Corona Marktupdate Bitcoin-Bullrun voraus? Krypto-Markt mit Rückenwind dank Hilfspakete

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

Quelle: Shutterstock

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Während Behörden und Ämter nach Lösungen ringen, kritische Versorgungssysteme im öffentlichen Raum zu stabilisieren, setzen Notenbanken ihre Waffen ein, um das Virus an den Märkten zu bändigen und den Kollaps der Weltwirtschaft abzuwenden. Die Konjunkturhilfen zeigen allmählich Wirkung und stimmen Anleger zuversichtlich. Auch der Bitcoin-Kurs und andere Kryptowährungen erholen sich.

Die jüngsten Entwicklungen der Corona-Krise und die Auswirkungen auf die traditionellen Märkte, den Bitcoin-Kurs und das Krypto-Ökosystem im Marktupdate.

Coronavirus und die internationale Lage


Die Krisenpakete von Notenbanken und Regierungen zur Unterstützung der Wirtschaft gingen nicht spurlos an den Märkten vorbei. Der US-Leitindex Dow Jones konnte im gestrigen Handelsverlauf den größten Tagesgewinn seit 1933 einfahren, der DAX immerhin das größte Tagesplus seit Oktober 2008. Auch der Krypto-Markt hat einen Teil seiner Verluste wett machen können und sucht seine alte Stärke. Doch während sich ein Funke Optimismus unter Anlegern verbreitet, könnten die weiteren globalen Entwicklungen erneute Einbrüche in der Weltwirtschaft einläuten.

Indien schließt sich ein

Die Bekämpfung des Coronavirus verlangt schon kleinen Ländern und Kommunen logistische Meisterleistungen ab. Mit welchen Mitteln die indischen Behörden 1,3 Milliarden Menschen in Quarantäne halten will, wird sich noch erst herausstellen müssen. Das Press Information Bureau (PIB) der indischen Regierung hat jedenfalls am 24. März den kompletten Lockdown des zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt formell mitgeteilt und nochmals per Twitter an die Welt getragen:

 

Ab sofort gelten die strikten Maßnahmen für zunächst drei Wochen und werden die Versorgungssysteme in vielen Regionen des Landes auf eine harte Belastungsprobe stellen. Besonders schwer könnte das Virus die Slums treffen, in denen die ärmsten Bevölkerungsschichten auf engsten Raum ohne funktionierende oder saubere Wasserversorgung leben und dringend auf medizinische Versorgung angewiesen sind.

Senat und Regierung verabschieden Konjunturprogramm

Die US-Regierung und Abgeordneten im US-Kongress beider politischer Lager haben sich auf das 2-Billionen-US-Dollar schwere Hilfspaket zur Unterstützung der US-Wirtschaft geeinigt. Der umfangreiche Rettungsschirm beinhaltet Einmahlzahlungen an Bürger in Höhe von 1.200 US-Dollar, Liquiditätsspritzen für Unternehmen und Krankenhäuser sowie eine Neuregelung des Arbeitslosengelds. Die Verabschiedung des gigantischen Konjunkturpakets hat für Erleichterung an den Märkten gesorgt, die mit historischen Kurszuwächsen reagierten.

Traditionelle Märkte im Rausch

Die Einbrüche an den Aktienmärkten seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben Anlegern ein dickes Nervenkostüm abverlangt. Am gestrigen Handelstag hat der DAX jedoch geradezu einen Höhenflug hingelegt. Mit knapp 10,98 Prozent Gewinn konnte der deutsche Leitindex 959,42 Punkte zulegen und letztlich bei 9,700,57 Punkten schließen. Auch bei Börsenöffnung setzt der DAX seinen Erfolgskurs fort. So startet der Index knapp über 10.000 Zählern mit einem Plus von 3,17 Prozent bei 10.008,20 Punkten.

Auch die US-amerikanischen Indizes haben positiv auf das beschlossene Konjunkturprogramm der US-Regierung reagiert. Der Dow Jones konnte wieder die Marke von 20.000 Punkten durchbrechen und beendete den Handelstag mit einem Plus von 11,37 Prozent bei 20.704,91 Zählern. Auch der breiter gefasste S&P 500 konnte rund 9,38 Prozent zulegen und bei 2.447,33 Punkten schließen. Zu Beginn des Handelstags steigt der Dow Jones um 1,72 Prozent auf 21.061,00 Punkte, während der S&P 500 immerhin um 0,80 Prozent auf 2.466,89 Zähler aufholt.

Krypto-Markt im Aufholmodus: Bitcoin und Co. auf Bodensuche

Allmählich erholt sich auch der Krypto-Markt spürbar von seinen Verlusten. Nachdem der Bitcoin-Kurs am Montag wieder unter 6.000 US-Dollar rutschte, konnte die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung seinen Erfolgskurs seitdem behaupten und notiert aktuell bei 6.697 US-Dollar. Damit legte Bitcoin knapp 2,3 Prozent in den letzten 24 Stunden zu und nähert sich wieder der 7.000 US-Dollar-Marke.

