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Diese VCs sind Bitcoin-only Wer in Bitcoin Start-ups investiert, hilft dem Ökosystem – und profitiert

Sie heißen Fulgur Ventures, Lightning Ventures oder Egodeath Capital (kein Witz). Eine neue Riege an Wagniskapitalgebern investiert in Unternehmen, die sich dem digitalen Gold verschrieben haben. Dort warten Renditen, die sogar die Bitcoin-Performance schlagen können.

David Scheider
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Bitcoin

Beitragsbild: Shutterstock

| Investitionen in Bitcoin-Start-ups verleihen auch BTC Flügel.

“Zuerst das Erwachen. Dann Widerstand gegen ein falsches Gefühl von Verlust. Dann Auflösung und Dekonstruktion. Erkundung. Und schließlich die Erleuchtung. Sowohl in der Meditation als auch bei Psychedelika wird dies als Tod des Egos bezeichnet.” Nein, du liest hier keinen Erfahrungsbericht eines erleuchteten Psychonauten von seinem letzten Ayahuasca-Retreat, sondern einen Auszug aus dem Selbstverständnis von Egodeath Capital, einem Wagniskapitalgeber aus den USA, der sich voll und ganz dem digitalen Gold verschrieben hat. Es stimmt schon: Bitcoinerinnen und Bitcoiner sind nicht eben dafür bekannt, kleine Brötchen zu backen. Unter Weltrevolution machen sie es nicht.

Wir sind ein transformativer Bitcoin-Ökosystem-Venture-Fonds, der in Bitcoin-Layer-3-Projekte investiert. Unser Ziel ist es nicht, das Bitcoin-Ökosystem zu kontrollieren, sondern seine Entwicklung zu unterstützen und in Lösungen zu investieren, die die Welt verändern werden,

heißt es weiter auf der Website des Geldgebers, zu dessen Führungsriege keine geringeren als Bestsellerautor und Deflations-Fan Jeff Booth sowie die Podcaster Marty Bent und Matt Odell gehören.

Egodeath Capital ist der wohl schillerndste einer neuen Riege an Wagniskapitalgebern, die auf “Bitcoin-only” setzen. Soll heißen, “Shitcoin”-Unternehmen kommen den Investoren nicht in die Tüte. Kann sich das lohnen?

Kein Rechtfertigungsdruck für Bitcoin-only-Unternehmen

“Ja”, sagt Relai-CEO und Profiteur spendabler Bitcoin-only-VCs. So habe er als Geschäftsführer eines BTC-only-Unternehmens beim Pitchen deutlich leichteres Spiel. Im Gespräch mit BTC-ECHO erklärt Relai-CEO Julian Liniger:

Für uns als Bitcoin-only-Start-up ist es einfacher, mit Bitcoin-only-VCs zusammenzuarbeiten, weil man die Diskussion auf einem ganz anderen Level startet. Bei herkömmlichen VCs muss man mehrfach erklären, wieso man im Krypto-Sektor unterwegs ist – und dann, warum denn Bitcoin-only? Viele haben Probleme, die Idee hinter Bitcoin als digitalen Goldersatz zu verstehen.

Julian Liniger, CEO, Relai
Das Relai-Gründungsteam Julian Liniger (rechts) und Adem Bilican (links). Foto: Relai.

Für die VCs wiederum ist “Bitcoin-only” sowohl eine ideologische Entscheidung, als auch schlichter Pragmatismus. Im Gespräch mit BTC-ECHO erklärt Mike Jarmuz vom BTC VC Lightning Ventures:

Es gibt da draußen so viel: Web3, NFT, Crypto, Biotech, Drogen, die dich durch Wände sehen lassen – ich verstehe überhaupt nicht, wie generalistische VCs da den Überblick behalten können. Wir fokussieren uns da lieber gleich auf Bitcoin-Unternehmen.

