Crypto Assets Conference Was wir von dem Blockchain-Klassentreffen für 2020 lernen können

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Praktisch alle Blockchain-Konferenzen wurden in den letzten Tagen wegen des Coronavirus abgesagt. Nicht so das Blockchain-Klassentreffen an der Frankfurt School of Finance unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Sandner. Was Branchenexperten zu Themen wie Tokenisierung, Custody und Börsenhandel sagen und warum es stärker denn je auf den Gesetzgeber ankommt.

Diese Woche war es mal wieder so weit: Zum dritten Mal fand an der Frankfurt School of Finance and Management die Crypto Asset Conference (CAC) statt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Sandner hat sich die Konferenz zur wichtigsten Veranstaltung entwickelt, wenn es um die Konvergenz von traditionellen Finanzmarktakteuren und neuen Blockchain-Start-ups geht. War es vor drei Jahren noch etwas Besonderes, dass sich Player wie die Bundesbank, Commerzbank oder BaFin neben jungfräulichen Krypto-Start-ups haben blicken lassen, ist es im Jahr 2020 selbstverständlich, auch wenn der Coronavirus einige Teilnehmer zur Absage gezwungen hat.

Dabei gab es durchaus Muster in den Absagen, wie Sandner erläutert:

Natürlich gab es seitens der Speaker einige Absagen wegen des Coronavirus. Diese konnten wir ersetzen. Interessant aber ist schon, wer exakt abgesagt hatte: Weniger die Start-ups, eher die Corporates und Institutionen, deren Corona-Reiserichtlinien die Speaker zu Absagen zwangen. Es ist nicht auszuschließen, dass es bis Herbst die letzte Blockchain-Konferenz in Deutschland war, die stattfindet.

Eine unerlässliche Säule: Die Kryptoverwahrung

Während Bitcoin und der Börsencrash vom Montag, dem 9. März, eher als Small-Talk-Thema oder Gesprächseinstieg in der Pause diente, lag der Fokus der CAC ganz klar auf der Tokenisierung von klassischen Vermögenswerten, insbesondere ihrer regulatorischen Handhabung. Schließlich gilt seit diesem Jahr, dass Dienstleister, die Token verwahren, eine Lizenz von der BaFin benötigen.


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Auch Philipp Sandner konnte einen Token-Custody-Fokus ausmachen:

Nachdem zum 1.1.2020 die Custody-Lizenz in Deutschland geschaffen wurde, sieht man nun, dass sich zahlreiche Unternehmen und Start-ups mit der Kryptoverwahrung beschäftigen. Weitaus mehr als bisher. Plötzlich bekam die CAC einen Verwahrungsfokus, was ich klasse fand.

Kein Wunder also, dass die Zukunft der Token Custody in Deutschland heiß diskutiert wurde und Custody-Dienstleister wie Finoa, Plutoneo, Kapilendo oder Solaris Digital Asset vor Ort waren. Kein Geschäftsmodell rundum digitale Vermögenswerte kommt ohne sichere Verwahrung als Fundament aus“, wie Henrik Gebbing, Managing Director bei Finoa, erklärt.

Tokenisierungsplattformen: Infrastruktur steht, nur die Kunden fehlen

Zahlreiche Unternehmen waren auf der CAC vertreten, deren Schwerpunkt die Unternehmens-Tokenisierung ist. Von einem Mangel an Tokenisierungsdienstleistern kann also wahrlich nicht die Rede sein, sehr wohl aber von einem Mangel an Kunden, sowohl von Unternehmens- als auch von Investorenseite. Der große Schwung an Unternehmen, die sich haben tokenisieren lassen, ist bislang ausgeblieben. Die Anzahl der öffentlichen Blockchain-Börsengänge kann in Deutschland nach wie vor an einer Hand abgezählt werden.

Warum sich das Gros der Unternehmen nicht traut, eine Tokenisierung als Finanzierungsvariante in Betracht zu ziehen, erklärt Michael Duttlinger, CEO des Tokenisierungsdienstleisters Cashlink:

Man muss berücksichtigen, dass wir mit der neuen Finanzinfrastruktur noch ganz am Anfang stehen. Letztlich führt langfristig aber kein Weg an der Tokenisierung vorbei. Effizienz- sowie Kostenvorteile sind ganz klar vorhanden und wir konnten bereits beweisen, wie eine erfolgreiche Emission von digitalen Wertpapieren gelingt. Auch vonseiten der Gesetzgeber ist man einen großen Schritt auf die neue digitale Wertpapierinfrastruktur zugegangen. Offene Fragen bleiben dennoch bestehen. Vor allem die Herausgabe digitaler Fiatwährungen wird in Zukunft Tokenisierungen noch attraktiver machen. Schließlich lassen sich so Kapitalmaßnahmen noch effizienter durchführen, wobei man auch Raum für neue Geschäftsmodelle schafft, die heute noch nicht darstellbar sind. Zu guter Letzt muss man aber auch sagen, dass es eine Frage der Education ist. Hier muss noch viel Arbeit geleistet werden, um nicht nur die Technologie, sondern vor allem die Use Cases zu erklären.

