„Einfach zu gefährlich“: EZB-Direktor fordert Antwort auf Facebook Coin

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„Einfach zu gefährlich“: EZB-Direktor fordert Antwort auf Facebook Coin

EZB-Direktor Benoit Cœuré warnt Gesetzgeber davor, regulatorische Leerstellen gegenüber Konzernwährungen wie Facebooks Libra offen zu lassen. Dies sei „einfach zu gefährlich“. Vielmehr gelte es, gesetzliche Vorschriften anzupassen und die Expansion des Tech-Riesen so in geordnete Bahnen zu lenken. Doch nicht nur in Europa bangt die Politik im Angesicht des Währungsprojekts. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks schlägt Libra dieser Tage hohe Wellen.

Facebooks Währungsprojekt Libra erschüttert dieser Tage nicht nur den Banken- und Finanzsektor. Auch die Politik bangt um ihr staatliches Geldmonopol. Eine private Währung in der Hand von Konzernen abseits der eigenen Kontrolle – hiervor graut es Regierungen weltweit.

Nachdem in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Politiker ihre Bedenken gegenüber Libra geäußert haben, stimmt nun auch Benoit Cœuré, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), in den warnenden Tenor seiner Amtskollegen ein.

Wie die US-Wirtschaftsnachrichten Bloomberg berichten, forderte Cœuré am vergangenen Sonntag, den 08. Juli auf einer Veranstaltung im französischen Aix-en-Provence eine baldige Gesetzesantwort auf Libra. Von Seiten der Regulatoren gelte es, die Expansion internationaler Tech-Konzerne wie Facebook in den Finanzsektor schnellstmöglich vorzubereiten.

Es steht außer Frage, dass wir es [Facebook] erlauben, Libra in einem gesetzlichen Vakuum zu entwickeln, weil dies einfach zu gefährlich ist […] Jetzt müssen wir uns schneller bewegen, als wir es zuletzt getan haben,

mahnt der 50-jährige Franzose Gesetzgeber zum Handeln. Nach Mario Draghi gilt er als zweitmächtigster Mann der EZB und prägt deren geldpolitischen Kurs entscheidend mit.


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Seiner Ansicht nach lege der momentane Vormarsch digitaler Währungen sowohl Mängel der bestehenden Regulierung als auch das Scheitern von Seiten der Banken gegenüber technologischer Innovation offen. Noch sei jedoch Nichts verloren:

All diese Projekte sind ein nützlicher Weckruf für die Aufsichtsbehörden. Sie ermutigen uns dazu, Fragen zu stellen und unsere Arbeitsweise zu verbessern,

gibt sich der EZB-Rat selbstbewusst.

Libra schlägt politische Wellen: US-Abgeordnete fordern Stopp

Unmittelbar nach dessen Veröffentlichung im Juni hatte allen voran der französische Finanzminister Bruno Le Maire mahnende Worte gegenüber Libra gefunden. So stehe es außer Frage, dass das Projekt eine souveräne Währung werden dürfe. Facebook sei ein privates Unternehmen, die Herausgabe von Währungen liege wiederum einzig in den Händen des Staates. Der Gouverneur der französischen Zentralbank, Francois Villeroy de Galhau, hatte daraufhin Pläne einer Forschungseinheit im Rahmen der G7 ins Spiel gebracht. Diese soll den Staats- und Regierungschefs der westlichen Industriestaaten noch im Juli einen Bericht zu privaten Währungsprojekten vorlegen.

Doch auch auf der anderen Seite des Atlantiks schlägt Libra dieser Tage hohe Wellen. Derzeit fordern fünf US-amerikanische Demokraten Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem öffentlichen Brief dazu auf, Libra auf Eis zu legen. Mehr als 30 weitere zivilgesellschaftliche Gruppen und Organisationen stimmen in diese Forderung ein. Angesichts des Protestes muss sich Facebooks Libra-Verantwortlicher David Marcus nun in diesem Monat einer öffentlichen Befragung des amerikanischen Kongresses stellen.

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