Gibraltar: Auf dem Weg zum Blockchain-Hotspot?

Offenbar steht die Börse von Gibraltar kurz davor, die Blockchain für den Handel in dem Stadtstaat zu nutzen. So sollen künftig Zahlungen in Gibraltar über die Blockchain-Technologie abgewickelt werden können. Auch von einer eigenen Kryptowährung ist die Rede: der Rock-Token.

Nicht wenige Standorte in Europa haben sich im vergangenen Jahr zur eigenen Blockchain-Adaption offensiv geäußert und anvisiert, eine führende Rolle bei der Umsetzung von Distributed-Ledger-Techlonogien spielen zu wollen. Neben dem innovativen Krypto-Valley Zug in der Schweiz fallen einem in diesem Zusammenhang unter anderem der Inselstaat Malta, der baltische Staat Estland oder auch die ehemals jugoslawische Republik Slowenien ein. Aber auch die zu Großbritannien gehörende Sonderverwaltungszone Gibraltar am südlichsten Zipfel der iberischen Halbinsel schickt sich seit geraumer Zeit an, ein attraktiver Standort für europäische und internationale Blockchain-Unternehmen zu werden.



Nun könnten die Bemühungen neue Früchte tragen. So wird die Gibraltar Financial Services Commission (GFSC) ab dem 1. Januar der erste Rechtsraum sein, der Lizenzen zur Abwicklung und zum Speichern von Transaktionen an Unternehmen ausgibt. Bewerbungskosten, die die Unternehmen zum Erhalten der Lizenzen zu leisten haben, sollen zwischen 10.000 und 30.000 britischen Pfund – der Währung Gibraltars – liegen.

Auch im ICO-Bereich zeigt sich Gibraltar adaptionsfreudig. So rief die Gibraltar Stock Exchange, die Börse des britischen Außengebietes, die Gibraltar Blockchain Exchange ins Leben, an der explizit Token und Kryptowährungen gehandelt werden sollen. Auch für den Börsenbetreiber wäre demnach eine solche Blockchain-Lizenz vonnöten. So plant die GSE, die Blockchain-Technologie schon bald für die eigenen Handels- und Abwicklungssysteme zu nutzen. Als Handelswährung wird zudem eine börseneigene Kryptowährung ins Spiel gebracht, der Rock-Token – benannt nach dem bekannten Felsen der Halbinsel.

Gibraltar setzt somit – verglichen mit seinem Mutterland – einen dezidiert anderen Akzent im Umgang mit der Blockchain-Technologie im Allgemeinen und mit Kryptowährungen im Speziellen. So hatte die britische Finanzmarktaufsicht FCA erst kürzlich vor Bitcoin und anderen Kryptowährungen gewarnt und eine schärfere Untersuchung von Initial Coin Offerings angekündigt.

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Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.