Marktupdate Bitcoin-Kurs (BTC) unter 9.000 US-Dollar – Könnten Miner den Kurs drücken?

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist unter die Marke von 9.000 US-Dollar gerutscht. Die Perspektivlosigkeit kleiner Miner könnte sich aktuell im Kurs einpreisen.

Der Bitcoin-Kurs befindet sich weiterhin auf Bodensuche und ist um 0,3 Prozent in den letzten 24 Stunden auf 8.923 US-Dollar gefallen. Auf Wochensicht ist der Bitcoin-Kurs somit um 9,2 Prozent eingeknickt. Seit seinem letzten Annäherungsversuch an die 10.000 US-Dollar an vergangenem Mittwoch, hat die Krypto-Leitwährung rund 1.000 US-Dollar an Wert verloren und versucht aktuell, die Marke von 9.000 US-Dollar zurückzuerobern.


Im Sog des Bitcoin-Kurs müssen auch die Altcoins Federn lassen. Der Ether-Kurs (ETH) notiert mit einem 24-stündigen Minus von 1,1 Prozent bei 201,90 US-Dollar und ist im Wochenvergleich um 5,6 Prozent gefallen. Mit einem Rückgang von 0,4 Prozent im Tagesvergleich knickt der XRP-Kurs ebenfalls leicht ein und rutscht auf aktuell 0,194 US-Dollar. In den letzten sieben Tagen verzeichnet der Ripple-Coin somit einen Kursverfall von 5,1 Prozent. Der IOTA-Kurs (MIOTA) hingegen notiert mit einem Minus von 0,8 Prozent auf Tagessicht bei 0,195 US-Dollar und musste 4 Prozent in den letzten sieben Tagen liegen lassen.

Odyssee der Hash Rate zieht Bitcoin-Kurs mit

Das Bitcoin-Netzwerk wurde mit gleich zwei einschneidenden Belastungsproben in den letzten knapp drei Monaten konfrontiert, die noch ihren Schatten auf den Bitcoin-Kurs werfen: Die globale Erschütterung der Finanzmärkte durch die Corona-Krise und die Halbierung der Coinbase Rewards durch das kürzlich stattgefundende Halving. Beides wirkt noch nach und zeichnet sich in Schwankungen des Netzwerk-Seismographen ab: Der Hash Rate.

Die Hash Rate, also die gesamte Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk, durchlebt in letzter Zeit ein Wechselbad der Gefühle und rangiert zwischen Allzeithoch und -tief. Erreichte sie noch kurz vor dem schwarzen Donnerstag, den 11. März, mit 123,28m TH/s ein Allzeithoch am 8. März, fiel sie infolge weniger Tage auf 94,158m TH/s und mit ihr der Bitcoin-Kurs von rund 9.000 auf unter 5.000 US-Dollar.

Bis zum Halving stieg die Hash Rate erneut sukzessive an und verfehlte am 08.Mai mit 122,165 TH/s nur knapp den Wert, den sie genau zwei Monate zuvor erreichte. Doch so rasch die Hash Rate in die Höhe schnellte, fiel sie auch wieder und befindet sich seither mit einem aktuellen Wert von 90,29m TH/s im freien Fall. Nachdem der Bitcoin-Kurs nur knapp die Marke von 10.000 US-Dollar verfehlte, fiel er parallel zur Hash-Rate-Entwicklung auf aktuell 8.923 US-Dollar.

Entnommen von Blockchain.com

Zwar lässt sich keine direkte Kausalität zwischen Hash Rate und Bitcoin-Kurs herleiten. Da sie aber indirekt korrelieren, lohnt ein Blick auf die Hintergründe.

Miner in Pattsituation

Seitdem das Halving die Blockbelohnungen halbiert hat, kämpfen zumindest kleine Miner um ihre wirtschaftliche Existenz. Da sich der Ertrag nicht mehr mit den Kosten für die Inbetriebnahme energiefressender Mining-Geräte deckt, werden aktuell viele Geräte vom Netzwerk genommen. In der Konsequenz fällt die Hash Rate rapide.

Der Einbruch der Hash Rate nach dem Halving dürfte dabei nachhaltiger wirken, als der Riss, den der Corona-Crash zugeführt hat. Auslöser für den ersten Einschnitt waren makroökonimische Zusammenhänge. Durch den Kollaps der Märkte war es für Miner zeitweise rentabler, BTC am Markt zu verkaufen, als neue hinzuzuführen. Dass die Geräte in dieser Zeitspanne vom Netz gingen, erscheint aus Kosten-Nutzen-Gründen logisch.

Der aktuelle Fall der Hash Rate wiegt hingegen schwerer, da sich darin eine Neujustierung des Netzwerks widerspiegelt. Trotz Erholung des Gesamtmarkts: Die Coinbase Rewards werden nicht wieder hoch geschraubt. Miner müssen nach effizienteren Wegen suchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich an Pools anschließen, um ihre Gewinnchance zu erhöhen. Andernfalls gucken sie in die Röhre und werfen ihre BTC-Reserven auf den Markt, um zumindest kurzfristig Kosten zu decken.

Letzteres könnte Auslöser oder jedenfalls Begleiterscheinung der aktuellen Kursflaute sein. So könnten sich Miner ungewollt selbst in Bedrängnis bringen. In Abhängigkeit zu einem schwachen Bitcoin-Kurs legen sie ihre Geräte still, veräußern BTC-Reserven am Markt, drücken den Bitcoin-Kurs dadurch wiederum und sind folglich gezwungen, weitere BTC-Bestände zu verschleudern.

Diese Entwicklung dürfte aber nur temporär andauern. Letztlich befindet sich das Netzwerk im Übergang und stellt die Weichen neu.

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