Französischer Zentralbankchef & EZB-Rat Villeroy de Galhau sieht Potential in Stable Coins

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Der französische Zentralbankchef und derzeitige Rat der Europäischen Zentralbank Francois Villeroy de Galhau zieht Stable Coins Bitcoin vor. Würden Kryptowährungen verlässlich von Anlagewerten gedeckt, könnten diese im internationalen Finanzsystem seiner Ansicht nach künftig eine Rolle spielen. Im fortschreitenden Trend der Tokenisierung sieht er in diesem Zuge ebenfalls vielversprechendes Potential.

Vonseiten der Europäischen Zentralbank EZB scheint man seit Jahren ein einstimmiges Krypto-Bashing gewohnt zu sein. Erst in der vergangenen Woche bestätigte Präsident Mario Draghi gegenüber Schülern das bekannte Credo, Kryptowährungen seien kein richtiges Geld und voller Risiken.


Gemäßigtere Töne schlägt jedoch in dieser Woche EZB-Rat Francois Villeroy de Galhau an, dies berichten die US-Wirtschaftsnachrichten Bloomberg. Seiner Ansicht nach gelte es gegenüber Kryptowährungen, keine Generalurteile zu fällen, so der französische Zentralbankchef an diesem Dienstag, dem 14. Mai, auf einer Veranstaltung in Paris.

Dem Bitcoin-Zugpferd etwa zöge er die derzeit von Unternehmen intensiv erforschten Stable Coins vor. Handele es sich bei diesen um verlässlich gedeckte Digitalwährungen wie in Form von Security Token, sehe er durchaus Potential in den Digitalwährungen.

[Stable Coins] unterscheiden sich deutlich von spekulativen Assets wie Bitcoin und sind vielversprechender,

sagt der Zentralbanker. Denn Stable Coins, wertstabile Kryptowährungen, könnten für die staatlichen Geldhäuser künftig interessante Möglichkeiten bereithalten, ihre Nationalwährungen mit wertgleichen digitalen Pendants zu ergänzen. Dezentrale Kryptowährungen wie der Bitcoin wiederum entziehen sich deren Kontrolle und werden von zahlreichen Regulierungsbehörden weltweit als instabiler Risikofaktor bewertet.

Im fortschreitenden Trend der Tokenisierung sieht Villeroy de Galhau in diesem Zuge vielversprechendes Potential. Die französische Zentralbank Banque de France beobachte daher „private Initiativen, die Netzwerke für Stable Coins und von Anlagewerten wie Waren oder Dienstleistungen gedeckte Security Token entwickeln, mit großem Interesse“.

Privater Sektor feilt mit Hochdruck an Stable Coins & Security Token

Derweil arbeitet der private Sektor mit Hochdruck an Anwendungsmöglichkeiten der Technologien. Der wohl bekannteste Stable Coin stammt aus dem Hause J.P. Morgan. Deren JPM Coin ist vom US-Dollar gedeckt und soll „als digitale Brücke“ die Bearbeitung von Transaktionen beschleunigen. Ebenfalls an einem Stable Coin jedoch mit völlig anderem Zielgebrauch feilen soll zur Stunde der Social-Media-Magnat Facebook. Beobachtern zufolge könnte dieser künftig bei Online-Zahlungen auf den diversen Plattformen des Konzerns Anwendung finden.

Gleichzeitig wenden sich immer mehr Unternehmen den Möglichkeiten der Tokenisierung, der digitalen Verbriefung traditioneller Anlageklassen, zu. Erst vergangenen Monat etwa gelang dem französischen Bankenriesen Société Générale die Überweisung von 100 Millionen Euro verpackt in Krypto-Bonds. Damit befeuerte die Großbank die Diskussion um die Herausgabe von Security Token um ein Weiteres.

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