Insiderhandel 

Verdacht auf Insiderhandel: Polymarket meldet fast 100 Wallets

Kurz vor politischen Entscheidungen setzen einzelne Nutzer hohe Summen auf unwahrscheinliche Ereignisse. Neue Auswertungen zeigen, wie groß das Problem auf Polymarket inzwischen sein könnte.

Jan-Malte Minnerup
Teilen
Das Bild zeigt die Benutzeroberfläche des Prognosemarktes Polymarket.

Beitragsbild: Shutterstock

| Verdacht auf Insider-Handel bei Polymarket.

Auf Polymarket können Nutzer inzwischen auf die verrücktesten Dinge wetten. Sogar darauf, welche Wörter Donald Trump in seiner nächsten Rede verwenden wird oder wie viele Beiträge Elon Musk auf X in einem bestimmten Zeitraum veröffentlichen wird. Die verdächtigen Geschäfte in Bezug auf Insiderhandel haben dabei jetzt einen neuen Höchstwert erreicht.

So wurden die verdächtigen Trades erkannt

Eine aktuelle Bloomberg-Auswertung von mehr als 34.000 auffälligen Transaktionen kommt für das erste Halbjahr 2026 auf ein Volumen von 200 Millionen US-Dollar. In den meisten Fällen ging es um Wetten auf politische Entscheidungen oder militärische Konflikte, bei denen einzelne Personen über nicht öffentliche Informationen verfügen könnten. Nach eigenen Angaben hat Polymarket inzwischen fast 100 auffällige Wallets an die Strafverfolgungsbehörden gemeldet.

Neu erstellte Wallets, die kurz vor einem Ereignis besonders hohe Beträge auf ein zuvor unwahrscheinliches Ergebnis setzen, haben besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Gleiches gilt für Nutzer mit einer überdurchschnittlich hohen Trefferquote. Für den untersuchten Zeitraum fanden solche Positionsbewegungen besonders häufig zu Wetten auf geopolitische Ereignisse und zum Iran statt.

Die 400.000 US-Dollar Wette

Der bekannteste Fall von Insiderhandel ereignete sich Ende Januar 2026 bei der Entmachtung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro. Der US-Soldat Gannon Ken Van Dyke soll an der Planung und Durchführung der US-Militäroperation zur Gefangennahme des Diktators beteiligt gewesen sein. Kurz vor dem Einsatz setzte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft 33.000 US-Dollar bei Polymarket darauf, dass Maduro bis Ende Januar 2026 entmachtet werden würde. Mit dieser Wette soll er mehr als 400.000 US-Dollar verdient haben. Der Fall gilt als erstes US-Strafverfahren, in dem ein mutmaßlicher Informationsvorsprung auf einem Prognosemarkt als Insidergeschäft verfolgt wird.

Kryptowährungen kaufen – Leitfaden & Anbieter 2026
In unserem kostenlosen BTC-ECHO Leitfaden zeigen wir dir, wie du sicher und Schritt für Schritt in Kryptowährungen investieren kannst. Außerdem erklären wir, worauf du beim Kauf von Coins und Token achten solltest.
Jetzt zum Kryptowährungen kaufen Leitfaden
Das könnte dich auch interessieren