Finanzinstitute. Das bestehende Transaktionsverbot wurde außerdem auf 33 weitere russische Kredit- und Finanzinstitute ausgeweitet.
