Bitcoin God: Neue Fork für wohltätige Zwecke

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Bitcoin God
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Als symbolische Geste soll am ersten Weihnachtsfeiertag eine neue Fork das Licht der Welt erblicken. Der Start von Bitcoin God wird propagiert vom chinesischen Investor Chandler Guo, der unsere Welt damit ein wenig besser machen will. Doch kann das Vorhaben wirklich gelingen?

In nächster Zeit kommen wieder mehrere Abspaltungen (Forks) des Bitcoin und anderer Kryptowährungen auf uns zu. Wie Blockchain-Experte Mirco Recksiek (KI Group) vergangenen Crypto Monday ausführte, liege es in der Natur der Sache, dass es bei einem Open-Source-Projekt andauernd zu komplett neuen Vertretern kommt. Die Blockchain ist genauso quelloffen wie beispielsweise einige Linux-Distributionen oder -Programme. Eine zentrale Institution, die alles steuert oder neue Forks verbietet, gibt es dort nicht. Das ist auch gar nicht geplant. Welche der neuen Abspaltungen künftig eine wichtige Rolle spielen werden, wird alleine die Zeit zeigen, so Recksiek. Dies könne niemand steuern und es habe bisher auf den Kurs des Bitcoin keinerlei negative Auswirkungen gehabt. Doch mal Hand aufs Herz: Brauchen wir wirklich den Bitcoin Hot, den Super Bitcoin oder einen Lightning Bitcoin? Schwer zu sagen. Sie alle haben ihre Daseinsberechtigung, manche Beobachter sind wegen der ständigen Forkerei aber schon jetzt ziemlich genervt.

Immerhin scheint es zu Weihnachten mit dem Bitcoin God eine Fork zu geben, die zumindest eine neue Idee beinhaltet. Der GOD stammt aus der Feder des chinesischen Mining-Papstes und Investors Chandler Guo, der damit auf Basis der Blockchain eine komplett dezentrale und sich selbst regulierende, gemeinnützige Community gründen will. In Mehrheitsentscheidungen soll die Gemeinschaft über die Vergabe von Token an karitative Projekte entscheiden. Es geht also nicht nur um Spekulationen oder darum, Geld zu verdienen. Gott ist außerdem nicht jemand Abstraktes dort oben, sondern ein Stück weit jeder einzelne Teilhaber. Das selbst erklärte Ziel ist es, die Welt mit Liebe zu füllen und unsere Erde mit modernen Mitteln zu einem besseren Ort zu machen.

Bis Weihnachten sind es nur noch ein paar Tage. Dennoch mangelt es auf der Webseite an Details. Nicht was die technischen Spezifikationen betrifft, sondern beispielsweise wie bzw. wo ab Herbst 2018 die Abstimmungen durchgeführt werden sollen. Geklärt werden muss auch: Was darf als karitativ gelten, um Spenden zu erhalten? Sind damit auch Nichtregierungs-Organisationen wie Reporter ohne Grenzen oder Amnesty International gemeint, die sich für mehr Meinungs- und Versammlungsfreiheit bzw. gegen die Verletzung von Menschenrechten einsetzen? Wenn die Gemeinschaft eine dieser NGOs Geld spenden würde, hätte das Aushängeschild des Bitcoin God, Chandler Guo Hongcai, ein erstes Problem. Darüber wäre die Regierung in Peking sicher alles andere als erfreut.


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Außer Spesen, ein wenig Aufmerksamkeit und vollmundigen Ankündigungen nichts gewesen? Schauen wir mal. Wir werden das Projekt weiter beobachten, die Idee dahinter klingt in jedem Fall interessant.
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