Debakel Wirecard – Die Auswirkungen auf das Bitcoin-Ökosystem

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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eine kaputte brücke

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Bei Wirecard sind Milliarden an Euro verschwunden. Nun wurde der Betrieb eingestellt. Welche Auswirkungen das auf Anbieter und Nutzer von Bitcoin-Debit-Karten hat.

Die Finanzmarktaufsicht des Vereinigten Königreichs hat das Wirecard-Tochterunternehmen Wirecard Card Solutions (WCS) jüngst dazu angewiesen, das Geschäft auszusetzen. Dieses arbeitet unter anderem mit Herausgebern von Debit-Karten für Bitcoin und anderen Kryptowährungen heraus.

Laut offizieller Mitteilung der Financial Conduct Authority (FCA) ist Wirecard nicht länger befähigt, regulierte (Finanz-)Tätigkeiten zu begehen. Damit kommen auch Anbieter in die Bredouille, die Bitcoin-Debit-Karten betreiben. So teilte Krypto-Zahlungsdienstleister Crypto.com im Anschluss mit, dass sie den Betrieb ihrer Karten vorerst einstellen müssen.

Die eingelagerten Bitcoin und Co. seien im Anschluss jedoch an die Wallets der Nutzer zurücküberwiesen worden. Aktuell arbeitet das Unternehmen noch daran, einen neuen Anbieter zu finden. Betroffen sind auch TenX und Cryptopay. TenX hat über Twitter ebenfalls betont, dass die eingelagerten Kryptowährungen der Kunden nicht betroffen seien.

Update am 30. Juni: Inzwischen hat TenX offiziell mitgeteilt, dass der Betrieb der TenX-Visa-Karte wie gewohnt weitergehen kann.

Hierzulande steht aktuell die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter Beschuss. Im Zuge des Wirecard-Debakels sieht sich die Behörde der Kritik gegenüber, ihre Aufsichstfunktion vernachlässigt zu haben. Die EU-Komission hat nach Informationen des Spiegel eine Untersuchung angekündigt.

Wirecard: Was ist passiert?

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass 1,9 Milliarden Euro aus den Wirecard-Bilanzen fehlten. In der Folge war Markus Braun, Geschäftsführer des Unternehmens, zurückgetreten und wurde von den Behörden aufgegriffen, später jedoch auf Kaution freigelassen. Die Aktie stürzte in der Folge von 104 Euro innerhalb von wenigen Tagen auf 1,42 Euro ab. Aktuell notiert die Wirecard-Aktie bei 2,73 Euro. Derartige Kursstürze erlebt man im sonst so volatilen Bitcoin-Ökosystem selten.

Schließlich hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst and Young (EY) geht von schwerer Wirtschaftskriminalität mit globalem Ausmaß aus.

Konspirativer Betrug, der darauf abzielt, die Investoren und die Öffentlichkeit zu täuschen, geht oft mit umfangreichen Anstrengungen einher, systematisch und in großem Stil Unterlagen zu fälschen. Auch mit umfangreich erweiterten Prüfungshandlungen ist es unter Umständen nicht möglich, diese Art von konspirativem Betrug aufzudecken.

Mitteilung von Ernest und Young

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, sei mit der Bearbeitung der umfassenden Prüfung der Wirecard-Bilanzen nur ein einziger Mitarbeiter der BaFin betraut gewesen. Demgegenüber setzten etwa private Unternehmen bei derartigen Anliegen dutzende von Mitarbeitern an, um derartige Fälle angemessen zu bearbeiten. Jüngst wurde zudem bekannt, dass das Bundesjustiz- und das Bundesfinanzministerium den Vertrag mit der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung kündigen wird. Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung habe das Versagen im Wirecard-Fall dazu geführt. 

Die Auswirkungen auf das Bitcoin-Ökosystem

Nutzer von Bitcoin-Debit-Karten-Anbietern, die mit Wirecard Card Solutions arbeiten dürften sich, zumindest nach den offiziellen Aussagen, keine Sorgen um ihre eingelagerten Bitcoin und Co. machen müssen. Alle Anbieter betonen, dass die Bitcoin & Co. sicher verwahrt seien.

Lediglich die Funktionsfähigkeit der Karten ist bis auf weiteres eingeschränkt – zumindest, bis die jeweiligen Anbieter neue Lösungen gefunden haben.

Welche Lehren wir dennoch aus dem Wirecard-Debakel ziehen können, erklärt BTC-ECHO-Chefredakteur Sven Wagenknecht im Freitagskommentar.

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