Bitcoin-Analyse Bitcoin-Kurs: Ungesunder Anstieg führt zu überfälliger Korrektur
Stefan Lübeck

von Stefan Lübeck

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Eine Bitcoin-Münze im Schoß einer Buddha-Statue, im Hintergrund eine Orchidee

Quelle: Shutterstock

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Auch die längste Kursrallye benötigt eine Verschnaufpuase. Nachdem der Kurs von Bitcoin in der Vorwoche wichtige Kursziele abgearbeitet hat, kam es im Bereich der 40.000 US-Dollar zu vermehrten Gewinnmitnahmen, welche in einer 25 prozentigen Korrektur mündete.

Bitcoin (BTC): BTC-Kurs auf Wochensicht zwei Prozent tiefer

  • BTC-Kurs: 34.126 USD (Vorwoche: 34.940 USD)
  • Widerstände/Ziele: 35.075 USD, 36.097 USD, 36.600 USD, 38.189 USD, 40.407 USD, 41.970 USD, 43.703 USD, 45.710 USD, 61.694 USD, 77.678 USD  
  • Unterstützungen: 32.200 USD, 29.748 USD, 27.563 USD, 25.752 USD, 24.298 USD, 23.887 USD, 21.892 USD, 19.884 USD
Kursanalyse Bitcoin (BTC) KW02

Kursanalyse auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf Coinbase


Irgendwann benötigt auch die stärkste Rallye eine Verschnaufpause. Der BTC-Kurs versuchte mehrfach die 423er Fibonacci-Extension bei 40.407 USD per Tagesschlusskurs zu überwinden, scheiterte jedoch drei Tage in Folge. Nach vier grünen Wochen und einem absolut überkauften Status kam es in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar zu einem Abverkauf am Krypto-Markt. Der BTC-Kurs fiel innerhalb von 18 Stunden um sagenhafte 23 Prozent auf 30.300 USD. Damit kam es nach Wochen der Bullen-Hausse zu einer überfälligen Korrektur am Gesamtmarkt.

Bullishes Szenario (Bitcoin-Kurs)

Die Korrektur bis an den Supertrend im Bereich der 30.000 USD nutzen mutige Anleger für Neueinstiege. Der Kurs stieg in der Folge erneut bis an den Widerstand bei 36.600 USD bevor erneute Gewinnmitnahmen einsetzten. Am gestrigen Dienstag verweilte der Kurs der Leitwährung innerhalb seiner Vortages-Range. Man spricht von einem sogenannten Inside-Day. An einem solchen Tag wird ein neuer fairer Wert für die Leitwährung bestimmt. Ziel der Bullen muss es nun sein, den Kurs per Tagesschlusskurs oberhalb des EMA20 (rot) bei 32.700 USD zu stabilisieren. Kann der BTC-Kurs zeitnah zurück über die rote Abwärtstrendlinie ansteigen und den Widerstand bei 35.075 USD überwinden, rückt das Vortageshoch bei 36.600 USD wieder in den Blick. Wird auch dieser Widerstand durchbrochen, kommt es zur Richtungsentscheidung im Bereich der 38.189 USD. Hier verläuft das Tageshoch vom Montag den 11. Januar.

Erst wenn auch dieser Widerstand dynamisch überwunden wird, ist mit einem erneuten Test der 40.407 USD zu rechnen. Ein Tagesschlusskurs oberhalb dieses Widerstands hellt das Chartbild wieder deutlich auf und erhöht die Wahrscheinlichkeit für weiter steigende Kurse. Wird in der Folge auch das Allzeithoch bei 41.970 USD dynamisch überwunden ist zunächst ein Anstieg an die 43.703 USD einzuplanen. Hier verläuft das 461er Fibonacci-Extension aus dem Tageschart. Können die Bullen auch dieses Widerstandslevel hinter sich lassen, wartet bei 45.710 USD die nächste wichtige Hürde. Diese Zielmarke ist dem Monatschart entnommen. Nimmt die Rallye abermals an Fahrt auf und der BTC-Kurs steuert in Richtung der 50.000 USD, ist mittelfristig mit einem Anstieg bis an die genannten Chartziele für 2021 bei 61.694 USD sowie 77.678 USD zu rechnen. Erst wenn sich die Leitwährung auch oberhalb dieser Widerstandsmarken per Wochenschlusskurs stabilisieren kann, wäre auch ein Anstieg bis an die 100.000 USD oder mehr vorstellbar.

Bearishes Szenario (Bitcoin-Kurs)

In der Vorwochenanalyse vom 6. Januar wurde auf die überhitzte Chartsituation hingewiesen und eine bevorstehende Korrektur angemahnt. Nachdem der Kurs der Leitwährung die psychologische Marke von 40.000 USD an drei Folgetagen nicht per Tagesschluss überwinden konnte, nahmen Anleger vermehrt Gewinne mit. Der Kurs korrigierte fast punktgenau an den starken Support im Bereich der 30.000 USD. Zwar schafften die Bullen ein respektables Comeback, dennoch besteht eine gute Chance für einen abermaligen Test des Wochentiefs. Fällt der BTC-Kurs per Tagesschluss unter den EMA20 (rot) sowie den Support bei 32.200 USD, werden die Bären abermals versuchen den Kurs an das Wochentief zu drücken. Fällt der Bitcoin-Kurs in der Folge zurück bis an die lila Supportlinie bei 29.748 USD, wäre dieses ein kleiner Sieg für die Verkäufer.

