Das japanische Unternehmen Metaplanet ist inzwischen der drittgrößte Bitcoin-Treasury-Player der Welt und hat seinen Bestand durch den Kauf weiterer 2.823 BTC für insgesamt 170 Millionen US-Dollar nochmals erhöht. Insgesamt hält das Unternehmen nun schon 43.000 BTC im Wert von rund 2,6 Milliarden US-Dollar und verfolgt seine aggressive Bitcoin-Strategie unablässig weiter.
Kritik an Metaplanet wird lauter
Dabei steht das Geschäftsmodell von Metaplanet zunehmend unter Druck. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das “asiatische Strategy” von einer Hotelkette zu einer Bitcoin-Treasury-Firma ohne operatives Geschäft entwickelt. Das sorgt bereits seit einiger Zeit für Kritik, denn neben der Frage nach dem eigentlichen Kerngeschäft werfen die Kritiker Metaplanet fehlende Transparenz vor. Vor allem geht es um den Vorwurf, dass die Firma neue Bitcoin-Bestände immer wieder zu lokalen Hochs gekauft habe und daher nun auf hohen nicht-realisierten Verlusten sitzt.
Heute sind es bereits 1,16 Milliarden US-Dollar, die Metaplanet mit den erworbenen Bitcoin-Beständen im Verlust liegt, da der durchschnittliche Kaufpreis bei 88.622 US-Dollar pro BTC liegt. Aufgrund dieser Zahlen und offenbar auch mangelnder Kommunikation sehen Anleger die Aktie zunehmend kritisch. Das schwindende Vertrauen zeigt sich in der Unternehmensbewertung, denn nach Angaben von BitcoinTreasuries liegt der mNAV mittlerweile bei einem Wert von 0,85. Die gehaltenen BTC sind derzeit somit höher bewertet als die gesamte Treasury-Firma.
Gerovich verteidigt die Bitcoin-Strategie
Metaplanet-Chef Simon Gerovich kann diese Kritik allerdings nicht nachvollziehen. Er verweist auf die öffentlich einsehbaren Wallet-Adressen seiner Firma sowie auf das bereit gestellte Unternehmensdashboard, auf dem Anleger die Bitcoin-Bestände nachverfolgen können. Zwar räumt er ein, dass es in der Vergangenheit Käufe in der Nähe lokaler Hochs gegeben habe, betont jedoch, dass die Strategie von Metaplanet langfristig ausgerichtet und nicht auf perfektes Markttiming angewiesen sei. Die nicht realisierten Verluste wären daher ein einkalkuliertes Risiko und geben die Möglichkeit, weitere Bitcoin zu günstigeren Kursen zu akkumulieren.
Darüber hinaus verweist er auf den Ausbau des operativen Geschäfts bei Metaplanet. Laut BeInCrypto meldete das Unternehmen für das vergangen Jahr einen Gewinn von 6,2 Milliarden Yen, was einem Wert von 38,5 Millionen US-Dollar und ein Plus von 1.694 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Im Juni kündigten sie außerdem die Übernahme der Wertpapierplattform Siiibo Securities an. Der Deal hat ein Volumen von 13,1 Millionen US-Dollar und soll Metaplanet dabei helfen, künftig Bitcoin-bezogene Investmentprodukte entwickeln zu können.
Metaplanet ist nicht Strategy
Anders als Strategy geht es neben der reinen Akkumulation von Bitcoin bei Metaplanet also auch um den Aufbau von Finanzprodukten und Dienstleistungen um Bitcoin herum. Die Grundidee, ihr Unternehmen in eine Bitcoin-Treasury umzuwandeln, haben die Japaner allerdings von dem US-amerikanischen Vorreiter übernommen.
Seit ihrem ersten Bitcoin-Kauf vor zwei Jahren im April 2024 sind sie so schnell zur drittgrößten Digital Asset Treasury (DAT) geworden, dass jetzt nur noch Strategy und Twenty One Capital vor ihnen liegen. Ob daraus langfristig ein belastbares Geschäftsmodell entsteht, oder die Kritik an Metaplanet doch ihre Berechtigung hat, dürfte sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen.
