Google-Eklat Metamask darf im App Store bleiben

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Shutterstock

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Erst Krypto-YouTube, dann Metamask: Google lässt zum Jahresausklang den Bannhammer schwingen. Zumindest in der Causa Metamask gibt es nun Entwarnung: Der IT-Gigant hat das Verbot der Ethereum App aufgehoben. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass dezentrale Ökosysteme einen schweren Stand in einem zentraliserten Internet haben.

Google hat zum Jahresende für Empörung in der Krypto-Community gesorgt. Zunächst zensierte der IT-Konzern die Inhalte zahlreicher YouTube-Kanäle, die sich dem Thema Bitcoin & Co. widmen. Diese, so heißt es zur Begründung, hätten „schädliche oder gefährliche Inhalte“ produziert und den „Verkauf von regulierten Gütern“ motiviert.

Als wäre das nicht noch nicht genug, verbannte Google auch die Browser-Erweiterung Metamask aus dem App Store für Android. Metamask gehört zu den essentiellen Tools, mit denen Benutzer Zugriff auf dezentralisierte Apps (dApps) im Ethereum-Ökosystem erhalten. Google bezog sich dabei auf einen Passus in seinen Richtlinen zu verbotenen Inhalten:

Wir gestatten keine Apps, die Kryptowährungen auf Geräten minen. Apps, mit denen das Mining von Kryptowährung per Fernzugriff verwaltet werden kann, sind zulässig.

Dass man mit Metamask gar kein Mining von Kryptowährungen betreiben kann – geschenkt. Entsprechend groß war die Empörung der Entwickler des Tools. Eine Beschwerde wurde vom IT-Monopolisten zunächst abgewatscht und zwar mit der gleichen, hanebüchenen Begründung: kein Mining auf Android.

In der Ablehnung der Berufung wurde die gleiche Politik angeführt: Kein Mining bei @Android. Das tun wir nicht. Es ist unklar, ob der Gutachter die Richtlinie nicht versteht oder ob sie eine ungeschriebene Richtlinie durchsetzen. So oder so, es ist Zeit für #ProtectWeb3,


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erklärten die irritierten Entwickler am 26. Dezember per Tweet. Und legten nach:

Also bitte, erhebt eure Stimme und zeigt Google, dass ihr eine Plattform, die Disintermediation [die Abschaffung von Mittelsmännern] zensiert, nicht unterstützen werdet. Es gibt viele andere großartige Browser mit @Firefox und @brave. […]

Metamask-Verbot: Google rudert zurück

Offenbar hat der Aufruf der Metamask-Entwickler Wirkung gezeigt – wenn auch mit einiger Verspätung:

Hallo, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihrem Einspruch stattgegeben wurde, herzlichen Glückwunsch! Ihre App wird wieder im Play Store verfügbar sein, sobald Sie sie erneut eingereicht haben. Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Google hat damit gerade noch einmal die Kurve gekriegt. Der Vorfall bildet indes ein weiteres Beispiel für die Probleme, die ein zentralisiertes Internet mit sich führt. Mit derartigen Zensurversuchen erreicht Google letztlich nur eines: ein Erstarken der dezentralisierten Konkurrenz.


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