Nach dem Binance-Hack 

Ripple konnte den eigenen Stablecoin einfrieren – XRP aber nicht

Beim größten Hack der Krypto-Geschichte erbeuteten die Angreifer bei Binance auch XRP und RLUSD. Nur einen der beiden Coins konnte Ripple stoppen.

Ludwig Schlick
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Eine Nahaufnahme einer goldenen Ripple (XRP)-Kryptowährungsmünze mit einem Weltkartenmotiv auf blauem Hintergrund mit Finanzdiagrammlinien.

Beitragsbild: Shutterstock

| Zwischen XRP und RLUSD liegt ein entscheidender technischer Unterschied

Beim Angriff auf Binance erbeuteten die Täter unter anderem 233,46 Millionen XRP im Wert von rund 296 Millionen US-Dollar sowie 88,5 Millionen RLUSD. Ripple griff anschließend ein, allerdings nur bei einem der beiden Krypto-Vermögenswerte.

Um 22:01 Uhr UTC am 29. Oktober fror das Unternehmen 40,5 Millionen RLUSD ein, die den Angreifern zugeordnet wurden. Das geht aus einer Analyse der Ermittlungsfirma TRM Labs hervor. Rund 48 Millionen RLUSD waren zu diesem Zeitpunkt bereits über dezentrale Börsen getauscht und damit außer Reichweite.

Bei den XRP blieb das Unternehmen dagegen machtlos. Die 233 Millionen Token wanderten zwischen 20:05 und 20:09 Uhr UTC aus fünf Binance-Wallets ab, also binnen vier Minuten.

Ein Unterschied im Aufbau

Der Grund dafür liegt in der Konzeption beider Assets. Da RLUSD von einer Ripple-Tochter emittiert wird, verfügt der Token über Funktionen zum Blockieren einzelner Adressen, was bei regulierten Stablecoins inzwischen branchenüblich ist.

XRP funktioniert anders. Als native Währung des XRP Ledger hat die Kryptowährung keinen Herausgeber mit entsprechenden Rechten. Ripple kann weder eine Adresse sperren noch eine gültige Transaktion rückgängig machen, worauf auch die offizielle Dokumentation des Netzwerks ausdrücklich hinweist. Börsen können gestohlene XRP zwar einfrieren, sobald sie auf ihren eigenen Konten landen, auf unabhängige Wallets haben sie jedoch keinen Zugriff.

Binance bezifferte die insgesamt eingefrorenen Mittel zuletzt auf rund drei Milliarden US-Dollar, wobei neben Ripple auch Tether und Circle eingriffen. Eine Rückgabe an die Börse oder an deren Kunden bedeutet das allerdings noch nicht.

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