DLT-Adaption Australische Regierung nimmt Kurs auf Blockchain

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Die australische Regierung hat eine Roadmap für die Entwicklung und Anwendung der Blockchain-Technologie in verschiedenen Sektoren vorgelegt. Im Laufe der nächsten fünf Jahre soll die Technologie vermehrt in Bildung, Forschung und Verwaltung eingesetzt werden.

Noch bis vor wenigen Jahren wurde Blockchain von der Öffentlichkeit höchstens marginal als Bitcoin-Beiwerk zur Kenntnis genommen. Die Technologie hat ihre spezifische Konnotation jedoch allmählich abgeschüttelt und Regierungen weltweit haben die in der Technologie schlummernden Potenziale erkannt.


So auch die australische Regierung, in dessen Auftrag das Ministerium für Industrie, Wissenschaften, Energie und Ressourcen nun eine Roadmap veröffentlicht hat, die ein 12-Punkte-Programm für die Nutzung der Technologie in den kommenden fünf Jahren enthält.

Australien nimmt sich Blockchain an

In der 52-seitigen Roadmap werden die Chancen der Blockchain betont, um Arbeitsplätze zu schaffen, Unternehmen zu helfen und das australische Wirtschaftswachstum zu fördern. Die auf fünf Jahre angelegte Roadmap enthält somit Zielsetzungen und Vorgaben, um einen politischen und regulatorischen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Technologie für Regierung, Industrie und Forschung anwenden lässt.

Konkret listet die Roadmap 12 Punkte auf, die die Regierung in ihre Arbeit integrieren will, um Australien auf den Weg zu einer „blockchainfähigen Zukunft“ zu bringen. Der Plan enthält folglich Ziele, Probleme und Möglichkeiten der DLT in mehreren Wirtschaftssektoren, um „Geld zu sparen, Probleme zu lösen, die Effizienz in mehreren Prozessen zu erhöhen und neue Möglichkeiten zu schaffen“.

12-Schritte-Programm

Die Blockchain-Agenda der Regierung umfasst indes die folgenden zwölf Vorgaben:

  1. Formalisierung: Einrichtung und Zuweisung spezieller politischer Ämter
  2. Einrichtung übergreifender Arbeitsgruppen aus Industrie, Forschung und Regierung, die im Austausch mit Regulierungsbehörden stehen
  3. Untersuchung von Anwendungen in bestimmten Sektoren wie Landwirtschaft, Bildung und Finanzen sowie die Entwicklung entsprechender KYC-Anwendungen (Know Your Customer)
  4. Einrichtung einer Kontrollgruppe, die mögliche Anwendungen der Technologie für die Regierung auswerten und zudem weitere Modifizierungen prüfen
  5. Vergleich von Blockchain-Dienstleistungen mit anderen Ländern, um entsprechende Anwendungen zu übertragen
  6. enge Zusammenarbeit mit Blockchain-Entwicklern, um sich mit dem Regierungsprogramm der „Business Research and Innovation Initiative“ (BRII) auszutauschen
  7. Einbezug der Blockchain in die allgemeine politische Arbeit
  8. Kooperation zwischen Industrie und Bildungseinrichtungen, um Rahmenbedingungen und Kursinhalte für Blockchain-Qualifikationen zu entwickeln
  9. Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der australischen Regierung (Australien Trade Commission, Austrade), um regulatorische Rahmenbedingungen für Blockchain-Start-ups zu entwickeln
  10. Zusammenarbeit mit der Austrade, um Investitionsförderung für Blockchain-Start-ups einzurichten
  11. Nutzung bestehender bilateraler Abkommen, um Pilotprojekte und Kooperationen mit anderen Ländern einzugehen
  12. Zusammenarbeit mit den zuständigen Regierungsabteilungen, um australische Unternehmen in die digitale Handelsinfrastruktur einzubinden

Die australische Regierung hat sich folglich für die nächsten fünf Jahre ein straffes Programm vorgenommen. Die Roadmap illustriert vor allem die Erschließung neuer Wirtschaftszweige durch die Blockchain-Technologie und deutet zudem ihr bislang weitestgehend ungenutztes Potenzial in der Bildungs- und Sozialpolitik an.

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