Die Bundesregierung diskutiert über das Ende der einjährigen Haltefrist für Kryptowährungen und eine Abschaffung gilt zunehmend als wahrscheinlich. Die Krypto-Plattform Bison erweitert indes ihr App-Angebot um ein Feature, das genau diese Frist sichtbar macht. Mit der neuen Funktion sollen die Nutzer künftig direkt im Portfolio erkennen können, welche Coins sie bereits länger als ein Jahr halten.
So funktioniert der neue Haltefrist-Tracker
Der Tracker steht jedem zur Verfügung, der eine deutsche Steuer-Identifikationsnummer hinterlegt hat und soll vor allem Anlegern helfen, die Bitcoin und andere Kryptowährungen über einen längeren Zeitraum in mehreren Teilkäufen erworben haben.
Für jeden Kauf beginnt die Haltefrist von neuem. Wer seine Bestände regelmäßig aufstockt, müsste die verschiedenen Anschaffungsdaten daher eigentlich einzeln aufzeichnen. Diese Transaktionshistorie bereitet Bison nun automatisch auf. Berücksichtigt werden allerdings nur die Transaktionen, die innerhalb der Plattform getätigt wurden. Käufe über andere Börsen oder Wallets fließen nicht automatisch in die Berechnung ein.
Die Haltefrist gilt vorerst weiter
Nach aktueller Rechtslage können private Anleger ihre Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen weiterhin steuerfrei realisieren, solange zwischen dem Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Wie lange diese Regelung noch Gültigkeit hat, ist allerdings fraglich.
Innerhalb der Regierungskoalition besteht Einigkeit darüber, die Besteuerung von Kryptowährungen zu überprüfen und neu zu regeln. Ein konkreter Gesetzesentwurf liegt bislang jedoch noch nicht vor. Ein zuvor gescheiterter Gesetzesentwurf der Grünen stellte durch eine Abschaffung der Haltefrist allerdings zusätzliche Steuereinnahmen von mindestens fünf Milliarden Euro in Aussicht. Eine eigene Berechnung des Bundesfinanzministeriums steht aber noch aus.
