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Bitcoin gewinnt US-Midterm-Wahlen: Kalifornien, Colorado & Wyoming wählen krypto-freundliche Gouverneure

Bitcoin gewinnt US-Midterm-Wahlen: Kalifornien, Colorado & Wyoming wählen krypto-freundliche Gouverneure

Neben ihren Parlamentsvertretern haben die Amerikaner bei den US-Midterm-Wahlen an diesem Dienstag, dem6. November, in 36 amerikanischen Bundesstaaten das Amt des Gouverneurs neu besetzt. Freuen dürfte deren Ausgang vor allem die Krypto-Szene in den Bundesstaaten Kalifornien und Colorado. Hier haben die krypto-freundlichen Demokraten Gavin Newsom und Jared Polis die Wahl für sich entschieden. Zudem bestätigt Blockchain-Vorreiter Wyoming erwartungsgemäß seinen offenherzigen Kurs. Landesweit dürfen Unternehmen nun auf die Vorbildrolle der drei Bundesstaaten hoffen.

Die US-Midterm-Wahlen gelten als Stimmungsbarometer zur Halbzeit des amtierenden Präsidenten. Wie es um die Macht Trumps bestellt ist, diese Frage bestimmt auch in diesem Jahr vor allem die ausländische Berichterstattung zur Kongresswahl. Dabei fällt oftmals eine dritte Wahl unter den Tisch. Denn alle zwei Jahre stehen stets auch die Gouverneurswahl einzelner Bundesstaaten an. Hier wird Wandel für Bürger, Unternehmen und Politik oft viel deutlicher spürbar.

Wahl fällt auf Bitcoin-Gouverneur

Mit der Wahl Gavin Newsoms zum Gouverneur scheint besonders die Krypto-Szene in Kalifornien in dieser Woche allen Grund zur Freude zu haben. Der wohl größten amerikanischen Blockchain-Gemeinde in seinem Heimatstaat gilt Newsom als offen und wohlwollend eingestellt. So hatte der 51-jährige Demokrat bereits 2014 als einer der ersten Volksvertreter Kampagnenspenden in Bitcoin entgegen genommen.

Zwar mangelt es seitdem an konkreten Aussagen zu Blockchain und Bitcoin, dennoch gilt seine Wahl als Zugewinn für die Krypto-Szene. So war Newsom von 2004 bis 2011 Bürgermeister der Krypto-Metropole San Francisco. Hier hatte sich der allgemein progressive-eingestellte Demokrat unter anderem als Verfechter der Digitalisierung des öffentlichen Sektors positioniert.

Seiner Meinung nach sollten öffentliche Dienstleister möglichst „leistungsbasiert“ agieren. Hierzu sollten sie Bürgern die Möglichkeit geben, sämtliche Amtsgänge online zu erledigen.

In seinem Wahlkampf betont Newsom zudem oftmals, dass es sein übergeordnetes Ziel sei, Kalifornien auch weiter als „Power-House“ des wirtschaftlichen und technologischen Fortschritts voranzutreiben. Dies dürfte Musik in den Ohren ansässiger Digitalunternehmen sein.

Kalifornische Bitcoin-Szene mit Rückenwind trotz Rückschlägen

Kalifornien ist mit knapp 40 Millionen Bewohnern der bevölkerungsstärkste und traditionell der politisch offenste Gliedstaat der USA. Neben dem Börsenriesen Coinbase nennen zahlreiche Blockchain- und Krypto-Firmen den Bundesstaat ihr Zuhause. Bislang hatte hier der Demokrat Jerry Brown die Geschicke gelenkt und der Bitcoin-Szene mit seinem liberalen Kurs wenig Steine in den Weg gelegt – anders etwa als in anderen US-Bundesstaaten.

Zwar mussten Krypto-Enthusiasten im Sunshine State jüngst Rückschläge verkraften. Dennoch stehen die Zeichen der Zeit mit der Gouverneurswahl auch weiter auf Öffnung.

