Nachrichten-Tracking Mit Blockchain gegen „Fake News“

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Schattenspiel ein Ritter auf seinem Pferd bekämpft einen Drachen mit seinem Schwert

Quelle: Shutterstock

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Italiens größte Nachrichten- und Presseagentur hebelt die Verbreitung von Falschmeldungen mit dem Einsatz der Blockchain-Technologie aus und will so das Vertrauen der Leser zurückgewinnen.

Während die Weltgemeinschaft gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie ankämpft, wird die Medienlandschaft von einem anderen Infekt bedroht: Fake News. Angesichts der aktuellen Krisensituation, deren Bewältigung auch maßgeblich vom Informationsaustausch zwischen Behörden und der Bevölkerung und somit von einer gewissenhaft durchgeführten journalistischen Aufbereitung abhängt, erhalten grassierende Falschmeldungen eine neue Tragweite – mit teils gefährlichen Folgen. Verbreiter solcher „Fake News“, die die Expertise von Wissenschaft und Forschung untergraben, spielen sorglos mit Menschenleben.

Um der Verbreitung von Fake News entgegenzuwirken, zertifiziert Italiens größte Nachrichtenagentur, Agenzia Nazionale Stampa Associata (ANSA), Meldungen künftig auf Blockchain-Basis. Die Technologie wird somit zur Waffe im politischen Diskurs um die Deutungshoheit.

Blockchain vs. Fake News

Italien ist das europäische Epizentrum der Corona-Pandemie. Laut John Hopkins Universität beklagt das Land inzwischen mehr als 135.000 Covid-19-Fälle und über 17.000 Todesopfer. Die Dringlichkeit verlässlicher Berichterstattung ist in Anbetracht der Corona-Krise so hoch wie selten zuvor. Italiens führende Nachrichten- und Presseagentur ANSA, unter dessen Konsortium 24 Verlage vertreten sind, hat in Zusammenarbeit mit EY Advisory S.p.A. (EY) ein Blockchain-basiertes Tracking-System für Nachrichtenmeldungen entwickelt und eingeführt.


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Getreu dem Krypto-Credo „Don’t Trust, Verify“ können Leser die Quellen der Meldungen künftig anhand des ANSAcheck-Etiketts überprüfen. Das erklärte Ziel sei es, das „Vertrauensverhältnis zwischen der Organisation und den Lesern und Kunden zu stärken“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Stefano de Alessandri, Chief Executive Officer der ANSA, ergänzt:

In den letzten Tagen wurden wir Zeuge der häufigen betrügerischen Verwendung unserer Marke, um falsche Nachrichten wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ab heute können wir die Herkunft der Nachrichten verfolgen und gleichzeitig die Professionalität unserer Journalisten unterstützen. Dies ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Fake News.

Die ANSA-Lösung nutzt die EY OpsChain Traceability-Technologie, die auf der Ethereum-Blockchain läuft. Wenn sich die Leser Nachrichten in ihrem Browser anzeigen lassen, können sie die Meldungen auf Vorhandensein oder Fehlen der digitalen Signatur prüfen. Das Siegel wird durch die Überprüfung der Parameter der auf der ANSA-Website veröffentlichten Nachrichten zugewiesen. Wenn diese Parameter mit den Parametern übereinstimmen, die während der Erstellung der Nachrichten in der Blockchain erfasst wurden, erhalten die publizierten Nachrichten das ANSAcheck-Siegel, das die Herkunft der Nachrichten bescheinigt.

Die italienische Nachrichtenagentur ist im Blockchain-basierten Kampf gegen Fake News nicht alleine auf weiter Flur. So hat das Flaggschiff unter den überregionalen Tageszeitungen, die New York Times, bereits im letzten Jahr die Entwicklung einer dezentrale Plattform für Metadaten von Medieninhalten im Rahmen des „News Provenance Project“ angekündigt.


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