Handelsstopp 

Deutschlands älteste Krypto-Börse steht still: Bitcoin.de wartet auf MiCA

Aus der bisherigen Peer-to-Peer-Marktplatz Bitcoin.de soll eine Krypto-Broker werden. Warum der geplante Neustart vorerst auf Eis liegt.

Jan-Malte Minnerup
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Bitcoin-Münzen vor der Deutschland Flagge

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin.de hat seine Plattform komplett neu aufgebaut, darf den Handel aber noch nicht wieder aufnehmen

Mehr als 1,1 Millionen registrierte Nutzer und fast 200 Millionen Euro eigene Krypto-Bestände, aber seit drei Monaten kein Handel. Die Krypto-Börse Bitcoin.de befindet sich mitten in einem der größten Umbauten seiner Geschichte und wartet weiterhin auf die regulatorische Grundlage für seinen Neustart. Wie stark die Verzögerung inzwischen auf das Geschäft durchschlägt, zeigen die nun veröffentlichten Halbjahreszahlen der Muttergesellschaft Bitcoin Group.

Bitcoin.de wartet seit drei Monaten auf Neustart

Seit Ende Juni können Anleger auf Bitcoin.de keine Kryptowährungen mehr handeln und nur noch Auszahlungen vornehmen. Hintergrund ist das laufende MiCA-Lizenzierungsverfahren der futurum bank, die Bitcoin.de betreibt. Weil dieses länger dauert als ursprünglich erwartet, musste der geplante Neustart verschoben werden, obwohl die Krypto-Börse technisch bereits startklar wäre.

Die Plattform wurde in den vergangenen Monaten vollständig neu entwickelt und soll sich vom bisherigen Peer-to-Peer-Marktplatz zu einem klassischen Krypto-Broker wandeln. Neben Kryptowährungen sollen dafür in Zukunft auch mehr als 100 andere Assets verfügbar sein. Dazu kommen Sparpläne, Krypto-Swaps sowie eine neue Website und Trading-App.

Handelstopp hinterlässt Spuren in der Bilanz

Der Umbau und der bis zum Abschluss des Lizenzierungsverfahrens verschobene Neustart stehen jedoch finanziell unter schwierigen Vorzeichen. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz der Bitcoin Group von 3,78 um fast 60 Prozent auf 1,59 Millionen Euro. Zudem verschlechterte sich das EBITDA von minus einer Million auf minus 3,25 Millionen Euro.

Das Unternehmen kann allerdings auf ein erhebliches finanzielles Polster zurückgreifen und hielt zum Ende des ersten Halbjahres Kryptowährungen im Nettowert von 199 Millionen Euro und kam so auf eine Eigenkapitalquote von 71,8 Prozent. Wann Deutschlands Krypto-Urgestein den Handel wieder eröffnet, entscheidet nun vor allem der regulatorische Zeitplan.

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