Nach Hard Fork Ethereum wertvoller als Bitcoin? CryptoQuant-CEO erwartet Flippening
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Ethereum-Münze neben Bitcoin-Münze

Quelle: Shutterstock

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Gestern ging die lang erwartete Ethereum Hard Fork “London” über die Bühne. Vor allem das EIP-1559 wird als Katalysator für das Wachstum des Netzwerks gehandelt. Wenn es nach CryptoQuant-CEO Ki Young Ju geht, könnte der “Verbesserungsvorschlag” für neue Kräfteverhältnisse am Krypto-Markt sorgen.

Die Ether-Gemeinde ist sich einig: Die gestrige Hard Fork “London” markiert das wohl bedeutendste Ethereum-Upgrade vor der Umstellung auf Proof of Stake. Das mit der Fork installierte EIP-1559 (Ethereum Improvement Proposal) erhöht nicht nur die Nutzerfreundlichkeit, indem es die Transaktionskosten durch eine an Blockauslastung ausgerichtete Grundgebühr drosselt. Es beinhaltet auch einen Deflationseffekt, da die Gebühr verbrannt und die Umlaufmenge dadurch verringert wird. Wie sich diese Eigenschaften tatsächlich auf die Handelsaktivitäten und Ether-Performance auswirken, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Eines hat “London” aber bereits bewirkt: Die alte Flippening-Streitfrage kocht wieder auf.


Drängt sich Ethereum vor Bitcoin?

Zur Gedächtnisauffrischung: Mit “Flippening” ist der Moment gemeint, in dem Ethereum Bitcoin vom Thron stößt und eine höhere Marktkapitalisierung als die Krypto-Leitwährung auf die Waage bringt. Bislang sind die Verhältnisse am Krypto-Markt zwar ziemlich klar geregelt. Bitcoin ist noch immer mehr als doppelt so viel Wert wie Ethereum und für fast die Hälfte der Gesamtmarktkapitalisierung verantwortlich. Aber unmöglich scheint das Szenario nicht. Vor allem, wenn sich die durch London losgetretenen Netzwerkeffekte allmählich entfalten. Davon überzeugt ist jedenfalls Ki Young Ju, CEO der Analyseplattform CryptoQuant.

In einem Interview mit dem Blog Wu Blockchain erklärte Ju, dass das EIP-1559 einen “Wendepunkt” für Ethereum und einen vielversprechenden Lösungsansatz für das Blockchain-Trilemma aus Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralisierung darstelle. Die Drosselung der Gebühren hob er dabei als Booster für Anwendungen im DeFi- und NFT-Bereich hervor. “Wenn wir diese Dienste mit sehr niedrigen Gebühren nutzen können, würde die Anzahl der Transaktionen steigen, und die Netzwerkaktivität erhöht normalerweise den Wert der Blockchain, wodurch der Preis langfristig steigt”, so Ju. Unsicher ist er sich jedoch, “ob sich der Preis kurzfristig bewegen wird.”


“Nur” eine Frage des Geldes

Auf lange Sicht könne Ethereum somit schließlich den Platzhirschen verdrängen: “Ich denke, dass Ethereum die Bitcoin-Marktkapitalisierung langfristig umdrehen könnte, aber nicht in diesem Jahr”. Einen entscheidenden Faktor dabei spiele jedoch das “Big Money”. Nur mit dem Geldsegen institutioneller Investoren würde ein Flippening wahrscheinlich, meint der CryptoQuant-Geschäftsführer: “Ohne institutionelle Nachfrage kann Ethereum die Marktkapitalisierung von BTC nicht umdrehen.”

Wie realistisch das Szenario tatsächlich ist, sorgt schon lange für erbitterte Schlagabtäusche zwischen den Lagern. Dass das Flippening zumindest in Teilen in vollem Gange ist, lässt sich auf blockchaincenter.net nachverfolgen. Dort findet sich eine Auswahl an Indikatoren, an denen sich eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse ablesen lässt. Wenig überraschend hat Ethereum Bitcoin in puncto Transaktionsaufkommen längst abgehängt. Auch das Handelsvolumen und die Anzahl aktiver Adressen bewegen sich bereits auf ein Flippening zu. Und auch bei den Transaktionsgebühren liegt Ethereum vor Bitcoin. Ob das jedoch als Erfolg zu werten ist, sei dahingestellt.


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