Marktupdate Bitcoin-Kurs (BTC) im freien Fall: Das sind die Gründe
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Fllschirmspringer springt Fallschirm

Quelle: Shutterstock

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Die Verkaufslaune der Miner und Anleger hat den Bitcoin-Kurs in die Talsohle gedrückt. Doch der Terminmarkt zeigt: Investoren wetten auf einen baldigen Aufschwung.

Der Bitcoin-Kurs (BTC) hat sich in den letzten 48 Stunden auf Bodensuche begeben. Nachdem das Asset noch Mittwoch auf 12.000 US-Dollar aufgeschlossen hat, ging es im Nachgang steil bergab. Mit einem Kursabschlag von knapp 1.800 US-Dollar ist die Krypto-Leitwährung seither um über 12 Prozent gefallen und notiert zu Redaktionsschluss bei 10.506 US-Dollar.


Bitcoin-Kurs im Wochenchart

Im Monatsvergleich fällt der Bitcoin-Kurs um 7 Prozent und hat somit die Gewinnzuwächse im August nivelliert. Aber nicht nur die größte aller Kryptowährungen musste deutlich Federn lassen. Nahezu der gesamte Krypto-Markt hat mit schweren Verlusten zu kämpfen. So wurden seit Mittwoch Abend rund 64 Milliarden US-Dollar aus dem Markt abgezogen. Das entspricht rund 15 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung.

Der Fear and Greed Index hat entsprechend reagiert und fällt auf einen Wert von aktuell 40 Zählern. Noch gestern stand das Anleger-Barometer auf einem Wert von 79. Binnen eines Tages hat sich der Wert somit fast halbiert.

Latest Crypto Fear & Greed Index

Der Abwärtstrend spiegelt sich an den US-amerikanischen Börsen wieder. Der Dow Jones verbuchte am Donnerstag den größten Abrutsch sei Juni und fiel um 2,8 Prozent auf 28.292 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 fiel indes um 3,5 Prozent auf 3.455 Zähler, während der Nasdaq sogar um 5 Prozent auf 11.458 Punkte fiel.

Quelle: Tradingview

Schwache Vorgaben am US-Arbeitsmarkt und Gewinnmitnahmen haben die Tech-Aktien-Rallye der letzten Wochen gebremst. Vor allem die Einzelwerte der FAANG-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google) sind deutlich eingeknickt. Dass der Krypto-Markt im Gleichschritt zu Boden ging, deutet auf eine hohe Schnittmenge unter Anlegern hin, die ihre Gewinne der letzten Wochen mit nach Hause nehmen.

Miner verscherbeln ihre Bestände

Doch ein Unglück kommt selten allein und so haben sich die Dynamiken am Markt mal wieder gegenseitig nach oben, oder eben nach unten geschaukelt. Das Erreichen der 12.000-Marke hat nicht nur unter Anlegern, sondern auch unter Minern eine Abverkaufswelle ausgelöst. Wie die Blockchain-Analysten von CryptoQuant feststellten, sind allein von Poolin-Wallets, einer der drei größten Mining-Farmen, 641.000 Bitcoin an Exchanges transferiert worden – umgerechnet über 7,2 Milliarden US-Dollar.


Termingeschäfte als Abwärtskatalysator für Bitcoin-Kurs

Die jüngste Bitcoin-Kurs-Rallye hat Anleger an den Terminmärkten optimistisch gestimmt und veranlasst, auf steigende Kurse zu wetten. Laut Datamish setzte sich der Futures-Handel um den 3. September zu 75 Prozent aus Long-Positionen zusammen. Mit dem Kurssturz folgte somit eine massenhafte Liquidierung von Long-Positionen.

Als der Bitcoin-Kurs unter die Marke von 10.500 US-Dollaar rutschte, wurden allein an der Bitcoin-Börse BitMEX Kontrakte im Wert von 131 Millionen US-Dollar liquidiert.

Dreh- und Angelpunkt der Kursturbulenzen war somit die 12.000-Marke, an der sich der Bitcoin-Kurs in den letzten Wochen mehrmals die Zähne ausgebissen hat. Kaum erreicht, hat sich sogleich eine Kettenreaktion verschiedener Marktdynamiken ausgelöst und den Kurs nur knapp über 10.000 US-Dollar aufprallen lassen.

Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten, die sich auf den Krypto-Markt übertrugen, Abverkäufe von Minern gepaart mit Liquidierungen von Terminkontrakten haben der größten aller Kryptowährungen den Boden unter den Füßen weggezogen.

Die Zahnräder könnten aber nach dem Absturz wieder genau so gut ineinander greifen und den Bitcoin-Kurs an sein vorheriges Niveau anschließen lassen. Trotz Kursabschlag bestehen aktuell 78 Prozent der Futures-Kontrakte aus long Positionen. Die Hoffnung auf einen bald steigenden Kurs haben sich scheinbar nicht zerstreut.

Dass der Bitcoin-Kurs die psychologisch wichtige 10.000-Marke verteidigen konnte, ist ebenfalls ein gutes Signal. Den Marktcrash Mitte März noch vor Augen, ist die Kryptowährung mehr als weich gefallen. Als Teil einer gesunden Marktentwicklung kühlt der derzeitige Konsolidierungszyklus zudem den Markt wieder ab, der sich jüngst durch den DeFi-Hype aufgeheizt hat.


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