Alternativen zu Ethereum – ICOs auf NEO, Stellar & Co.
Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Quelle: Global network connections with points and lines. Wireframe background. Abstract connection structure. Polygonal space background. Vector illustration via Shutterstock

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Noch ist Ethereum die dominante Plattform für die Durchführung von ICOs. Doch verschiedene weitere Blockchains signalisieren bereits, dass sich in Zukunft auch andere Alternativen aufdrängen könnten. Geht Ethereums Vormachtstellung langsam zu Ende?

Beginnt die Vormachtstellung von Ethereum etwas zu bröckeln? Im Januar machte der ICO des Start-ups Mobius von sich reden, dessen Token Sale Mitte des Monats über die Bühne ging. Der Grund für die gesteigerte Aufmerksamkeit war dabei jedoch weder ein bemerkenswerter Use-Case, noch die eingenommene Summe von 39 Millionen US-Dollar. Vielmehr zeichnete sich der ICO dadurch aus, dass er der bisher Umfangreichste war, der nicht auf Ethereum, sondern auf Stellar durchgeführt wurde.

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Eine lange Zeit über kam man an Ethereum nicht vorbei, wenn man eine Plattform suchte, auf der man ein Blockchain-Projekt aufsetzen und einen ICO durchführen konnte. Ethereum bietet eine passende und bequeme Infrastruktur, die den Grundgerüst-Aufbau einer eigenen Blockchain vorwegnimmt. Zudem gibt es mit ERC20 auch einen einheitlichen Standard, auf den sich Token, die auf Ethereum aufgebaut werden, berufen können. Inzwischen stehen mit EOS, TRON und ICON drei ERC20-Token in den Top 15, mit VeChain, Populous, und OmiseGO drei weitere in den Top 30. Von den Token, die in den Top 100 gelistet sind, basieren außer Tether (Omni) und Gas (NEO) alle auf Ethereum.

Diese Dominanz bedeutet jedoch nicht, dass es keine vielversprechenden Alternativen gibt. Derzeit gibt es – neben Ethereum – dreizehn Blockchains, auf denen bereits ein erfolgreicher gelisteter ICO stattgefunden hat. Neben den oben bereits genannten Stellar, NEO und Omni sind dies unter anderem NEM, Qtum, BitShares und Waves. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in naher Zukunft weitere namhafte Blockchain-Projekte ICOs ermöglichen werden.

Speziell NEO geht mit dem Selbstverständnis heraus, eine echte Alternative zu Ethereum darzustellen – bei allen Unterschieden zwischen beiden Plattformen. So wurden auf der chinesischen Blockchain-Plattform im Januar gleich vier Token erfolgreich in den Top 200 platziert. Auch Waves ist seit geraumer Zeit beliebt für ICO-Projekte. Omni, auf welchem das US-Dollar-Äquivalent Tether basiert, stellt als eine an Bitcoin angelehnte Open-Source-Plattform einen Sonderfall dar. Der Use-Case besteht nämlich darin, Token für Handelszwecke zu kreieren. Stellar, Qtum und NEM hingegen stehen noch relativ am Anfang, haben jedoch bereits vielversprechende Projekte gestartet.

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Die Situation, der sich Ethereum 2018 auf dem ICO-Markt ausgesetzt sehen könnte, erinnert ein wenig an das, was dem Bitcoin 2017 auf dem gesamten Krypto-Markt widerfahren ist. Nachdem BTC jahrelang stets mehr als 90 % des in Krypto investierten Marktkapitals auf sich vereinte, konnten – angeführt von Ethereum – Altcoins im Verlauf des Jahres einiges an Boden gutmachen. Zu einem vielbeschworenen Flippening – dem Vom-Thron-Stoßen des Bitcoins durch eine andere Kryptowährung – ist es dennoch nie gekommen. Trotz Einbußen hält der Bitcoin seit Beginn des Jahres konstant etwa ein Drittel des Marktkapitals und fungiert noch immer als Leitwährung des Krypto-Markts.

Umgemünzt auf Ethereum bedeutet dies, dass sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch an der dominanten Rolle in Sachen Initial Coin Offering nicht viel ändern wird. Der ERC20-Standard wird auch weiterhin eine maßgebliche Bezugsgröße bleiben, wenn es darum geht, einen neuen Token auf der Basis einer bestehenden Blockchain zu kreieren. Die Möglichkeit, auch andere Blockchains für ICOs zu nutzen, verringert jedoch den Automatismus, mit dem die Wahl auf Ethereum fällt. Somit findet auf dem ICO-Markt eine zunehmende Dezentralisierung statt, die dem Grundgedanken einer jeden Blockchain-Anwendung Rechnung trägt.

BTC-ECHO


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