Status quo im Bitcoin Mining: Regenfälle in China und steigende Hash Rate trotz Seitwärtstrend

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

David Scheider hat Philosophy & Economics an der Uni Bayreuth studiert. Getreu dem Krypto-Motto „Banking the Unbanked“ interessiert sich David vor allem für die Möglichkeiten der finanziellen Inklusion von Entwicklungsländern.

Quelle: Shutterstock

Stagnierende Bitcoin-Kurse stellen die Miner langfristig vor Probleme. Die Umsätze sinken seit geraumer Zeit kontinuierlich. Trotzdem steigt seit Anfang des Jahres die Hash Rate wieder sichtbar an. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Es ist ein ständiges Auf und Ab im Bitcoin Mining. Fallende Preise führen zu Gewinneinbußen der Miner. Also schaltet man Geräte ab, um Strom zu sparen. Meist gehen zunächst Geräte älterer ASIC-Generationen vom Netz.

Dies wiederum findet Ausfluss im difficulty retargeting algorithm. Schließlich kalkulieren die Netzwerkteilnehmer alle 2.016 Blöcke (etwa alle zwei Wochen) das Difficulty Level neu. Dadurch sinken die Anforderungen, neue Blöcke zu finden. Das Ergebnis: Mining lohnt sich wieder. Zumindest theoretisch.

In der Praxis stellt man fest, dass der Bitcoin-Kurs mehr Einfluss auf den Profit der Miner hat als wünschenswert ist. Anders lässt es sich kaum erklären, dass die Umsätze aus dem Bitcoin Mining seit Dezember 2017 kontinuierlich fallen. Zu Hochzeiten des Bull Run – die älteren Semester mögen sich erinnern – konnten Miner allein mit den Transaktionsgebühren mehr Umsatz generieren als dieser Tage mit Coinbase Reward und Fees zusammen. In Zahlen: Im Dezember 2017 verdiente die gesamte Industrie sage und schreibe gut 1,2 Milliarden US-Dollar durch das Schürfen von Bitcoin.


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Im Februar 2019 konnte selbige lediglich etwa 200 Millionen US-Dollar einnehmen. Die Umsätze korrelieren also stark mit dem Bitcoin-Kurs. Dies geht aus der neuesten Analyse von Diar hervor.

Mining-Umsätze durch Coinbase Reward und Fees im Verhältnis zum Bitcoin-Kurs.

Hash Rate steigt wieder

Grund zur Sorge besteht aber dennoch nicht. Denn der schlechten Marktlage zum Trotz hat zumindest die Hash Rate ihren Boden gefunden. Seit Ende Dezember letzten Jahres steigt die akkumulierte Rechenpower im Bitcoin-Netzwerk sichtbar an.

Bitcoin Hash Rate in TH/s seit März 2017.

Da der Kurs bisher keine signifikanten Sprünge machen konnte, kann man über die Gründe des Anstiegs nur spekulieren. Eine mögliche Erklärung könnte das nahende Coinbase Reward Halving im Mai 2020 sein. In der Vergangenheit konnte sich der Bitcoin-Kurs häufig bereits lange im Vorfeld konsolidieren – eine solche Erwartungshaltung könnte die Miner dazu bewogen haben, wieder mehr Maschinen ans Netz gehen zu lassen.

Farmen schlagen auf Second-Hand-Markt zu

Ferner dürften die Farmen aggressiv in ASICs investiert haben. Gegenüber CoinDesk sagte Xun Zheng, seines Zeichens CEO des Mining-Giganten Hashage, dass AntMiner S9 auf dem Second-Hand-Markt derzeit günstig zu haben seien. Und tatsächlich: Auf der E-Commerce-Plattform Alibaba findet man S9-Miner zum Preis von 100 bis 200 US-Dollar.

Die Investitionen seitens der Miner, so Zheng, seien in erster Linie mit erwarteten sinkenden Stromkosten in China zu erklären. Im Reich der Mitte seien die Energiepreise während der Sommermonate nämlich deutlich geringer. Schließlich regne es zu dieser Zeit in den bergigen Provinzen Sichuan und Yunnan besonders ausgiebig. Das überschüssige Wasser könne dann für die günstige Produktion von Strom in den Wasserkraftwerken in den Regionen genutzt werden.

Dadurch können die Farmen im Vorfeld günstige Pauschalverträge mit den Stromerzeugern abschließen und so wieder profitabel agieren.

Trotzdem: Die Gewinnmargen der Miner waren selten geringer als dieser Tage. Auf kurz oder lang sollten die Kurse wieder anziehen. Denn sonst verlaufen sich die Investitionen im Sande.

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