Mike Jarmuz gegenüber BTC-ECHO

Bitcoiner werden zu Angel-Investoren

Freilich, Bitcoins Dezentralität ist Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits kann keine zentrale Partei – wie etwa ein Konzern – sich das Projekt zu eigen machen. Andererseits ist das Ökosystem darauf angewiesen, dass findige Unternehmer:innen immer neue Anwendungen wie On-Ramps bauen, um somit den Wert des gesamten Netzwerks zu steigern.

Hier ergeben sich mithin ganz neue Möglichkeiten der Partizipation. Relai etwa hatte im Frühjahr dieses Jahres 1,9 Millionen Euro über eine Crowdfunding-Kampagne auf Crowdcube eingenommen. Viele der Investorinnen und Investoren sind private Bitcoiner:innen, die das BTC-Sparplan-Unternehmen unterstützen möchten – auch um mittelfristig das BTC-Ökosystem zu stärken. BTC-Fans als Angel-Investoren eben.

“Bitcoin ist ein Community-Projekt”, kommentiert Relai-CEO Julian Liniger.

Start-ups können sogar die Bitcoin-Performance schlagen

Doch auch bei privaten Wagnisinvestments in Bitcoin-Start-ups ergibt sich für viele hartgesottene Bitcoin-Fans ein ganz anderes Problem: BTC selbst performt so stark, dass der Return von Start-ups nur schwerlich zu schlagen ist. In anderen Worten: Wer sein Geld nimmt und einfach in Satoshis steckt, könnte am Ende mehr Profit gemacht haben, als nach Investments in private Unternehmen.

Das Problem kennt auch Julian Liniger. Trotzdem kann es sinnvoll sein, sein Portfolio zu diversifizieren:

Wenn ich eh schon 1.000 BTC habe, wieso dann nicht einen Teil davon nehmen und in Unternehmen stecken, die die Adoption fördern?

Julian Liniger gegenüber BTC-ECHO

Gerade On-Ramp-Unternehmen sorgen ja dafür, dass immer mehr Menschen den Weg zu Bitcoin finden; das fördert im Umkehrschluss natürlich auch das Kurswachstum und macht das ursprüngliche BTC-Investment abermals lukrativer.

BTC ist ein Community-Projekt

Auch für Mike Jarmuz von Lightning Ventures ist klar: Für Bitcoiner:innen lohnen sich Investitionen in Early-Stage-Start-ups auf jeden Fall. Gegenüber BTC-ECHO sagt der exaltierte Manager:

Wir wollen sicherstellen, dass die Leute sich mit Early-Stage-Investing vertraut machen. Wenn du über einen langen Zeitraum in Early-Stage-Tech-Unternehmen investierst, kannst du die richtig großen Profite machen.

Mike Jarmuz im Gespräch mit BTC-ECHO

Auf AngelList, einem Online-Portal für private Wagniskapitalanlagen, hat er sogar ein sogenanntes Syndicate, also eine Gruppe, in der er über vielversprechende Investmentmöglichkeiten im Space aufklärt, eröffnet.

Wer der Gruppe beitritt, ist Teil einer “Boutique-Bitcoin-Gruppe, die sich aus Außenseitern, Genies, Aussteigern und anderen großartigen Investoren zusammensetzt”, so der bescheidene Pitch.

Wer Investments in Early-Stage-Start-ups in Betracht zieht, sollte sich allerdings den Risiken gewahr sein. Mehr als 80 Prozent der Start-ups scheitern binnen drei Jahren. Eine breite Streuung des investierten Kapitals ist also Pflicht – auch, und vielleicht gerade insbesondere, wenn es um Investments in Bitcoin-Unternhemen geht.

Trotz all den Risiken stehen Bitcoin-only-VCs wie keine zweiten für den Community-Geist im BTC-Ökosystem. Wer nicht selbst Handanlegen will, kann so zumindest finanziell den Ausbau der Bitcoin-Ökonomie unterstützen.

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