Wer in Großbritannien Kryptowährungen kaufen möchte, muss sich auf starke Verzögerungen bei der Überweisung an die jeweilige Handelsplattform, oder eine vollständige Blockierung der Zahlung einstellen. Der Konflikt zwischen dem klassischen Bankensektor und Krypto-Plattformen hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschärft und eine parteiübergreifende Gruppe britischer Parlamentarier untersucht diesen Vorfall jetzt.
4 von 10 Krypto-Zahlungen blockiert
Eine Erhebung des Branchenverbands UK-Cryptoasset-Business-Council hat derweil ergeben, dass etwa 40 Prozent aller Überweisungen britischer Bankkunden an Krypto-Plattformen von den Einschränkungen betroffen waren. Acht der zehn untersuchten Krypto-Börsen gaben dabei an, dass die Probleme innerhalb der vergangenen zwölf Monate nochmal zugenommen haben. Und eine Börse verzeichnete nach eigenen Angaben abgelehnte Zahlungen im Wert von fast einer Milliarde Pfund.
Von den Einschränkungen sind nicht nur Privatkunden betroffen. Krypto-Unternehmen berichten seit Jahren, dass ihnen die Eröffnung von Geschäftskonten bei britischen Banken verweigert wird und bestehende Konten geschlossen werden. Ohne die Anbindung an das traditionelle Finanzsystem können sie ihre Mitarbeiter nicht bezahlen und keine Kundengelder empfangen.
Bis Ende August können Betroffene Belege einreichen
Die neuformierte Gruppe britischer Parlamentarier untersucht die Geschäftspraktiken der Banken jetzt genauer. Wer von den Vorfällen betroffen war, kann noch bis zum 31. August seine Erfahrungen und Belege einreichen, damit die Untersuchungskommission diese berücksichtigen kann.
Geprüft werden dabei auch die Folgen für die internationale Attraktivität des britischen Finanzsektors. Das Land möchte sich eigentlich als führender Standort für digitale Vermögenswerte etablieren und bereitet einen umfassenden Regulierungsrahmen für die Branche vor.