Auch die Altcoins ziehen nach den dramatischen Einbrüchen wieder an. Bei aktuell 138,73 US-Dollar liegt der Ether-Kurs (ETH) mit 2 Prozent im Plus im Vergleich zum Vortag. Die Kryptowährung XRP aus dem Hause Ripple konnte immerhin 1,5 Prozent zulegen und wird gegenwärtig bei 0,161 US-Dollar gehandelt. Und auch die Währung des Internets der Dinge, IOTA (MIOTA), konnte 2,5 Prozent gut machen und notiert aktuell bei 0,143 US-Dollar.

„Volatilität ist Teil der Bitcoin-DNA“

Die durch den Corona-Crash verursachten Abverkäufe am Krypto-Markt seien laut Paul Hülsmann nicht überraschend gewesen. Der CEO von Finexity erklärt gegenüber BTC-ECHO:

Volatilität ist Teil der Bitcoin-DNA. Im Vergleich zum Devisenmarkt gibt es keine Zentralbank, die Devisenmarktintervention betreibt und entweder mehr Bitcoins druckt oder diese gar wieder einsammelt, um einen stabilen Wechselkurs zu gewährleisten. Die meisten Kryptowährungen sollten meiner Meinung nach aufgrund ihres fixen Angebotes eher wie Rohstoffe angesehen werden. Auch Gold hat in der aktuellen Coronakrise bewiesen, dass es eine positive Korrelation zum Aktienmarkt hat: Wenn Aktien fallen, fällt auch der Goldpreis. Das gleiche erleben wir momentan beim „digitalen Gold“: dem Bitcoin. Der Unterschied ist jedoch, dass vor allem institutionelle Anleger die aktuelle Volatilität der Kryptowährungen auslösen: Sie hofften, dass Kryptowährungen einen „sicheren Hafen“ darstellen. Aufgrund von ihrer Unerfahrenheit im Krypto-Bereich, sind sie nun die Ersten, die große Volumina infolge von Unsicherheit abstoßen […].

Der zeitgleiche Kollaps der klassischen Märkte und des Krypto-Marktes hat folglich deren enge Korrelation zur Schau gestellt. In der Corona-Krise wird sich nun herausstellen, ob sich der Markt der Krypto-Assets vom klassischen Börsengeschehen abkoppeln kann und somit sein Safe-Haven-Narrativ behauptet.

Technische Analyse zum Bitcoin-Kurs

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kurs von Chief Analyst Dr. Philipp Giese.

Bitcoin konnte die bisherige positive Entwicklung fortsetzen und seine Position über 6.000 US-Dollar weiter etablieren. Seit dem 13. März verfolgt er einen Aufwärtstrend, der zwar mehrfach getestet, aber nie nachhaltig unterboten wurde. Die Indikatoren sind wieder größtenteils bullish. Sowohl der MACD als auch der RSI steigen. Wieder ist es nur der Aroon-Indikator, der ein neutrales Ergebnis liefert. Insgesamt kommen wir auf eine bullishe Einschätzung. Als mittelfristige Handelsstrategien kann man folgendes ansetzen:

  • Long Position: Entry 6.893,00 US-Dollar, Targets bei 7.396,10 US-Dollar und 7.988,78 US-Dollar, Stop Loss bei 6.186,76 US-Dollar.
  • Short-Position: Entry bei Fall unter 5.539,09 US-Dollar, Target bei 4,936,00 US-Dollar, Stop Loss bei 5.814,72 US-Dollar.

Tages- und Stundenchart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt.

Im Stundenchart kann es zu einer baldigen Konsolidierung kommen. Zwar sind die Indikatoren auch hier bullish, jedoch sind bearishe Divergenzen zwischen der Kursentwicklung und den Entwicklungen von RSI und MACD zu erkennen. Wir kommen deshalb kurzfristig auf eine eher bearishe Einschätzung. Als Handelsstrategien bietet sich folgendes an:

  • Short-Position: Entry bei Fall unter 6.277,14 US-Dollar, Target bei 5.748,05 US-Dollar, Stop Loss bei 6.400,01 US-Dollar.
  • Long Position: Entry bei 6.893,00 US-Dollar, Target bei 7.139,00 US-Dollar, Stop Loss bei 6.700,44 US-Dollar.

Der Start eines historischen Bullruns?

Die aktuellen Entwicklungen am Krypto-Markt haben sich in den letzten Tagen überschlagen und viele Fragen offen gelassen. Können Krypto-Assets in Krisenzeiten bestehen und als sicherer Hafen dienen? Liegt in der derzeitigen Situation die Chance, dass sich der Krypto-Markt vom traditionellen Markt abkoppelt und stellen Kryptowährungen in Zeiten des unbegrenzten Gelddrucks ein deflationäres Gegenmodell dar?

Am heutigen Mittwoch, den 25.03, lädt der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, Bitkom, zur Online-Diskussion zu der Fragestellung: Kryptowährungen im Coronaviruscrash – das Ende der Safe-Haven-Theorie oder der Start eines historischen Bullruns? Interessenten können sich via Chat an dem Online-Seminar beteiligen, das zwischen 16 und 17.30 Uhr stattfindet. Unter der Diskussionsleitung von Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain bei Bitkom, zählen Andreas Lipkow, Finanzmarktexperte bei der Comdirect und Dennis Daiber, Head of Trading bei Bitwala, zu den Referenten.

Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Charts am 25.03.2020 mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,93 Euro.

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