"London" trägt Früchte Ethereum-Inflationsrate sinkt: 18.000 Ether seit Hard Fork verbrannt
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Keine Woche nach der lang erwarteten Hard Fork “London” zeigen sich bereits die ersten Effekte des EIP-1559. Rund 18.000 Ether wurden inzwischen verbrannt. Die Angebotsdrosselung könnte sich als Kurstreiber erweisen.

Ethereum hat zurzeit einen Lauf. In nur zwei Wochen ist die zweitgrößte Kryptowährung um beachtliche 40 Prozent und damit um knapp 1.000 US-Dollar gestiegen. Der Aufwärtstrend dürfte nicht zuletzt an der jüngsten Hard Fork “London” liegen, die die Weichen bei der Ether-Ausgabe neu gestellt hat. So zeichnen sich die ersten Netzwerkeffekte des mit London integrierten Ethereum Improvement Proposals (EIP) 1559 bereits ab.


Das EIP-1559 hat nicht nur die Gebührenpolitik bei Ethereum auf den Kopf gestellt, indem es eine von Blockauslastung abhängige einheitliche Basisgebühr eingeführt hat. Es hat auch einen Deflationsmechanismus integriert, da diese Gebühren nicht an Miner gesendet, sondern verbrannt, sprich: aus dem Verkehr gezogen werden. Diese Umstellung – so die Hoffnung von Anlegerinnen und Anlegern – dürfte sich als wesentlicher Kurstreiber erweisen, da sich das Angebot bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage zusehends verknappt.

Ethereum-Inflationsrate sinkt

Wie die On-Chain-Datenforscher von CoinMetrics im aktuellen State of the Network-Bericht schreiben, trägt auch “London” bereits Früchte. Seit der Fork wurden schon 18.000 ETH verbrannt, was in etwa 32 Prozent der seitdem neu geschürften Angebotsmenge entspricht. Wie der Verbrennungsmechanismus die Ether-Inflationsrate bereits drosselt, lässt sich in der nachfolgenden Grafik ablesen. Im Schnitt lag die Netto-Ausgabe (Net Issuance), also die neu geschürften Ether inklusive “Trinkgelder” abzüglich der verbrannten Ether, bei ein bis zwei ETH pro Block. In einigen Fällen ist die Netto-Ausgabe sogar bereits in den Negativ-Bereich gerutscht. Im Umkehrschluss wurden also in manchen Blöcken mehr Ether verbrannt, als durch die Block Rewards neu hinzugeführt wurden.


Nettobilanz pro Block, wobei ein Punkt einen Block darstellt. Quelle: CoinMetrics

NFT-Markt treibt Gas Fees hoch

Auf die Gas Fees hat das Upgrade seine Wirkung indes noch nicht entfaltet. Das liegt aber weniger am EIP-1559. Schuld daran ist der neu entflammte Hype am NFT-Markt, wo es in den vergangenen Tagen zu einigen Drops kam. Am Donnerstag hat der überrannte Token Sale der COVID-Edition der CryptoPunks die Gebühren in die Höhe getrieben. Allein der NFT Smart Contract habe CoinMetrics zufolge zur Verbrennung von 500 ETH in nur einer Stunde geführt. Infolge hat die Nettoausgabe ein Deflationslevel von Minus zehn Ether erreicht.

Am Freitag kam es dann erneut zu einem Anstieg, als die NFT-Kollektion “Pigments” von Darien Brito auf der Handelsplattform Opensea zum Verkauf freigegeben wurde. Nur einen Tag später sollte der Ansturm auf die Fluf-NFT-Häschen das Netzwerk kurzzeitig verstopfen und die Gas-Gebühren auf 700 GWEI hochkurbeln. Dabei wurden über 20 ETH in einem einzelnen Block vernichtet.

Da nimmt es nicht wunder, dass die NFT-Plattform Opensea das Ranking der größten Gas-Verbraucher mit rund elf Prozent weiter anführt. Danach folgen Axie Infinity und Uniswap mit je sieben Prozent.


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