"Kryptokrieg" 

Neue ARD-Dokumentation: So umgeht Russland mit Krypto westliche Sanktionen

Eine neue ARD-Doku zeigt, wie Russland Bitcoin-Mining und den Stablecoin A7A5 zur Umgehung westlicher Sanktionen einsetzen soll.

Johannes Dexl
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Wladimir Putin

Beitragsbild: Shutterstock

| Wladimir Putin umgeht unter anderem mit Krypto die westlichen Sanktionen

Die neue SWR-Dokumentation “Der Krypto-Krieg – Wie Putin uns mit Bitcoins bekämpft” untersucht, wie Russland digitale Vermögenswerte nutzt, um die Folgen westlicher Sanktionen abzufedern. Die Dokumentation ist ab dem 22. Juli 2026 in der ARD Mediathek verfügbar und wird am 29. Juli um 22:50 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Nach Angaben des SWR verwendet Russland unter anderem überschüssige Energieressourcen, um energieintensive Bitcoin-Mining-Anlagen zu betreiben. Gas und Strom, die infolge der Sanktionen schwerer auf westlichen Märkten verkauft werden können, sollen auf diese Weise indirekt monetarisiert werden. Die geschürften BTC könnten anschließend für grenzüberschreitende Zahlungen eingesetzt oder gegen andere Kryptowährungen und Fiatwährungen getauscht werden. Die Dokumentation zeichnet damit das Bild eines parallelen Finanzsystems. Dieses soll Russland bei der Finanzierung seiner Kriegswirtschaft und der Ausweitung seines geopolitischen Einflusses helfen.

Der Film begleitet zudem eine moldauische Investigativjournalistin, die sich zum Schein als sogenannte Wegwerf-Agentin anwerben lässt. Dabei soll nachvollziehbar werden, wie Akteure im Umfeld des Kremls Wahlbeeinflussung, Desinformation und andere verdeckte Aktivitäten mithilfe digitaler Wallets finanzieren.

A7A5 statt Bitcoin

Eine zentrale Rolle in Russlands Krypto-Infrastruktur spielt der Stablecoin A7A5. Der im Januar 2025 gestartete Token ist nach Angaben seines Emittenten im Verhältnis eins zu eins durch russische Rubel gedeckt. Entwickelt wurde er im Umfeld des Zahlungsnetzwerks A7, das grenzüberschreitende Transaktionen für russische Unternehmen ermöglicht. Hinter dem Netzwerk stehen unter anderem die staatlich kontrollierte und sanktionierte Promswjasbank sowie der moldauische Geschäftsmann Ilan Shor.

Das Blockchain-Analyseunternehmen Elliptic berichtete im Januar, dass über A7A5 innerhalb von weniger als einem Jahr Transfers im Gesamtwert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar durchgeführt wurden. Besonders häufig wurde A7A5 gegen Rubel und den an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin USDT gehandelt. Damit fungiert der Token offenbar vor allem als Brücke zwischen dem russischen Finanzsystem und der liquideren internationalen Stablecoin-Infrastruktur.

Die hohen Transaktionszahlen müssen jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Eine Analyse von TRM Labs kommt zu dem Ergebnis, dass ungefähr ein Drittel des gemeldeten On-Chain-Volumens auf kreisförmige Transfers zwischen wenigen miteinander verbundenen Wallets entfallen könnte. Ein Teil des Volumens dürfte demnach eher der internen Abrechnung innerhalb des A7-Netzwerks dienen, als tatsächlich russischen Außenhandel abzubilden. Die mehr als 100 Milliarden US-Dollar lassen sich deshalb nicht direkt mit dem Wert real importierter oder exportierter Waren gleichsetzen.

Russland verabschiedet wegweisendes Krypto-Gesetz

Währenddessen hat die russische Staatsduma ein umfassendes Krypto-Gesetz verabschiedet, das Börsen, Verwahrer und Broker unter staatliche Aufsicht stellt und Privatanlegern nach einem Wissenstest begrenzte Investitionen erlaubt. Für qualifizierte Anleger sollen dagegen keine Kaufobergrenzen gelten. Krypto-Zahlungen im Inland bleiben weiterhin verboten, während bestimmte internationale Handelsgeschäfte ausgenommen sind. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss es noch den Föderationsrat passieren und von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet werden.

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