China: Huawei entwickelt Regierungsblockchain
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Huawei entwickelt Regierungs-Blockchain

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Der chinesische Technologie-Konzern Huawei entwickelt eine Blockchain für die chinesische Regierung, um den Datenaustausch zwischen politischen Institutionen und öffentlichen Behörden zu optimieren. Statt vieler zentraler Datensilos soll mit der Blockchain ein dezentrales Register eingesetzt werden. Huawei schafft somit eine Infrastruktur, die den politischen Interessen der Parteiführung in die Karten spielt.

Der Tech-Riese entwickelt für die chinesische Regierung eine Blockchain, um Daten von Ämtern und Institutionen dezentral zu vernetzen. Das berichtet das chinesische Nachrichtenmagazin East Money am Dienstag, dem 20. November. Auf die Blockchain werden zunächst Datenmengen aus dem Regierungsbezirk Peking übertragen, nach einem Proof of Concept sollen weitere Regionen folgen.


Laut Zhang Xiaojun, Huawei Project Director, soll die Blockchain den Datenaustausch zwischen Behörden und Institutionen optimieren. Zudem entfielen durch die Umstellung und Übertragung der Daten auf eine blockchainbasierte Infrastruktur hohe Verwaltungskosten.

Über 50 Institutionen in Peking, darunter städtische Steuerbehörden, Krankenkassen und Büros für öffentliche Sicherheit, sollen künftig Informationen über die Blockchain austauschen. Statt zentralisierter Datensilos ermöglicht die Blockchain als dezentrales Register eine vernetzte Verwaltung von Datenbanken mit autorisierten Abfragen und Freigaben. Dadurch ist eine Interoperabilität zwischen Ämtern und Ministerien gewährleistet.

Zhang teilte mit, dass das Verzeichnis zunächst über 44.000 Dateien und 8.000 Zuständigkeiten umfasst. Nach einem Proof of Concept sollen 16 weitere Distrikte und Landkreise in China in das Netzwerk aufgenommen werden.

Kooperation mit chinesischer Zentralbank

Huawei steht derzeit mit der People’s Bank of China (PBoC) in Verhandlungen, um an dem Projekt einer digitalen Zentralbankenwährung (CBDC) mitzuwirken. Der Telekommunikationsanbieter entwickelt Datenbank- und Netzwerksoftware für die Bewältigung großer Datenmengen, die die Infrastruktur zur Verwaltung der digitalen Währung liefern könnte.


Im anhaltenden Handelsstreit mit den USA würde China von einer digitalen Zentralbankenwährung profitieren. China könnte mit dem CBDC in Konkurrenz zum dominanten US-Dollar treten und dadurch US-Sanktionen umgehen und sich Wettbewerbsvorteile im internationalen Handel sichern.

Spionagevorwürfe

Huawei ist zu einem Politikum geworden. Die US-Regierung hat sich gegen eine Beteiligung des Unternehmens am Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes positioniert. Zudem will Washington auch den Ausbau der europäischen Netze mit der Technologie des chinesischen Hightech-Konzerns verhindern. Die US-Regierung befürchtet, dass durch Huawei die Gefahr eines Zugriffs Chinas auf die sensible Infrastruktur in westlichen Ländern ausgeht. Insbesondere die Nähe von Huawei zur chinesischen Regierung erregt Misstrauen.

Huawei steht zudem aktuell auf der sogenannten „Entity List“, einer schwarzen Liste von Organisationen und Unternehmen, mit denen US-Unternehmen keine Handelsbeziehungen führen dürfen. Das Lieferembargo gegen den chinesischen Telekommunikationsanbieter hatte die USA jedoch kürzlich gelockert. Unter Auflagen ist der Export bestimmter Komponenten zur Herstellung von Smartphones nach China mittlerweile wieder erlaubt.

Auch in der deutschen Politik ist Huawei ein Streitthema. Opposition und Teile der Regierung wollen eine Beteiligung von Huawei am Ausbau des Mobilfunknetzes der fünften Generation verhindern. In den Augen der Kritiker fange man sich mit Huawei ein trojanisches Pferd, das von der Staats- und Parteiführung Pekings als Einfallstor für Spionage und Cyberangriffe genutzt werden könnte. Befürworter hingegen befürchten, dass die Pläne für den Netzausbau ohne die Beteiligung des Unternehmens, das rund 80 Prozent aller Patente für die 5G-Technik hält, nicht einzuhalten sind.


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