Die SEC vertagt ihre Entscheidung zu Bitcoin-ETF und bittet um Feedback

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat erneut eine Entscheidung über die Zulassung eines börsengehandelten Bitcoin-Fonds (Exchange-traded Fund, ETF) vertagt. Der von der CBOE-Börse eingereichte Vorschlag betraf die Einführung eines physisch gedeckten Bitcoin-ETF namens VanEck SolidX Bitcoin Trust. Die Kommission verbindet ihren Entschluss mit einem Appell an die interessierte Öffentlichkeit, einzelne Aspekte des eingereichten Vorschlags zu kommentieren.


Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC, sich in Sachen Bitcoin-ETF noch mehr Zeit einzuräumen, kommt nicht überraschend. Die Kommission will nichts überstürzen – und das ist auch gut so. In ihrer Stellungnahme zur Verschiebung zeigte die Kommission die Argumentation der Antragstellerin CBOE auf. Im Anschluss ermutigte die SEC die Öffentlichkeit dazu, selbst zu prüfen, ob die Argumente der Börse ausreichten, „um die Investoren und das öffentliche Interesse zu schützen“. Dieser Aufruf hat gute Chancen, auf fruchtbaren Boden zu fallen. Hat die SEC doch bis einschließlich 19. September bereits über 1.400 Kommentare zur Causa VanEck SolidX Bitcoin Trust erhalten. Eine überwältigende Anzahl der Kommentatorinnen und Kommentatoren sprach sich dabei für eine Zulassung des Bitcoin-ETF aus.

18 offene Fragen

Die SEC hat den interessierten Investoren eine Aufzählung von 18 Argumenten der Antragsteller sowie allgemeinen Fragen zur Thematik präsentiert, an denen sie sich in ihren nächsten Kommentaren abarbeiten können.

1. Ist der Bitcoin-ETF wirklich nicht manipulierbar?

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Die CBOE argumentiert, dass der VanEck SolidX Bitcoin Trust besser vor Manipulation gefeit sei als andere physisch gedeckte Börsenprodukte. Dies liege zum einen an der globalen Fragmentierung der Bitcoin-Märkte und der Kontinuität des Bitcoin-Handels. Außerdem mache seine niedrige Transaktionsgeschwindigkeit den Bitcoin weniger anfällig für Manipulationsversuche.

2. OTC und Arbitrage

Als Nächstes nennt die SEC ein Argument des Bitcoin-ETF-Sponsors SolidX. Dieser führt an, dass der zur Preisbestimmung zugrunde gelegte außerbörsliche Handel (Over-The-Counter, OTC) dazu besser geeignet sei als der Index einer (oder mehrerer) Börse(n).

Die SEC fordert außerdem Angaben zur Anzahl der Trader auf OTC-Bitcoin-Märkten, deren Liquidität und stellt die Frage, ob für ausreichend Arbitrage gesorgt ist.

3. IIV und NAV

Kann die Verbreitung von Informationen über die Website des Fonds dazu beitragen, dass Manipulationsversuche unwahrscheinlicher werden? Wie steht es um den „Intra-day Indicative Value“ (IIV) und den„Net-Asset-Value“ (NAV)?

4. Manipulation: Allgemein

Als Viertes fragt die SEC die Kommentatoren nach ihrer allgemeinen Meinung bezüglich der Manipulationsanfälligkeit des vorgeschlagenen Bitcoin-ETF.

5.  Manipulation bei Bitcoin-Futures

Um eine Stellungnahme zur generellen Manipulationsresistenz von Bitcoin-Future-Märkten bittet die SEC die Investoren und Interessierten im fünften Punkt ihrer Liste.

6. Der undurchsichtige Index

Die Kommission möchte von den Investoren wissen, wie sie dazu stehen, dass die Errechnung des verwendeten Indexes („MVBTCO“) mit einer privaten Methode erfolgt und auf den Kursangaben nicht-identifizierter Market Maker basiert? Und: Macht die Uhrzeit der täglichen Preisbestimmung, 16:00 EST, den Bitcoin-ETF anfälliger für Manipulationen?

