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Microsoft übernimmt GitHub: Was heißt das für die Krypto-Ökonomie?

Wie am Montag, dem 5. Juni, bekannt wurde, greift das Software-Unternehmen Microsoft tief in die Tasche und kauft für 7,5 Milliarden US-Dollar die Open-Source-Plattform GitHub. Da viele Blockchain-Protokolle, unter anderem das der Bitcoin-Blockchain, ihren Quellcode auf GitHub verwalten, hat dieser Kauf auch Einfluss auf die Krypto-Ökonomie. Wird sich in Zukunft einiges ändern?

Tobias Schmidt
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Die Open-Source-Plattform GitHub ist unter Programmierern eine sehr beliebte Website. Hier können sie gemeinsam an Projekten arbeiten und sich austauschen, die Code-Basis liegt dort für alle einsehbar zur Verfügung. So hält man zudem die Feedback-Schleife aufrecht, da Außenstehende die Codes einsehen und kommentieren können. Speziell für dezentrale Peer-to-Peer-Blockchain-Projekte ist die Plattform daher besonders interessant.

Jetzt ist auch der Software-Gigant Microsoft auf die erfolgreiche Plattform aufmerksam geworden. Um sich GitHub einzuverleiben, macht der Konzern aus Seattle die Taschen weit auf: 7,5 Milliarden US-Dollar zahlt er demnach bis Ende des Jahres für die Übernahme. Microsoft macht jetzt also auf Open-Source, nachdem man lange auf eigens entwickelte Software-Anwendungen gesetzt hatte. Immerhin nutzen auch Entwickler von Microsoft die Plattform, um sich auszutauschen und Codes zu optimieren.

Hat das Auswirkungen auf die Krypto-Ökonomie?

Diese Frage lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Zum einen spielt GitHub eine wichtige Rolle, da ein großer Teil der Blockchain-Codes auf GitHub liegen. Das Fokus der Plattform auf Open-Source-Projekte macht es gerade für dezentrale Distributed-Ledger-Technologien sehr attraktiv, die Codes für alle ersichtlich zu machen und die Nutzung für Außenstehende zu öffnen. Insofern sind alle Veränderungen im GitHub-Netzwerk auch von den Blockchain-Projekten zu spüren.

Auf der anderen Seite heißt eine Übernahme nicht automatisch, dass Microsoft plant wesentliche Features von GitHub zu verändern. Im Gegenteil: Microsoft erwirbt die Plattform ja gerade, weil das Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell aktuell so erfolgreich ist. So möchte man versuchen, nicht nur das Produkt zu erhalten, sondern vor allem auch von der Erfahrung GitHubs als Open-Source-Plattform zu profitieren. Dies leuchtet besonders ein, da Microsoft sein eigenes Open-Source-Experiment CodePlex im vergangenen Jahr beendet hatte.

Kryptoszene wenig begeistert vom Einstieg Microsofts

Obwohl sich für die GitHub-Nutzer also vermutlich in näherer Zukunft nicht besonders viel ändern dürfte, wurden in der Krypto-Community bereits schnell kritische Stimmen laut. Viele Nutzer klagen an, nicht gefragt worden zu sein, obwohl die Menge an bereitgestellten Codes der essentielle Teil der Website ist. So hat man bereits Petitionen geschaltet, die die Unabhängigkeit der Plattform einfordern. Machtkonzentration und Zentralisierung werden befürchtet, in der Coder-Szene misstraut man Microsoft. Dabei sollte man jedoch auch bedenken, das GitHub selbst keine dezentral organisierte Plattform ist.

So steht tatsächlich die Überlegung im Raum, GitHub künftig weniger zu nutzen. Alex van de Sande von der Ethereum-Foundation meldet sich dazu via Twitter zu Wort. Dort merkt er an, dass die zentralisierte Plattform nicht mit einem vollständig dezentralisierten Git Repository gleichzusetzen ist. Der Grund, weshalb GitHub sich als Plattform Nummer eins in dem Bereich durchsetzen konnte, ist laut van de Sande die Bequemlichkeit, die die zentralisierte Website mit sich brachte. Dass Microsoft diese nun übernimmt, bezeichnet er als Lehre.

Auch Bitcoin-Developer Wladimir J. van der Laan spricht sich gegen einen Verbleib auf GitHub aus. Auf die Frage, ob sich Developer und Programmierer nach einer anderen Plattform umsehen sollten, beantwortet er bei Twitter mit einem knappen „Ja“. Der Plattform selbst sagt er ein langsames, aber sicheres Ende voraus.

https://twitter.com/orionwl/status/1003549916462047232

Bitcoin hatte seit Beginn beinahe alle Codes und Protokolle auf GitHub veröffentlicht. Ein Abzug der Developer wäre also ein schwerer Schlag für die Plattform.

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