BitLendingClub: Bitcoin-Kreditplattform soll geschlossen werden

Die Peer-To-Peer Bitcoin Kreditplattform BitLendingClub hat bekanntgegeben, den Service im nächsten Jahr einzustellen.



Über eine E-Mail an die Nutzer und später einem Blogpost über die offizielle Website erklärten die Betreiber die Serviceeinstellung mit dem „regularischen Druck“ aus Bulgarien, dem Sitz der Plattform.

BitLendingClub soll 2017 abgeschaltet werden

Wann genau der BitLendingClub den Betrieb einstellt, scheint nach Aussagen der Betreiber noch nicht genau festzustehen. Neue Registrierungen und Kreditanfragen sollen „irgendwann nächste Woche“ nicht mehr verfügbar sein. Mit der endültigen Abschaltung rechne man im August 2017. Bis dahin sollen entsprechende Möglichkeiten eingerichtet werden, mit der Nutzer offene Kredite zurückzahlen können.

Behörden hatten Kontakt zum P2P-Kreditanbieter aufgenommen

In einer E-Mail erklärte CEO Kiril Gantchev, dass die Regulatoren Kontakt mit der Seite aufgenommen hatte, nannte allerdings keine inhaltlichen Details. Gegenüber CoinDesk beschrieb er:

Wir wurden von den Regulatoren Bulgariens kontaktiert und die regulatorischen Anforderungen haben es für uns unmöglich gemacht, die Plattform weiterhin zu betreiben. Weitere Details können wir nicht preisgeben.

Der BitLendingClub wurde im Mai 2014 gelauncht und sammelte damals im Zuge einer Finanzierung Investorengelder mit einer Zielsumme von 200.000 Euro. Der Betrag stammte vom europäischen VC-Fonds LAUNCHub. Im Kampf gegen einige Konkurrenten verfolgte der BitLendingClub das Ziel, P2P Kredite als eine zentrale Anwendung von Kryptowährungen zu etablieren.

Meinung des Autors (Max):

Ohne die Details zu kennen und den BitLendingClub selbst genutzt zu haben, ist zu bedauern, dass innovative Konzepte und Startups an regulatorischen Hürden scheitern. In diesem Fall führte die staatliche Intervention bis zur gänzlichen Abschaltung der Plattform.

Zwar kommt es nicht immer zu Abschaltungen von Plattformen, bedauernswert ist dennoch die rechtliche Unsicherheit, mit der sich Gründer aus dem Digialbereich herumschlagen müssen. Insbesondere Deutschland bietet für innovationsfördernde Menschen durch seinen Gesetzesstil und deren Ausrichtung an Jahrhunderte alte Businessmodelle nur sehr schlechte Bedingungen. Dabei wäre die rechtliche Unterstützung eine Grundlagenschaffung, die als Multiplikatoreffekt viele Innovationen begünstigen würde.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Stan Higgins via CoinDesk

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.

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