Was eine gute Nachricht für Anleger bedeutet, könnte für Staker zugleich eine schlechte Nachricht sein. Die Community bei NEAR hat einer Reform zugestimmt, durch die künftig deutlich weniger neue Coins entstehen. Langfristig soll das Angebot dadurch langsamer steigern, wer seine Token jedoch zur Absicherung des Netzwerkes einsetzt, muss mit niedrigeren Belohnungen rechnen.
NEAR will 66 Millionen neue Token einsparen
Das Governance-Gremium House of Stake hat den Vorschlag HSP-029 mit einer Zustimmung von 99,97 Prozent angenommen, wonach die maximale jährliche Ausgabe neuer NEAR innerhalb von 24 Monaten von 2,5 auf 1,6 Prozent sinken soll. Nach Berechnungen der Initiatoren werden dadurch in den ersten zwei Jahren voraussichtlich 11,8 Millionen Token weniger entstehen als bei unveränderter Ausgaberate. Über sechs Jahre hinweg sollen dann 66,1 Millionen NEAR eingespart werden.
Was bedeutet das für Staker?
43 Prozent aller NEAR befinden sich jedoch aktuell im Staking und die geringeren Neuemissionen drücken die jährliche Bruttorendite bei einem unveränderten Staking-Anteil von derzeit 5,27 auf 3,37 Prozent. Bei delegierten Token würde die Rendite unter Berücksichtigung einer Validator-Gebühr von fünf Prozent sogar nur noch etwa 3,2 Prozent betragen. Auch für Betreiber der Validatoren könnte die Reform zum Problem werden.
Solange der NEAR-Kurs unterhalb von 4,30 US-Dollar bleibt, können schon heute nur 146 der 405 untersuchten Validator-Pools ihre laufenden Kosten allein aus den entsprechenden Erträgen decken. Im schlimmsten Fall könnten einzelne Betreiber daher gezwungen sein, ihre Tätigkeit einzustellen.
Noch ist die Reform aber nicht endgültig beschlossen. Zunächst einmal kann der Sicherheitsrat des House noch innerhalb von 14 Tagen ein Veto einlegen. Anschließend müssen die Validatoren ein Netzwerk-Upgrade übernehmen, das die geringere Token-Ausgabe technisch umsetzt und wofür eine Zustimmung von mindestens 80 Prozent des gestakten Kapitals erforderlich ist. Stimmen sie zu, gibt es noch eine Übergangsfrist von 90 Tagen, bevor die Ausgabe neuer NEAR schrittweise reduziert wird.
