467 Nachrufe auf Bitcoin 

“Bitcoin ist tot”: Bietet der BTC-Crash die größte Kaufchance des Jahres?

Nach dem Bitcoin-Kurssturz warnen Experten vor einem bitteren Ende. Doch für mutige Anleger könnte sich jetzt eine seltene Gelegenheit eröffnen.

Tobias Zander
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Ein Totenschädel mit zwei Bitcoin-Münzen auf den Augen und Dollarscheinen im Mund

Beitragsbild: Shutterstock

| Schon mehrere hundert Male wurde Bitcoin für "tot" erklärt

Dass der Bitcoin-Kurs erstmals seit November 2024 unter die 70.000 US-Dollarmarke rutschte, sorgte bei vielen Anlegern für Enttäuschung – und gab Kritikern den langersehnten Anlass zum Jubeln. Hatten sie es denn nicht schon immer gesagt, dass Bitcoin ein bloßes Spekulationsobjekt ist, das keinen inhärenten Wert besitzt und früher oder später platzen wird wie die Tulpenblase im Holland des 17. Jahrhunderts?

“Bitcoin ist immer noch um etwa 69.000 US-Dollar zu hoch bewertet”, titelt Financial-Times-Redakteurin Jemima Kelly in einem vielbeachteten Beitrag. Darin prognostiziert sie ein schmerzhaftes Ende für die Kryptowährung, die “zerschmettert auf dem Boden liegen” werde. Von einer finalen Todesspirale, wie sie Starinvestor Michael Burry in Aussicht stellte, wolle sie zwar noch nicht sprechen – doch der Nachschub an “größeren Narren”, auf den Bitcoin zwangsläufig angewiesen sei, versiege nun allmählich.

Während Ökonom Maurice Höfgen den Zusammenbruch des “größten Schneeballsystems der Geschichte der Menschheit” in Aussicht stellt, spricht sein Fachkollege Nouriel Roubini von einer beginnenden “Krypto-Apokalypse”, welche all die Betrüger entlarven würde, die ernsthaft für die neue Pseudo-Assetklasse geworben hatten. Doch kaum jemand teilt mit solcher Freude gegen Bitcoin-Hodler aus, wie der Edelmetallanhänger und langjährige Krypto-Kritiker Peter Schiff.

Nach dem 50-Prozent-Crash sei es jetzt endgültig an der Zeit, Bitcoin für Gold und Silber zu verkaufen, “bevor er die andere Hälfte seines Marktwerts verliert”. In einem regelrechten X-Beitrags-Sperrfeuer feierte er die Edelmetallrallye der vergangenen Monate und verglich sie immer wieder mit den Kursverlusten der ältesten Kryptowährung. Die Zahlen sind aktuell auf seiner Seite: Sowohl auf Jahressicht als auch auf Fünfjahressicht hat Gold gegenüber Bitcoin deutlich die Nase vorn.

Bitcoin-Abgesänge als Investmentstrategie?

Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass Schiff bereits im November 2013 bei einem BTC-Kurs von unter 400 US-Dollar vor einem baldigen Platzen der Blase warnte. Hätte er damals investiert, läge seine heutige Rendite bei nahezu 20.000 Prozent. Laut der Website “Bitcoin Is Dead” wurde die Erfindung von Satoshi Nakamoto seit 2009 sogar bereits 467-mal öffentlich für tot erklärt.

Wer jedes Mal auch nur 100 US-Dollar investiert hätte, wenn der finale Untergang von Bitcoin verkündet wurde, säße heute auf mehr als 1.000 BTC im Gesamtwert von 73 Millionen US-Dollar. Zugegeben: Der Großteil dieser spektakulären Rendite käme durch die frühen Käufe in den 2010er Jahren zustande. Doch der antizyklische Investmentansatz hinter dieser “Strategie” enthält für Anleger auch im Februar 2026 eine wichtige Lektion.

Immer wieder wird Bitcoin für tot erklärt – bislang erfolglos I Quelle: bitcoindeaths.com

Eigentlich kennt sie doch jeder, die Börsenweisheiten à la “Kaufen, wenn die Kanonen donnern” oder “Sei gierig, wenn andere ängstlich sind”. Und doch ist es in der Theorie deutlich einfacher, sich daran zu orientieren, als in der Praxis. Es fühlt sich eben richtig an, den S&P 500 nahe 7.000 Punkten zu kaufen. Oder Gold bei einem Preis von 5.000 US-Dollar pro Unze. Oder Bitcoin, als das Allzeithoch bei 126.000 US-Dollar erreicht wurde und viele Experten eine zeitnahe Kursrallye auf 200.000 US-Dollar oder mehr prophezeiten.

Wer Bitcoin kauft, wenn der Kurs stark gefallen ist und Panik am Markt herrscht, der bekommt dafür zunächst eben keine Bestätigung. Vielleicht muss er Wochen oder gar Monate dabei zusehen, wie sein Portfoliowert beständig fällt, denn es ist kaum wahrscheinlich, genau den Boden zu treffen, bevor es wieder aufwärtsgeht. Das erfordert starke Nerven – und eine klare, langfristige Überzeugung.

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Bitcoin ist nach wie vor ein absolut knapper und zugleich dezentraler Vermögenswert, der die positiven Eigenschaften von Gold übernimmt und dessen negative Eigenschaften wie die mangelnde Transportierbarkeit ausgleicht. Die Hashrate beträgt trotz erschwerter Bedingungen noch immer rund 120 TH/s, sodass das Netzwerk so sicher ist wie nie zuvor. Die Spot ETFs verloren trotz des massiven Abverkaufs gerade einmal 4 Prozent ihrer BTC-Bestände. Michael Saylor und Strategy akkumulieren weiterhin wöchentlich Bitcoin.

Wer davon überzeugt ist, dass Fiatwährungen auch weiterhin das tun, was sie seit ihrer Geburtsstunde getan haben – kontinuierlich an Kaufkraft verlieren –, sollte womöglich eher jetzt FOMO empfinden, als beim nächsten Allzeithoch. Das Narrativ des digitalen Goldes ist nicht tot, weil Bitcoin kurzfristig stärker mit Tech-Aktien korreliert als mit seinem physischen Pendant. Es erfordert lediglich mehr Geduld als erwartet. Die derzeit nur 5.900 Euro, die Anleger für 0,1 BTC auf den Tisch legen müssen, könnten sich in einigen Jahren rückblickend als großartiger Winterschlussverkauf herausstellen. Wem ein großer Einmalkauf als zu riskant erscheint, der kann alternativ über einen wöchentlichen Sparplan auch Schritt für Schritt seine individuelle Bitcoin-Reserve ausbauen.

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