Für das DeFi-Urgestein Balancer könnte nach mehr als sechs Jahren am Krypto-Markt bald Schluss sein. In einem neuen Governance-Vorschlag wird die geordnete Abwicklung des Protokolls gefordert, wonach die gesamte Geschäftsentwicklung eingestellt und bestehende Liquiditätspools schrittweise geschlossen werden sollen.
Balancer soll vollständig abgewickelt werden
Vorausgegangen war ein schwieriges Jahr für das DeFi-Protokoll, in dem ein Hack im November 2025 Schäden in Höhe von rund 128 Millionen US-Dollar verursachte und das Vertrauen in das Projekt schwer beschädigte. Über das endgültige Aus müssen erst noch die Token-Halter abstimmen, der Vorschlag sieht jedoch bereits einen klaren Zeitplan vor. Demnach sollen schon am 30. Oktober alle technisch pausierbaren Pools in einen Modus wechseln, der nur noch Auszahlungen erlaubt. Ab November soll lediglich eine kleine Übergangsmannschaft die notwendige Infrastruktur für Auszahlungen und die anschließende Abwicklung betreiben.
Die Kosten für diesen Prozess werden mit bis zu 400.000 US-Dollar beziffert und das verbleibende Vermögen von derzeit mindestens neun Millionen US-Dollar soll teilweise auf die BAL-Halter aufgeteilt werden. Die dafür entscheidende Abstimmung ist für den 25. bis 29. September angesetzt und ab Ende Mai 2027 könnten die Anleger anteilig die noch vorhandenen Vermögenswerte der DAO für ihre BAL-Token erhalten.
Der 128-Millionen-Hack war nicht das einzige Problem
Der Angriff auf das Protokoll durch einen Fehler in älteren V2-Pools im November letzten Jahres war jedoch nur ein Teil der Probleme von Balancer. Das erhoffte Wachstum blieb aus und so erzielte das Protokoll nur noch 30.000 US-Dollar Umsatz, bei monatlichen Kosten von etwa 150.000 US-Dollar.
Ein Großteil der Einnahmen stammt zudem weiterhin aus der alten V2-Version. Entsprechend hatte Mitgründer Fernando Martinelli die ursprüngliche Entwicklungsgesellschaft Balancer Labs bereits im März geschlossen, jetzt könnte das dazugehörige DeFi-Protokoll folgen.

