Google verbietet Sicherheitsfeatures auf Bitcoin-Wallet Samourai

Quelle: Photoshop-Fred

Google verbietet Sicherheitsfeatures auf Bitcoin-Wallet Samourai

Das Unternehmen Samourai Wallet, ein Anbieter von Wallets für Bitcoin und andere Kryptowährungen, muss wegen Google künftig auf einige seiner Features verzichten. Denn der größte Suchmaschinenanbieter hat seine Richtlinien geändert. Diese tendieren eindeutig zu mehr Zentralisierung.

Google und die Dezentralisierung finden nicht so recht zusammen. Kein Wunder: Der Internet-Gigant, der in Europa einen Marktanteil von über 90 Prozent besitzt, ist schließlich ein zentralisiertes Unternehmen. Pro Tag bearbeitet Google mehr als drei Milliarden Suchanfragen. Wer sich näher mit dem Thema Suchmaschinen bzw. Google beschäftigt, wird wissen, dass bei jeder Nutzung auch Daten gesammelt werden.

Mit jeder Bewegung, mit jedem Klick und (vor allem) mit jeder Suchanfrage hinterlassen wir eine digitale Spur im Netz. „Geheimer Modus“ hin oder her – unser digitaler Fußabdruck im Netz wird größer und vor allem: detaillierter. Unter Umständen können unsere Daten im Netz mehr über uns aussagen, als es die engsten Vertrauten könnten. Und damit ist Google nicht allein: Branchengrößen wie Amazon und Facebook sind mindestens genauso fleißig am Datensammeln.

Dezentralität nicht erwünscht

Und diese Daten werden – man ahnt oder weiß es – auf zentralisierten Servern gesammelt. Dezentralität, wie sie Satoshi Nakamoto mit Bitcoin auf den Weg gebracht hat, passt hier einfach nicht ins Konzept. Kein Wunder also, dass der Krypto-Wallet-Hersteller Samourai nun einige Funktionen der Wallet einschränken muss. So schreibt Samourai Wallet auf der eigenen Homepage:

„Mit großem Bedauern entfernen wir die folgenden Features der Samourai Wallet in der Version 0.99.04 […] aufgrund der neuen extrem restriktiven Richtlinien von Google, die sie in ihrem Vorhaben, ein besserer Walled Garden [ein geschlossenes System, indem Nutzer nur Funktionen nutzen können, die der Betreiber zulässt] zu werden, beschlossen haben: Stealth ModeSIM, Switch Defense und Remote SMS Commands“

Privatsphäre? Nein danke!

Laut eigenen Angaben sei Samourai Wallet bisher die einzige Bitcoin Wallet gewesen, die diese Features anbot. Sie alle dienen in der einen oder anderen Weise der Privatsphäre und verhindern das Sammeln von Daten. Samourai Wallet beschreibt ihr Produkt „als einzigartiges Angebot anstelle des gleichen alten, in dieser Branche weit verbreiteten, lahmen Copy-Paste-Angebot […].“ Das System biete außerdem „Schutz und Sicherheit für die unzähligen Benutzer, die sich auf diese Funktionen verlassen.“

Doch damit ist für Nutzer von Google Play erst einmal Schluss. Denn auf Google Play kann man nur die „zensierte“ Version herunterladen. Wie Samourai Wallet weiter berichtet, hatten sie eine Ausnahme bei Google beantragt, die jedoch ohne weitere Begründung abgelehnt worden sein soll:

„Google ist dies [die Bemühungen um Privatsphäre] jedoch egal, und Samourai Wallet wäre aus dem Google Play Store entfernt worden, wenn wir diesem Diktat nicht nachgekommen wären.“

In der Zukunft will Samourai Wallet jedoch ein eigenes Modell zum Vertrieb bzw. Download ihrer Produkte anbieten, um sich von Google unabhängig zu machen. Vorerst sollen Nutzer jedoch, so kann man der Ankündigung weiter entnehmen, den Stealth Mode ausschalten, um über den Play Store auf die neue Version upzudaten.

Wie ein Mitarbeiter von Samourai Wallet jedoch feststellt, können die gesperrten Features schlimmstenfalls über Leben und Tod entscheiden. Denn gerade in Ländern, die etwa unter totalitären Regimen inklusive Zensur leben, können geheime Nachrichten sowie anonyme Transaktionen, die etwa der Stealth Mode möglich macht, dabei helfen, in solchen Systemen zu überleben.

Doch die Samourai-Community lässt sich nicht so leicht den Mund verbieten. Als Reaktion veröffentlichte Samourai Wallet direkt eine Möglichkeit, die Sperrungen von Google zu umgehen:

„Wir haben die Version 0.99.03 inklusive Stealth Mode, SIM Switch defense, and SMS Remote Commands verfügbar gemacht und zum direkten Download angeboten. Über die APK auf Github – bitte installiert nur von dieser Quelle und überprüft den SHA-256 Hash zweimal.“

Es dauerte letztlich also genau einen Tag, bis die dezentrale Community dem zentralisierten Datensammler Paroli geboten hat.

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