Analyse 

Ethereum Upgrade Fusaka: Der heimliche Weg zu einer Million TPS

Es ist ein technisches Makeover, das ohne großes Getöse daherkommt – aber massiv am Fundament der Chain rüttelt. Was Fusaka bringt und warum es für Anleger wichtig ist.

Johannes Macswayed
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Das Fusaka-Upgrade optimiert das Fundament von Ethereum für künftige Skalierung

Beitragsbild: Shutterstock

| Das Fusaka-Upgrade optimiert das Fundament von Ethereum für künftige Skalierung

Ethereum steht vor einem Update, das nach außen unspektakulär klingt – für das gesamte Ökosystem aber wie ein Befreiungsschlag wirken könnte. Am 3. Dezember landet Fusaka auf dem Mainnet. Und dieses Mal gibt es wenig Marketing-Feuerwerk, keine sensationellen Wallet-Features – und kein großes Drama. Stattdessen liefert Ethereum genau das, was es am dringendsten braucht: rohe Leistungssteigerung.

Das bringt Fusaka

Im Zentrum des Upgrades steht PeerDAS (EIP-7594) – ein Meilenstein für Ethereum. Während das Dencun-Update 2024 die sogenannten Blobs einführte, bringt Fusaka nun deren entscheidende Optimierung auf den Weg. Statt komplette Blob-Daten laden zu müssen, können Validatoren künftig nur kleine Datenstücke sampeln. Das senkt Bandbreite, erhöht Effizienz und öffnet die Tür für eine künftige Achtfachung der Blob-Kapazität.

Für L2s wie Base steht damit ein Sprung von 1.500 auf voraussichtlich 10.000 Transaktionen die Sekunde (TPS) im Raum. Hyperliquid-Konkurrent und Ethereum Layer-2 Lighter könnte sogar bis zu 350.000 TPS erreichen. Mit verbesserter Data-Availability und weiteren Optimierungen in Aussicht sind Rollups auf dem besten Weg, schon bald die Marke von 1 Million TPS im Ökosystem zu überschreiten. 

Ein “Manhattan Project”

Neben PeerDAS bringt Fusaka eine Reihe technischer Verbesserungen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, langfristig aber große Wirkung entfalten können: Das sogenannte Gaslimit, also die Rechenkapazität pro Block, soll auf bis zu 60 Millionen steigen. Gleichzeitig werden datenintensive Transaktionen besser reguliert und mit EIP-7939 erhält die Ethereum Virtual Machine (EVM) einen neuen Befehlscode, der komplexe Berechnungen effizienter machen soll. Klingt nach Entwickler-Detail – ist aber essenziell für schnellere Prozesse und mehr Parallelität im Netzwerk.

Auch für den Alltag bringt Fusaka praktische Neuerungen: EIP-7951 integriert einen weit verbreiteten Signaturalgorithmus, der etwa in Apple-Geräten, Android-Smartphones und modernen Web-Logins verwendet wird. So könnten Wallets künftig nahtlos mit bestehender Hardware interagieren – ein kleiner Schritt für Entwickler, ein großer für die Nutzerfreundlichkeit.

Das Fusaka-Upgrade setzt einen weiteren Trend fort, der mit Pectra begann: ein Fokus auf die Layer-1-Skalierung. Denn die veraltete Architektur der Mainchain soll ein Makeover bekommen – genannt “Lean-Ethereum”. Hierbei helfen soll die Implementierung von Zero-Knowledge “SNARKs”, die Entwickler Justin Drake als Ethereums “Manhattan Project” bezeichnet. Mit ihnen soll die Mainchain aufgeräumt und auf mit Solana konkurrenzfähiges Level angehoben werden.

Kann sich ETH erholen? 

Technische Upgrades wecken bei Anlegern regelmäßig die Hoffnung auf neue Impulse für den angeschlagenen ETH-Kurs. Doch kurzfristig dürften solche Effekte ausbleiben. Der Blick auf vergangene Ethereum-Upgrades zeigt ein wiederkehrendes Muster: Euphorie vor dem Launch, gefolgt von einem klassischen “sell the news”-Dip. Lediglich das Pectra-Upgrade wich zuletzt von diesem Schema ab.

Fusaka könnte sich als subtiler Impulsgeber erweisen. Denn statt auffälliger Neuerungen stärkt das Upgrade in erster Linie das technische Fundament des Netzwerks. Ein “stilles Flexen der Core-Devs”, wie es in Entwicklerkreisen heißt – mit potenziell verzögerter, aber nachhaltiger Wirkung.

Gleichzeitig bleibt ETH auch in nächster Zeit stark von makroökonomischen Entwicklungen und der allgemeinen Stimmung am Kryptomarkt abhängig. Der jüngste Kursrückgang von Bitcoin im November hat das Anlegervertrauen sichtbar erschüttert. Erschwerend kommt hinzu: Mehrere Digital-Asset-Treasuries haben begonnen, ihre ETH-Bestände abzustoßen – ein weiterer Bremsklotz für eine rasche Erholung in Richtung alter Höchststände.

Markus Thielen von 10x Research bezeichnete in einem Interview Kursniveaus unter 3.000 US-Dollar kürzlich als attraktives “Value-Level” für Investitionen in ETH. Sollte DeFi – Ethereums Vorzeigeanwendungsfall – im Zuge neuer Regulierungsinitiativen in den USA wieder stärker in den Fokus rücken, könnten Unterstützer wie BlackRock das Narrativ pro Ethereum weiter befeuern und institutionelles Kapital mobilisieren, so Thielen. 

Ethereum: Weiterhin die Nummer Eins

Optimistisch zeigt sich Ethereum-Permabulle Tom Lee. Mit seiner Ethereum-DAT hält er mittlerweile rund drei Prozent des verfügbaren ETH-Angebots. Seiner Einschätzung nach könnte ETH zunächst auf 2.500 US-Dollar zurückfallen, ehe eine Aufwärtsbewegung in Richtung 7.000 US-Dollar einsetzt.

Eine Prognose, die auch durch den MVRV-Z-Score gestützt wird: Sollte ETH noch einmal absacken, würde der Indikator in eine historisch günstige Akkumulationszone eintreten. Aus Sicht vieler Langfrist-Investoren wäre das ein klares Kaufsignal. Unter günstigen Bedingungen scheint der Boden also nicht mehr allzu weit entfernt.

Ethereum: MVRV Z-Score | Quelle: Glassnode

Aktuelle Kursziele und relevante Chartmarken gibt es in der Ethereum-Kursanalyse: Wovon das Ende der ETH-Korrektur abhängig ist.

Fundamental bleibt das Netzwerk stabil: Die Börsenreserven von ETH sind niedrig, die Auslastung der Layer-2-Netzwerke erreicht Rekordwerte und auch in Richtung ETH-Staking-ETFs bewegen sich institutionelle Akteure. Inmitten dieser Entwicklung ist Fusaka mehr als ein technisches Upgrade – es ist ein Test für Ethereums Leistungsfähigkeit und Marktvertrauen. Der Kurs spiegelt solche Fortschritte selten sofort wider. Doch genau jetzt wird das Fundament für den nächsten großen ETH-Zyklus gelegt.

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Quelle

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