Erneute Krypto-Reformen? 

Eine Woche nach vollständigem Inkrafttreten: EU will MiCA schon wieder ändern

Die EU prüft offenbar bereits eine MiCA-Überarbeitung. Im Fokus stehen tokenisierte Aktien, Stablecoins und Anbieter aus Drittstaaten.

Johannes Dexl
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Eine Bitcoin-Münze liegt auf einer Flagge der Europäischen Union mit den zwölf gelben Sternen auf blauem Hintergrund

Beitragsbild: Shutterstock

| Am 1. Juli endete die MiCA-Übergangsfrist

Die EU-Kommission prüft offenbar bereits eine Überarbeitung der Markets in Crypto-Assets Regulation. Erst seit dem 1. Juli greifen die MiCA-Regeln für viele Anbieter vollständig. Nun soll Brüssel bis zum 30. September Rückmeldungen von Marktteilnehmern einholen.

Im Fokus steht die Frage, ob MiCA stärker auf neue Entwicklungen wie Tokenisierung, tokenisierte Aktien und Stablecoin-Emittenten außerhalb der EU ausgeweitet werden muss. Die Kommission hatte bereits im Mai angedeutet, dass sich der Markt seit der Ausarbeitung der Verordnung deutlich verändert habe.

Tokenisierte Aktien geraten in den Fokus

Ein wichtiger Auslöser ist der wachsende Markt für tokenisierte Wertpapiere. Mehrere Krypto-Börsen aus Europa und den USA bieten inzwischen Produkte an, die klassische Aktien auf der Blockchain abbilden. Der Markt für On-Chain-Aktien liegt inzwischen bei rund 2,16 Milliarden US-Dollar und ist im Monatsvergleich um fast 45 Prozent gewachsen.

MiCA reguliert bislang vor allem Krypto-Assets, Stablecoins, Verwahrung, Handel und Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte. Tokenisierte Wertpapiere fallen dagegen weiter unter bestehende EU-Wertpapierregeln. Das könnte zur Herausforderung werden, wenn Produkte technisch wie Krypto-Assets funktionieren, wirtschaftlich aber Aktien oder andere Wertpapiere abbilden.

Stablecoins bleiben Streitpunkt

MiCA enthält bereits umfassende Regeln für Stablecoins. Die Verordnung unterscheidet zwischen E-Geld-Token, die an einzelne Fiatwährungen wie Euro oder US-Dollar gekoppelt sind, und Asset-Referenced Tokens, die sich auf Körbe aus Währungen, Rohstoffen oder anderen Vermögenswerten beziehen.

Trotzdem prüft die EU offenbar Anpassungen. Besonders relevant ist der Umgang mit Stablecoin-Anbietern aus Drittstaaten, deren Token in der EU genutzt werden, ohne vollständig unter europäischer Aufsicht zu stehen.

Für die Branche kommt die mögliche Reform zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Viele Anbieter setzen die neuen Regeln gerade erst um. Vor Ablauf der Übergangsfrist waren laut Bericht lediglich 244 Unternehmen als Crypto-Asset Service Provider unter MiCA zugelassen. Nach einer Woche MiCA zieht auch Patrick Hansen, Senior Director EU Strategy & Policy bei Circle, ein überraschendes Zwischenresümee zum Krypto-Markt.

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