e-krona Die Schwedische Zentralbank arbeitet mit Hochdruck an CBDC

Simon Sonnenberg

von Simon Sonnenberg

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Simon Sonnenberg

Simon studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Als Selbständiger im Bereich Business Development und strategische Kommunikation für den Monetative e.V. sowie als Gründer eines Social Start-up geht es immer um Fragen von (digitaler) Transformation und den damit verbundenen Einfluss auf die Gesellschaft.

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Logo der E-Krona auf schwedischer Flagge

Quelle: Shutterstock

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Die älteste Zentralbank der Welt, die schwedische Riksbank, befasst sich in ihrem jüngsten Bericht intensiv mit der Ausgestaltung einer digitalen Zentralbankenwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC). Die geplante e-krona könnte dabei auch auf einer Distributed-Ledger-Technologie (DLT) laufen.

Immer mehr Zentralbanken erforschen Lösungen für den Wandel im digitalen Zahlungsverkehr. Zuletzt sorgten vor allem die Fortschritte der chinesischen Notenbank für Furore: Die People’s Bank of China (PBoC) hat im April damit begonnen, den digitalen Remnibi in der Praxis zu erproben. Doch auch in hiesigen Breitengraden Thema CBDC heiß diskutiert. Erst vor kurzem bezeichnete der deutsche Bankenverband einen E-Euro als „unabdingbar“. Außerhalb der Eurozone forciert indessen vor allem die Notenbank im bargeldscheuen Schweden die Entwicklung einer digitalen Version der Schwedischen Krone: die e-krona.

Der neueste Bericht der Riksbank macht jedoch deutlich, dass Reise noch immer lang ist.

CBDC im Fokus der Zentralbanken

Wie jede Notenbank hat auch schwedische Riksbank vornehmlich die Stabilisierung des Finanzsystems und die Bereitstellung von Zahlungsmittel zur Aufgabe. Mittlerweile ist Schweden der europäische Vorreiter in der alltäglichen Benutzung von digitalen Zahlungsmitteln. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt erfolgen nur noch circa zwei Prozent der Zahlungen in Bargeld getätigt.


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Dadurch läuft die schwedische Zentralbank Gefahr, ihrem ursprünglichen Auftrag zur Bereitstellung von Zahlungsmittel nicht mehr nachkommen zu können. Als Antwort auf diese Entwicklungen untersucht die Riksbank bereits seit 2016 die Einführung von digitalem Zentralbankgeld. In mehreren Zentralbankberichten zur e-krona werden seitdem technologische und ökonomische Fragen rund um CBDC erörtert. In der Auseinandersetzung mit CBDC ist man damit in Schweden unter den europäischen Zentralbanken federführend.

Der neuste CBDC-Bericht: Wettbewerb und DLT

Nach wie vor liegen unterschiedlichste Ausgestaltungsoptionen für CBDC auf dem Tisch. Der neueste sogenannte Sveriges Riksbank Economic Review vom 18. Juni diesen Jahres zeigt dies erneut auf. Auf 98 Seiten werden die Gründe für die Bereitstellung von CBDC für die Öffentlichkeit als Zugang zu einem „effizienten, bequemen und sicheren Zahlungsmittel“ beschrieben. Dieser Zugang darf auch als Antwort auf die Überlegungen von Big-Tech-Firmen verstanden werden, die vermehrt private Digitalwährungen anstreben. Wie das jüngste Beispiel von Facebooks Libra eindrucksvoll zeigt.

Neben den Forderungen nach Sicherheit und Effizienz eines CBDCs, fand auch das Thema Distributed-Ledger-Technologie mehrmals Erwähnung. Jedoch wurde ein offenes DLT-Netzwerk als nachteilig bezeichnet, da somit jede Transaktion zeit- und ressourcenaufwendig überprüft werden müsse. Ebenso seien Betrug und Hackerangriffe dadurch nur schwer zu verhindern.

Zusammenfassend zeigt sich die Riksbank im aktuellsten CBDC-Bericht zwar technologieoffen und erwähnt in diesem Zuge auch ein 2019 angelaufene Pilotprojekt für eine dezentralisierte Lösung mit dem Unternehmen Accenture. Inwiefern die CBDCjedoch anonym und dezentral ausgestaltet werden kann oder gar soll, bleibt offen.

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