Mit dem Wachstum traditioneller Finanzprodukte auf Krypto-Plattformen verändert sich auch das Trading-Verhalten jüngerer Anleger. Anstelle von wilden Memecoin-Spekulationen setzen Gen-C-Angehörige auf Binance zunehmend auf breit gestreute ETFs. Laut einem Bericht von Binance Research machten Indexfonds Anfang August bereits ein Viertel des gesamten Aktien-Handelsvolumens dieser Altersgruppe aus.
Dieser Trend wird durch die jüngsten Kapitalzuflüsse unterstrichen, denn im Juli flossen 21,9 Prozent der Nettozuflüsse im Wertpapiersegment in ETFs, nach 18,5 Prozent im Vormonat. Der Anteil von Einzelaktien sank dagegen von 77 auf 74,2 Prozent. Für die Analyse untersuchte Binance Research sowohl Direktaktien als auch tokenisierte Wertpapiere und TradFi-Perpetuals.
Kein Hebel für junge Investoren
Beim Trading selbst widerspricht die Gen Z ebenfalls dem Klischee des hektischen Krypto-Zockers. Über alle untersuchten Instrumente hinweg handelten jüngere Nutzer seltener als ältere Generationen. Bei TradFi-Perpetuals kamen sie im Schnitt auf 13 Transaktionen pro Monat. Millennials führten durchschnittlich 17 Trades aus, die Gen X 16,5. Zudem ist Buy and Hold verbreitet, sodass 22 Prozent der Gen-Z-Konten mit Direktaktien bislang keinen einzigen Verkaufsauftrag auslösten. Besonders gefragt waren Broadcom, Tesla und der Schwab US Dividend Equity ETF.
Riskantere Produkte stoßen hingegen auf wenig Interesse. 88,2 Prozent der Gen-Z-Nutzer im TradFi-Perpetual-Segment verzichteten vollständig auf gehebelte oder inverse ETFs. Bei Millennials waren es 84,5 Prozent, bei der Gen X 85,9 Prozent. Allerdings mahnt Binance zur Vorsicht bei der Interpretation: Das Angebot an Direktaktien erreichte erst im Juni eine relevante Größenordnung. Langfristige Rückschlüsse auf das Anlageverhalten der Gen Z lassen sich daher noch nicht ziehen.