7. MVBTCO und Ausreißer

Laut des Sponsors SolidX sei die Methode für die Berechnung des MVBTCO-Indexes in der Lage, den Einfluss einzelner „Ausreißer“ unter den OTC-Märkten auf den Preis der Shares einzudämmen. Darüber hinaus biete dies zusätzlichen Schutz vor Manipulation. Sehen die potenziellen Kommentatoren das genauso?

8. Backup-Index

Angenommen der Sponsor SolidX erklärt den MVBTCO-Index einmal für ungeeignet, sehen die Investoren eine befriedigende Anzahl an Alternativen zur Bestimmung des Preises?

9. Die geheime Datenbank

Die SEC will als Nächstes ausloten, wie die Investoren zu der Tatsache stehen, dass der Trust eine geheime Datenbank mit OTC-Kontakten unterhalten will. Dazu gehören neben Hedgefonds, Family Offices und privaten Vermögensberatern auch sogenannte „High Net-worth Individuals“ (HWNI).

10. Die Beziehung zum globalen Bitcoin-Markt

Die SEC will Meinungen darüber sammeln, wie sich ein stark vom globalen Markt abweichender OTC-Preis auswirken würde. Außerdem fragt die Kommission nach Einschätzungen zur Isoliertheit der OTC-Märkte gegenüber erratischen Bitcoin-Kursbewegungen auf dem Weltmarkt.

11. Transparenz und Liquidität

Wie schätzen die Investoren eigentlich die Transparenz und die Liquidität des Bitcoin-Marktes allgemein ein? Taugt die Kryptowährung überhaupt als physische Unterlegung eines Fonds?

12. BTC/USD

Der OTC-Handel macht, wenigstens nach Angaben von SolidX, etwa 50 Prozent des Handelsvolumens von BTC/USD-Tradings aus. Ist das Handelsvolumen dieser Transaktionen ein geeigneter Richtwert für die Bestimmung des Bitcoin-Marktvolumens?

13. Bitcoin-Futures

Wie stehen die Kommentatoren generell zur Regulierung des Bitcoin-Marktes? Und sind Bitcoin-Futures ein Markt von signifikanter Größe?

14. Gemini Exchange

Ist ein weiterer Partner für die Kursbestimmung, die Gemini Exchange, ihrerseits ein Markt von bedeutendem Volumen? Außerdem: Wie wahrscheinlich ist es, das ein Manipulator über die Gemini-Börse gehen müsste, um den Preis des Bitcoin-ETF zu beeinflussen?

15. Die 25-Bitcoin-Hürde

Der VanEck SolidX Bitcoin Trust ist nichts für kleine Geldbeutel. Denn um in den vorgeschlagenen Bitcoin-ETF einzusteigen, muss ein Investor das Äquivalent von 25 BTC locker machen – damit besteht die Zielgruppe des Fonds eindeutig aus institutionellen Investoren. Die SEC fragt die Kommentatoren, wie sie diese Einstiegshürde betrachten.

16. 100 Shares – Reicht das?

Die Börse CBOE möchte mindestens 100 Anteile zum Handelsbeginn bereitstellen. Wie bewerten die Investoren diesen Umstand, vor allem im Lichte der Liquidität und Arbitrage?

17. Anzahl als Funktion des Preises

Wie sehen die Investoren die Begründung der Börse, dass die niedrige Anzahl der Shares lediglich eine Funktion des Preises sei?

18. Versicherung

CBOE gibt an, dass die von ihr verwahrten BTC komplett versichert sind. Wie schätzen die Investoren die Kursauswirkungen für den zugrunde gelegten Bitcoin ein, die angesichts einer solchen Aussicht entstehen könnten?

21 Tage

Die SEC hat für das Einreichen der Kommentare eine Frist von 21 Tagen seit der Veröffentlichung des Reports festgesetzt. Wer der Kommission seine Argumente oder Daten präsentieren will, kann entweder das Formular auf der SEC-Website ausfüllen oder der Behörde einen Brief oder eine E-Mail schreiben.

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