Es besteht also keine Frage, ob digitale Assets und die Tokenisierung von Unternehmensanteilen kommen werden. Vielmehr ist es eine Frage der Zeit und des Durchhaltevermögens der Tokenisierungsdienstleister. Entsprechend verwundert es nicht, dass nach dem Aufbau der Infrastruktur und ersten Security Token Offerings nun Vertrieb und Marketing an erster Stelle stehen, um Unternehmen zu gewinnen und ein attraktives Angebot für Investoren zu schaffen.

Die große Hoffnung: Der Sekundärmarkthandel

Damit die Tokenisierung an Attraktivität hinzugewinnt, ist der Sekundärmarkthandel unerlässlich. Der vielversprechendste Akteur ist hier die Börse Stuttgart, die mit ihrer Exchange für digitale Assets schon bald den regulierten Handel von digitalen Unternehmensanteilen etablieren möchte.

Der Ausblick für den Handel von tokenisierten Assets im Sekundärmarkt ist sehr gut. Viele Marktteilnehmer warten bereits auf einen fungiblen Markt“, gibt sich der CEO der Börse Stuttgart, Alexander Höptner, zuversichtlich. Dennoch räumt er ein, dass man noch Hindernisse überwinden muss. Dabei identifiziert der Börsenchef vor allem zwei Hürden:

Wir haben in Deutschland das Sachenrecht noch nicht angepasst, um den Besitzstand für digitale Güter zu definieren. Der zweite Aspekt ist, dass wir noch die physische Verbriefung in Deutschland haben, die digitalisiert werden muss. Wenn diese beiden Punkte erfüllt sind, können wir auch einen Sekundärmarkt darstellen.

Wann also die Börse Stuttgart mit ihrem Sekundärmarkt für Security Token an den Start gehen kann, liegt maßgeblich in den Händen des Regulators. Im Idealfall könnte es schon diesen Sommer soweit sein. Festlegen will sich Höptner allerdings nicht, da er hier von dem Umsetzungswillen des Gesetzgebers sowie der Finanzaufsicht abhängig ist.

Digitaler Euro ist keine Frage des Wollens

Neben der Tokenisierung von Sachwerten hat man auch die Rolle vom digitalen Euro diskutiert. Schließlich möchte China schon zeitnah den digitalen Renminbi als sogenannte Central Bank Digital Currency (CBDC) herausgeben. Auch wenn Europa nicht mit der Geschwindigkeit der Chinesen mithalten kann, ist es wichtig, zeitnah programmierbares Geld, ergo Smart-Contract-fähige Euros, zu ermöglichen.

Dieser Meinung ist auch Serkan Katilmis, CEO von Cash on Ledger:

Mit programmierbarem Geld können wir neue Geschäftsmodelle entwickeln, wie beispielsweise Pay per Use oder im Bereich der Subscription-Modelle und im Treasury. China und andere Länder haben das erkannt und sind gerade dabei, uns den Rang abzulaufen. Ohne einen digitalen Euro verliert unsere Industrie enorm an Wettbewerbsfähigkeit. Daher müssen wir jetzt handeln, um beispielsweise auch europäische Datenschutzstandards durchzusetzen.

Auf den Gesetzgeber kommt es an

Die Branche professionalisiert sich weiter und es stoßen immer mehr traditionelle Finanzdienstleister in den Markt der digitalen Assets. Auch das Volumen der Security Token dürfte kontinuierlich, wenn auch ohne großen Hype, weiter zunehmen. Die Themen Custody und Sekundärmarkthandel zeigen allerdings die Abhängigkeit der Blockchain-Unternehmen vom Gesetzgeber. Die Herausforderungen der Branche sind weniger technischer als regulatorischer Natur. Der Staat trägt also maßgeblich dazu bei, wie schnell sich die Krypto-Finanzialisierung in den nächsten Monaten weiterentwickeln wird.


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