So hatte die unabhängige Aufsichtsbehörde FPPC erst im September Bitcoin-Spenden zur Kampagnenfinanzierung verboten. Zudem gelang bei den Midterms mit dem kalifornischen Demokraten Brad Sherman der wiederholte Einzug eines besonders krypto-kritischen Abgeordneten in den Kongress. Unmittelbare Auswirkungen auf die Gesetzeslage in seinem Heimatstaat dürfte die Wahl Shermans jedoch nicht haben.

Eine weiterhin krypto-freundliche Gesetzeslage unter Newsom könnte damit nicht nur ansässige Unternehmen freuen. Dem Bundesstaat wird zudem allgemein eine entscheidende Vorbildrolle für den Rest der weitaus konservativeren USA zugesprochen.

Colorado: Jack Polis will den Bergstaat zum Blockchain-Hafen machen

Krypto-Unternehmen dürften allerdings noch eine zweite Gouverneurswahl als wichtigen Gewinn verbuchen. Im Rocky-Mountain-Staat Colorado bestimmt mit dem Demokraten Jared Polis künftig ebenfalls eine krypto-freundliche Stimme den Kurs der kommenden vier Jahre.

Der progressive Demokrat Polis, der in diesem Jahr als erster offen homosexueller Kandidat Gouverneur eines Bundesstaats wird, hatte überhaupt als erster amerikanischer Volksvertreter Bitcoin-Spenden angenommen. Der 43-Jährige gibt sich als Blockchain-Begeisterter und will die Technologiepotentiale vor allem von staatlicher Seite nutzen. Unter seiner Feder soll Colorado ähnlich dem Nachbarstaat Wyoming zu einem „sicheren Hafen“ für Blockchain-Unternehmen werden.

„Mein Ziel ist es, Colorado zu einem landesweiten Zentrum für Blockchain-Innovation in Wirtschaft und Regierung zu machen. [Damit wollen wir] Unternehmen ermutigen, zu uns zu strömen und öffentliche Dienstleistung schaffen, die Steuern sparen und den Bürgern einen Mehrwert bringen“,

heißt es etwa im Kampagnenbrief von Polis.

Zudem wolle er künftig auf eine Vielzahl von Richtlinien und Vorschriften verzichten und so dem Krypto-Sektor mit einer liberalen Gesetzgebung das Leben leichter machen. In diesem Zuge könne auch Colorado zum Vorbild werden und den „Weg für die gesamten USA ebnen“.

Wyoming bestätigt Blockchain-Kurs

Schließlich dürfte auch die Wahl des Republikaners Mark Gordon als oberster Regierungskopf im Bundesstaat Wyoming bei amerikanischen Krypto-Unternehmen für Freude gesorgt haben. Nachdem der bisherige Amtsinhaber Matt Mead nach zweimaliger Amtszeit ausgeschieden war, konnte Parteikollege Gordon das Rennen erwartungsgemäß für sich entscheiden. Unter Mead hatte sich Wyoming mehr und mehr zur Wahlheimat zahlreicher Blockchain-Unternehmen gemausert. Von Gordon wird nun erwartet, dass er Meads Linie weiterführt. Auch er gilt als entschiedener Fürsprecher von Blockchain-Technologien.

In den Rocky Mountains locken ähnlich wie in Europas Norden oder Kanada neben bezahlbarem Strom vor allem günstige Klimabedingungen, die etwa die Serverkühlung erleichtern. Sollte sich zudem die Gesetzeslage künftig weiter anpassen, dürften bald noch mehr Unternehmen ihren Weg in die Bergstaaten Wyoming und Colorado finden. Ob sich mit der Gouverneurswahl jedoch der erhoffte Domino-Effekt mit Blick auf den Rest der USA einstellt, bleibt abzuwarten und zumindest für die kommenden vier Jahre fraglich.

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