WikiLeaks vs. Craig Wright: Ein „ausgewiesener Serienfälscher“

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Craig Wright hat seine Behauptung, der Erfinder von Bitcoin zu sein, erneut kundgetan – und im Vorbeigehen WikiLeaks heftig kritisiert. Nun hat die Enthüllungsplattform zurückgeschossen und Indizien dafür geliefert, dass Wright ein „Serienfälscher“ ist. 

Craig Wright mag keine Rollkragenpullover, sondern fühlt sich in Anzug und Krawatte wohl. Weitere Dinge, die dem selbsternannten Erfinder von Bitcoin zuwider sind: Anarchie, das Bitcoin Lightning Network und WikiLeaks. Dies und mehr kann man Wrights Medium-Post „Be careful what you wish for“ entnehmen. Vor allem ging es in dem Beitrag jedoch darum, dass Craig Wright weiterhin darauf beharrt, Satoshi Nakamoto zu sein.

Du fragst nach meinen Private Keys; nun, du fragst in Wirklichkeit nach meinem Kontoauszug. Das ist das Gegenteil von dem, was Bitcoin ausmacht. Es ist mir wirklich egal, […] dass du nicht sagen kannst, was ich besitze oder nicht. Es ist eine Form der Informationsasymmetrie, die ich bewahren möchte.

Wright vermisst einen Anreiz dafür, konkrete Beweise für seine Behauptung zu liefern. Er meint, die negativen Folgen davon wären größer als der Nutzen für ihn. Es würde ihn nur von der Arbeit abhalten, meint Wright:

Werde ich mehr schaffen, wenn ich als Affe […] auf der Bühne herumspaziere und tanze… Nein. Um ehrlich zu sein, würde ich die Zeit und Fähigkeit, etwas zu erschaffen, verlieren. Ich würde auf der Schnur tanzen, die der Ruhm erfordert. Also lehne ich einen solchen Weg wieder ab. Der einzig wahre Weg liegt in der Erschaffung.

Weiters behauptet Wright in seinem Blog, dass Bitcoin nicht dazu entwickelt wurde, um Anarchie oder kriminelle Use Cases zu schaffen. Die Causa Silk Road hätte ihn emotional betroffen gemacht.

Der gesamte Weg der Subversion, der Bitcoin erfasst hat, war ein vergeblicher Versuch, ein System zu schaffen, das es ermöglicht, Medikamente ohne Aufzeichnungen zu verkaufen. Er ist ein Mittel, um Winkelbörsen und die Schaffung illegaler Wertpapiere zu ermöglichen.


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Als Erfinder von Bitcoin sei es seine „Pflicht, dafür zu sorgen, dass es nicht von Kriminellen unterwandert werden kann.“

Wright ist selbst ein Krimineller, meint hingegen die Enthüllungsplattform WikiLeaks.

Craig S. Wright ist ein ausgewiesener Serienfälscher von Dokumenten, der behauptet, dass er der Erfinder von Bitcoin ist. Er wurde wiederholt erwischt. Dies wurde von WikiLeaks zum Zeitpunkt seines ersten Anspruchs und danach unabhängig verifiziert.

Der im Tweet enthaltene Github-Link führt zu einem Archiv, das mal mehr, mal weniger stichhaltige Argumente dafür liefert, dass Wright nicht Satsoshi Nakomoto, sondern ein Hochstapler ist. So soll Wright beispielsweise in einem Tweet ein banales Hello World Code Snippet kopiert haben, um zu beweisen, dass er programmieren kann:

Allerdings lässt auch die Glaubwürdigkeit des GitHub-Archivs zu wünschen übrig. Denn unter den vermeintlichen „Fakten über CSWs [Craig Steven Wrights] Bitcoin-Engagement]“ finden sich zahlreiche „Beweisstücke“, die rein anekdotischer Natur sind. So wird etwa eine Aussage von Wrights Mutter angeführt, die belegen soll, dass er zur Übertreibung neigt. So etwas kann man schwerlich als Gegenargument für Wrights Behauptung verwenden. Etwas stichhaltiger ist da schon der nachträglich veränderte Blogeintrag, den WikiLeaks im Tweet eingebunden hat und der sich auch auf der GitHub-Seite finden lässt. Offenbar hat Wright einen alten Beitrag im Nachhinein um eine Passage ergänzt, die ihn mit der Erschaffung einer Kryptowährung in Verbindung bringt. Wenn er niemandem etwas zu beweisen habe, wie Wright es selbst so oft betont, wieso sollte er sich dann die Mühe machen, Beweise zu fälschen?

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