Wird auch diese Unterstützung dynamisch unterboten, dürfte sich die Korrektur bis das Vorwochentief bei 27.563 USD ausweiten. Bereits an dieser Chartmarke ist mit verstärkter Gegenwehr der Bullen zu rechnen. Können die Bären genug Verkaufsdruck aufbauen und den BTC-Kurs unter diesen Support drücken, ist eine Korrekturausweitung bis an die 25.752 USD einzuplanen. Kommen die Bullen auch hier nicht zurück aufs Parkett und stabilisieren den BTC-Kurs, rückt der starke Supportbereich zwischen 23.887 USD/23.710 USD in den Blick. Hier verläuft die Kurslücke aus dem Future-Kurs der CME. Gibt diese Chartmarke keinen Halt, und das Wochentief vom 21. Dezember 2020 wird dynamisch unterboten, dürfte das 2017er Allzeithochs bei 19.884 USD abermals angelaufen werden. Solange der BTC-Kurs jedoch nicht nachhaltig unter die 29.748 USD rutscht, ist ein erneutes Anlaufen des Ausbruchsniveaus im Bereich der 20.000 USD weiter unwahrscheinlich.

Bitcoin-Dominanz: Bitcoins Marktanteil auf Wochensicht unverändert

Kursanalyse Bitcoin-Dominanz (BTC-Dominanz) KW02

Bitcoin-Dominanz auf Basis von Werten von Cryptocap dargestellt

Die BTC-Dominanz notiert auch diese Woche im Bereich des EMA20 (rot) bei aktuell 68,89 Prozent. Der starke Support bei 68,01 Prozentpunkten wurde auf Tagesbasis bisher nicht unterschritten. Auf der Oberseite wirkt die rote Abwärtstrendlinie ausgehend vom Hoch bei 73,64 Prozent Kursbegrenzend. Damit konnte auch der deutliche Abverkauf zu Wochenbeginn die Machtverhältnisse bisher nicht verschieben.    


BTC-Dominanz: Bullishes Szenario

Die Dominanz der Leitwährung schaffte es diese Woche nicht den Widerstand bei 70,91 Prozent zu überwinden und prallte in diesem Bereich mehrfach nach unten ab.  Eine Ausweitung der Konsolidierung konnten die Bullen jedoch vorerst abwenden und einen Fall unter den Support bei 68,01 Prozent verhindern. Der Supertrend wirkt wie bereits in der Vorwoche weiterhin als gute Unterstützungsmarke. Überwindet die BTC-Dominanz die rote Abwärtstrendlinie und in der Folge auch den horizontalen Widerstand bei 69,89 Prozent, rückt die 70,91 Prozent wieder in den Blick. Solange der Bitcoin-Kurs jedoch keine nachhaltige Bewegung initiieren kann und innerhalb der Range der letzten beiden Handelstage verläuft, wird sich auch seine Dominanz nicht nachhaltig verändern. Erste wenn die Bitcoin-Bullen es schaffen den Kurs der Leitwährung in den kommenden Tagen nachhaltig zurück über die 36.500 USD zu bewegen, ist mit einem erneuten Anstieg der Dominanz zu rechnen.

Steigt die Dominanz der Leitwährung dynamisch über den Widerstand bei 70,91 Prozent an, ist ein Durchmarsch bis an den Widerstandsbereich bei 72,01 Prozent einzuplanen. Erst wenn auch diese Chartmarke per Tagesschlusskurs überwunden wird, ist mit einem erneuten Angriff auf das Jahreshoch zu rechnen. Wird der Widerstand bei 72,66 Prozentpunkten durchbrochen ist ein Anstieg an die 73,64 Prozent wahrscheinlich. Erst wenn auch das Verlaufshoch dynamisch überwunden wird, steht dem Anstieg bis an das mehrfach erwähnte maximale Kursziel bei 75,15 US-Dollar nichts mehr im Weg. Auch diese Woche gilt, solange die BTC-Dominanz per Tagesschlusskurs oberhalb der 67,47 Prozent handelt, ist eine Machtverschiebung in Richtung der Altcoins weiter unwahrscheinlich.

BTC-Dominanz: Bearishes Szenario

Sollte die BTC-Dominanz in den kommenden Handelstagen unter den Key-Support bei 68,01 Prozent rutschen und auch die 67,47 Prozent dynamisch unterbieten, ist ein Rückfall bis an die 66,50 Prozent einzuplanen. Sollte der Bitcoin-Kurs in den kommenden Tagen abermals zurück in Richtung 30.000 USD konsolidieren, könnte auch die BTC-Dominanz weiter fallen. 66,32 Prozent sowie 65,57 Prozent rücken sodann wieder in den Blick. Dieses Chartlevel war in der Vergangenheit schon häufiger Dreh- und Angelpunkt. Sollten diese Supportmarken dynamisch unterboten werden, ist ein Rückgang bis an das Ausbruchslevel bei 65 Prozentpunkten wahrscheinlich.

An dieser starken Supportmarke ist mit einem erneuten Anstieg der BTC-Dominanz zu rechnen. Hier verlaufen der EMA200 (blau) sowie die übergeordnete Abwärtstrendlinie, welche bisher nicht auf Konsistenz getestet wurde. Fällt die Dominanz der Leitwährung widererwarten zurück unter die 65 Prozent, rückt die wichtige Unterstützung bei 64,03 Prozent wieder in den Blick. Die Bitcoin-Bullen werden an diesem Keysupport abermals versuchen, die Dominanz wieder in Richtung der 68 Prozent ansteigen zu lassen. Rutscht die BTC-Dominanz hingegen dynamisch unter dieses Supportlevel, ist ein Kursrückgang an das maximale bearishe Kursziel bei 62,02 Prozent vorstellbar. Wie in den Vorwochen auch, stellt diese Unterstützungsmarke das maximale bearishe Kursziel dar.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,82 Euro.


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