Gastbeitrag Was sind Smart Contract Wallets?

Emanuel Coen

von Emanuel Coen

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Emanuel Coen

Emanuel Coen ist für Business Development beim Micropayment-Anbieter SatoshiPay verantwortlich. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die Herausforderung, dezentrale Entscheidungsstrukturen für öffentliche Protokolle zu entwickeln sowie der Open-Source-Aspekt.

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Quelle: Shutterstock

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Smart Contract Wallets versprechen einige Vorteile in der Verwahrung von Krypto-Assets. Ein Gastbeitrag über die digitalen Brieftaschen von Emanuel Coen.

Stand heute gibt es zwei Arten, sein Krypto-Vermögen zu verwahren. Entweder man verwahrt es selbst in einer sogenannten „Non Custodial Wallet“ oder man gibt es in Verwahrung, indem man eine „Custodial Wallet“ nutzt. Eine Custodial Wallet ist im Prinzip ähnlich wie ein Bankkonto: Das Geld wird für den Kunden verwahrt und der Kunde muss sich nicht um die Sicherheit des Geldes kümmern. Möchte der Kunde eine Transaktion auslösen, gibt er dem Verwahrungsinstitut Bescheid.

Non Custodial Wallets funktionieren anders. Hier hält der Nutzer den Private Key, der zum Signieren von Blockchain-Transaktionen nötig ist, selbst. Die Krypto-Assets sind auf der Blockchain gespeichert und können nur mithilfe des Private Keys bewegt werden. Krypto-Verfechter schwören auf diese Art der Verwahrung, letztlich sollte die Blockchain ja Banken abschaffen und Nutzern finanzielle Souveränität zurückgeben. Sätze wie „Be your own bank“ und „Not your keys not your coins“ versinnbildlichen diese Philosophie.

Das Dilemma

In der Realität ist dies allerdings leichter gesagt als getan. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Nutzer sich mit der hohen Verantwortung, die mit der Verwahrung des Private Keys daher kommt, schwertun. Denn verliert man den Private Key zu seinem Blockchain-Account, ist das Geld für immer verloren. Dazu kommt, dass der Vorgang, den Private Key auf ein Blatt Papier zu notieren, lange dauert und neue Nutzer beim Einrichten der Wallet abschreckt. Diese sind es gewöhnt, sich mit E-Mail und Passwort anzumelden und wenn das Passwort vergessen wurde, setzt man es eben zurück.

Die Lösung


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Dieses Dilemma zwischen finanzieller Souveränität und Sicherheit ist vielen schon lange bewusst. Etliche Start-ups arbeiten an Lösungen. Eine solcher Lösungen ist eine neue Gattung von Wallets, die sich „Smart Contract Wallets” nennt. Ermöglicht wird diese Wallet-Architektur durch Ethereums Fähigkeit, Smart Contracts auszuführen. Smart Contracts ermöglichen es, Programme jeglicher Komplexität zu schreiben und so Transaktionen und Accounts mit Logik auszustatten.

Der Wallet-Anbieter Argent hat so zum Beispiel eine Wallet entwickelt, die um einiges sicherer ist und dennoch dem Nutzer die Kontrolle über seine Krypto-Assets überlässt. Das Grundprinzip ist folgendes: die Krypto-Werte des Nutzers liegen in einem Smart Contract Account auf der Ethereum Blockchain. Dieser Smart Contract Account ist mit verschiedenen Adminrechten ausgestattet. Die Besitzerrolle ist die wichtigste Rolle und fest an das Smartphone des Besitzers gebunden. So kann nur der Besitzer Transaktionen ausüben. Daneben gibt es die „Guardians“ (auf deutsch: Beschützer). Wer Beschützer ist, wird vom Besitzer beim Einrichten der Wallet definiert. Im Falle eines Verlusts des Smartphones helfen die Beschützer dem Besitzer dabei, die Kontrolle über die Wallet zurückzuerlangen und die Besitzerrolle dem neuen Smartphone des Besitzers zuzuschreiben.

Verliere ich also mein Smartphone, installiere ich die Wallet App auf meinem neuen Smartphone, gebe meinen Nutzernamen ein und schicke Anfragen an meine Beschützer. Bei mir sind das mein Bruder, meine Partnerin und Argent selbst. Von Argent bekomme ich einen SMS-Code zugeschickt, um meine Identität zu prüfen und werde daraufhin bestätigt. Mein Bruder und meine Freundin hingegen bekommen in ihrer App eine Benachrichtigung und können mich so per Knopfdruck bestätigen. Sind diese Bedingungen erfüllt, schreibt der Smart Contract meinem neuen Smartphone die Besitzerrolle zu und alles ist wieder beim Alten.

Bei Authereum, einem weiteren Smart-Contract-Wallet-Anbieter sieht die Implementierung ein wenig anders aus. Hier meldet sich der Nutzer ganz klassisch mit E-Mail und Passwort an. Der Haupt-Adminkey liegt verschlüsselt auf einem Authereum Server, wobei nur der Nutzer selbst ihn entschlüsseln kann (z.B. beim Login). Für den Fall eines Verlusts des Passworts kann der Nutzer aber auch hier Beschützer definieren, um das Passwort zurückzusetzen.

Smart Contract Wallets auf dem Vormarsch

Neben Argent und Authereum setzen auch Monolith, Dharma und Gnosis auf Smart Contract Wallets. Investoren scheinen ebenso an diesen Trend zu glauben. Argent konnte letzte Woche eine Finanzierungsrunde von 12 Millionen US-Dollar verkünden. Darunter waren Investoren wie Creandum (Spotify, Klarna) und Index Ventures (Revolut, Facebook), die vorher noch nie in ein Blockchain-Start-up investiert hatten. Authereum bekam im Rahmen einer Seed-Runde Ende Februar 1,1 Millionen US-Dollar von Investoren und das Start-up hinter Dharma bekam letztes Jahr 7 Millionen US-Dollar.

Smart Contract Wallets haben das Potenzial, die User Experience von Wallets drastisch zu verbessern, ohne Kompromisse in anderen Bereichen eingehen zu müssen. Die einfache Wiederherstellung der Wallet ist nur ein Aspekt. Durch sogenannte „Relayer“ können Smart Contract Wallets zum Beispiel auch Blockchain-Gebühren weg abstrahieren.

So muss der Nutzer nicht mehr selbst raten, wie hoch er die Transaktionsgebühr ansetzen muss, damit sie von Minern garantiert validiert wird. Außerdem können Transaktionen gebündelt werden. Die Nutzung von dApps wird dadurch deutlich leichter gemacht. Eine Kreditvergabe durch das Compound-Protokoll zum Beispiel würde in Kombination mit einer traditionellen Wallet wie Metamask mehrere Schritte abverlangen, mit einer Smart Contract Wallet dagegen ein bis maximal zwei Klicks. Das ist ein beachtlicher Fortschritt.

Emanuel Coen betreibt den Blog cryptotesters auf dem er intensiv über Wallets und Krypto-Börsen schreibt.


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