Marktupdate Bitcoin-Kurs (BTC) legt nach „Long Squeeze“ wieder zu

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Allzeithoch der Hash Rate und Long Squeeze am Terminmarkt: Bitcoin hatte ein rasantes Wochenende.

Der Bitcoin-Kurs (BTC) startet die neue Woche unter leicht roten Vorzeichen. Mit einem 24-stündigen Minus von 0,8 Prozent rutscht die Kryptowährung Nr. 1 auf aktuell 11.225 US-Dollar. Auf Wochensicht verteidigt der Bitcoin-Kurs aber ein nach wie vor ansehnliches Plus von über 13 Prozent.

Bitcoin-Kurs im Wochenchart

Die Rallye seit Beginn der letzten Woche fand ihren vorläufigen Höhe- und Wendepunkt am Sonntag bei 12.000 US-Dollar. Innerhalb einer Woche hat die Krypto-Leitwährung somit um über 2.000 US-Dollar zulegen können. Die zuletzt vor knapp einem Jahr erreichte Marke konnte der Bitcoin-Kurs aber nicht lange halten. Bei den Termingeschäften waren noch einige Rechnungen offen.

Schleudertrauma bei Bitcoin und Ether

Nach Tagen des steten Kursanstiegs mussten Bitcoin als auch Ether (ETH) am Wochenende einige Abschläge verkraften. So ist der Bitcoin-Kurs während des gestrigen Handelsverlaufs um zeitweise 1.000 US-Dollar eingeknickt. Binnen weniger Minuten ist die Krypto-Leitwährung dabei zunächst von knapp 12.000 auf 11.200 US-Dollar gefallen und im Weiteren auf 11.000 US-Dollar durchgerutscht. Bei Ether zeigt sich ein ähnliches Chartbild. Auch die zweitgrößte Kryptowährung ist im gleichen Zeitraum um über 11 Prozent von 406 auf 360 US-Dollar eingeknickt.

Was beiden Coins den Boden weggezogen hat, war eine ungleiche Verteilung von Long- und Short-Kontrakten an den Terminbörsen. Das Gros der Händler hielt in Erwartung eines Kursanstiegs Long Positionen. Hingegen wurden deutlich weniger Short-Positionen am Markt gehalten. In der Konsequenz kam es zu einem Long Squeeze, also einer massenhaften Liquidierung von Long-Kontrakten im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar.

Liquidierung war absehbar

Ein Indikator, der ein Ungleichgewicht an den Terminmärkten und damit die Liquidierung bereits im Vorfeld andeutete, war die Funding Rate, also der Zinssatz. Dieser Wert passt sich der Verteilung von Short– und Long-Positionen an und reguliert somit ein Gleichgewicht zwischen den Postionen am Markt.

Inhaber von Long-Kontrakten oder Short-Kontrakten müssen ihren „Wett-Kontrahenten“ eine Gebühr zahlen. Steigen der Bitcoin-Kurs und die Funding Rate, müssen Händler von Long-Positionen alle acht Stunden Gebühren entsprechend des Zinssatzes an den Inhaber des Short-Kontraktes zahlen. Dieser Mechanismus soll verhindern, dass der Markt ungleich zugunsten von Long– oder Short-Positionen ausschwankt.

Dass die durchschnittliche Funding Rate von Bitcoin bei etwa 0,01 Prozent lag, zeigte bereits an, dass der Markt von Long-Positionen übersättigt war.

Fund Rate des Bitcoin-Kurs

Dies hat allein bei BitMEX zu einer Liquidierung von Kontrakten im Wert von 219 Millionen US-Dollar geführt.

Liquidierung von Kontrakten an der Bitcoin-Börse BitMEX

Allzeithoch der Hash Rate

Am Samstag war es mal wieder so weit. Die Bitcoin Hash Rate erreichte mit 126,941m TH/s ein neues Allzeithoch und hat damit den erst drei Wochen zuvor am 8. Juli aufgestellten Spitzenwert von 125,99m TH/s knapp übertrumpfen können.

Die Hash Rate zeigt es an: Der Wettstreit um das digitale Gold ist so hart umkämpft wie selten zuvor. Nach den Halving-Nachwehen, in denen die Hash Rate dramatisch eingebrochen ist, erlebt das Mining derzeitig eine Renaissance.

Der Anstieg ist einerseits der jüngsten Bitcoin Rallye geschuldet. Bei einem aktuellen Wechselkurs von knapp 11.200 US-Dollar wirft der „Krypto-Bergbau“ schließlich wieder erheblich mehr Ertrag ab als in den Vormonaten.

Zum Anderen rüsten sich Mining Pools mit der neuen Antminer-Generation von Hardware-Hersteller Bitmain aus, die mit höherer Hashing Power und besserer Einergieeffizienz ausgestattet ist. Darüber hinaus drückt die Regenzeit in China die Strompreise vor Ort massiv, worunter die ohnehin marktdominierenden Mining-Pools aus dem Reich der Mitte einen wettbewerbsvorteil beim energiehungrigen Mining erhalten.

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