Der Bitcoin-Kurs ist am Dienstagmorgen um rund 3,6 Prozent auf unter 77.000 US-Dollar gefallen und hat damit seine Erholung vom Montag vollständig abgegeben. Besonders stark traf der Ausverkauf Zcash (ZEC): Der Token verlor knapp zehn Prozent auf rund 1.140 US-Dollar, nachdem er am Montag noch zu den größten Gewinnern gehört hatte.
Auch Hyperliquid (HYPE) und Solana (SOL) gaben um fünf beziehungsweise drei Prozent nach, während Ethereum rund zwei Prozent auf gut 2.250 US-Dollar verlor. Lediglich Tron (TRX) konnte unter den großen Kryptowährungen mit einem Kursplus von zwei Prozent zulegen.
Bitcoin ETFs verzeichnen hohe Abflüsse
Der Verkaufsdruck am Krypto-Markt geht mit deutlichen Verlusten bei Technologieaktien einher. US-Halbleiterwerte büßten innerhalb von drei Handelstagen zwölf Prozent ein, wodurch auch der Nasdaq 100 inzwischen zehn Prozent unter seinem Höchststand notiert. In Asien setzte sich die Schwäche fort: Der technologielastige südkoreanische Kospi verlor mehr als drei Prozent.
Auch institutionelle Anleger ziehen Kapital aus Bitcoin ab, wie Daten von Farside belegen. Am 2. November verzeichneten Bitcoin ETFs Nettoabflüsse von 398,6 Millionen US-Dollar, wobei allein auf BlackRocks IBIT Rückgaben im Umfang von 405,3 Millionen US-Dollar entfielen.
Zusätzlichen Druck erzeugten Liquidationen am Derivatemarkt, wo innerhalb von 24 Stunden Bitcoin-Positionen im Wert von 88,48 Millionen US-Dollar zwangsweise geschlossen wurden. Mit 81,97 Millionen US-Dollar entfiel der Großteil davon auf Long-Positionen, deren Anleger auf steigende Kurse gesetzt hatten.
US-Zwischenwahlen rücken in den Fokus
Neben den wirtschaftlichen Belastungsfaktoren richtet sich der Blick der Anleger auf die US-Zwischenwahlen am heutigen 3. November. Der Wahlausgang könnte insbesondere die Erwartungen an die künftige Krypto-Regulierung sowie die institutionelle Adoption beeinflussen und damit neue Impulse für den Markt liefern.
Ob daraus eine nachhaltige Erholung entsteht, hängt allerdings auch von der Kapitalnachfrage ab. Die jüngsten ETF-Abflüsse und ein negativer Coinbase Premium, der auf eine schwächere Nachfrage US-amerikanischer Investoren hindeutet, sprechen bislang gegen eine deutliche Trendwende. Ein aus Sicht der Krypto-Branche günstiger Wahlausgang könnte zwar die Stimmung verbessern, müsste aber nicht zwangsläufig zu neuen Kapitalzuflüssen führen. Mehr dazu hier: US-Midterms: Fällt Bitcoin nach der Wahl auf ein neues Jahrestief?

