Token Offering Initial ALEX Offering: Jungunternehmer tokenisiert sich

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Der französische Jungunternehmer Alex Masmej will den Sprung nach San Francisco wagen. Dafür hat Masmej mit einem „menschlichen Börsengang“ Geld gesammelt – mit Erfolg. Sieht so die Zukunft des Crowdfundings aus?

Kickstarter, Gofundme, Indiegogo, Patreon… mittlerweile gibt es Crowdfunding-Plattformen wie Salz im Meer. Was sie alle vereint, ist ihre Rolle als vermittelnde Instanz zwischen Investoren und Geldgebern. Der US-französische Jungunternehmer Alex Masmej hat für seinen nächsten Karriereschritt nun ein direkteres Finanzierungsvehikel gewählt, das in Krypto-Kreisen berühmt-berüchtigt ist: Das Initial Coin Offering (ICO).

Jungunternehmer tokenisiert sich selbst


Alex Masmej bezeichnet sich selbst als „Start-up-Gründer im Herzen“, der nun von Paris nach San Francisco ziehen will, um dort an Krypto-Projekten zu arbeiten. Das nötige Startkapital hat sich Mamsmej auf einem ungewöhnlichen Weg besorgt: In einem „Inital ALEX Offering“ verkaufte er seinen persönlichen Token.

Masmej sein Projekt im März auf der Pariser Ethereum-Konferenz EthCC3 vorgestellt. Der Plan: Eine Million ALEX Token sollten für insgesamt 20.000 US-Dollar unters InvestorInnenvolk gemischt werden.

Auf Twitter hat Masmej, der unter anderem eine von Consensys unterstüzte Marketing DAO gegründet hat, nun den erfolgreichen Abschluss des ICO verkündet.

Das erste $ALEX-Offering ist jetzt abgeschlossen! Vielen Dank an die 29 Teilnehmer! 20.000 Dollar in 123 Stunden seit Veröffentlichung des Medium-Artikels gesammelt. Der Air Drop wird bald beginnen.

Alex Masmej via Twitter

In besagtem Blogpost erklärt Masmej, warum es ihn nach Übersee zieht:

Im vergangenen Jahr habe ich einige Zeit im Silicon Valley verbracht – dem besten Ort im Westen, um ein Technologieunternehmen zu gründen. Kurz gesagt, es verfügt über mehr Kapital und Talente, als ich jemals in Europa finden konnte. Mein Leben wurde interessant, nachdem ich 6 Monate in San Francisco verbracht hatte. Das war der Startschuss für meine Krypto-Karriere.

Alex Masmej

Die 20.000 US-Dollar sollen ihm derweil zur finanziellen Absicherung dienen, damit er in San Francisco sein „Potenzial maximieren“ könne, schreibt der Jungunternehmer selbstbewusst. Er will als nächsten Schritt ein Krypto-Start-up mit Mainstream Fokus gründen und dafür in San Francisco auf die Suche nach Mitstreitern gehen.

Was haben die Investoren von ALEX?

Außer dem guten Gefühl, einen jungen Menschen bei der Verwirklichung seiner hochtrabenden Träume zu unterstützen, sollen ALEX-Holder auch Geld verdienen können. So will Masmej 15 Prozent seiner Einkünfte aus den kommenden drei Jahren an die Investoren des Initial ALEX Offerings zurückgeben. Die Auszahlung soll vierteljährlich und in Form des Stable Coin DAI erfolgen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ALEX über die Wechselstube Uniswap gegen andere Kryptowährungen zu handeln.

Ist ALEX ein Scam?

Ein ICO beschreibt die erstmalige öffentliche Ausgabe einer neuen Kryptowährung. Zu vorher festgelegten Konditionen können Krypto-Token eines Projekts von Privatinvestoren – meist gegen Bitcoin, Ethereum oder Fiatgeld – erstanden werden. Häufig geschieht das in der Absicht, die Token später gewinnbringend auf dem freien Markt veräußern zu können. Da das ganze oftmals einem klassischen Aktienverkauf ähnelt, sind ICOs schon lange auf den Agenden der internationalen Finanzregulierungsbehörden vertreten. Nicht selten haben sich die Urheber eines unregulierten ICO mit den Geldern von Privatanlegern über alle Berge gemacht.

In seinem Blog Post weißt Masmej darauf hin, dass auch er sich prinzipiell mit dem Geld aus dem Staub machen könnte, auch wenn es seinen Ruf schädigen würde. Die Gefahr eines Exit Scam scheint bei dem gut vernetzten Krypto-Unternehmer, zu dessen Unterstützern unter anderem der Coingecko COO Bobby Ong gehört, allerdings nicht besonders groß zu sein.

Regulatorische Bedenken hat Masmej keine. Es handele sich bei ALEX um kein Wertpapier im klassischen Sinne, sondern um ein Experiment, meint Masmej im Blogpost. Zur Not könnte die Aktion als Spendenaktion laufen, sagte zudem auf der Pariser Ethereum Konferenz.

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