"Du ziehst in den Krieg für nichts" 

Polymarket-Skandal: Wie diese 14-Millionen-USD-Wette einen Journalisten unter Druck setzt

Polymarket sperrt Nutzer nach Drohungen gegen Journalisten. Der Fall zeigt Risiken von Prediction Markets und erhöht den Regulierungsdruck.

Dominic Döllel
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Das Bild zeigt die Benutzeroberfläche des Prognosemarktes Polymarket.

Beitragsbild: Shutterstock

| Polymarket ist eine Krypto-Wettplattform

Der Militärkorrespondent der Times of Israel, Emanuel Fabian, berichtete, dass er nach der Veröffentlichung eines Artikels über einen Einschlag nahe Beit Shemesh am 10. März gezielt kontaktiert wurde. Unbekannte forderten ihn auf, seine Darstellung zu ändern, um den Ausgang einer Wette auf Polymarket – das Handelsvolumen belief sich auf 14 Millionen US-Dollar – zu beeinflussen. Konkret ging es um die Frage, ob eine iranische Rakete israelisches Territorium getroffen habe.

Laut Fabian reichten die Versuche von Bitten bis zu massiven Drohungen. “Du entscheidest dich dafür, in den Krieg zu ziehen, obwohl du weißt, dass du dein Leben, wie du es kennst, verlieren wirst – und das für nichts”, soll laut Fabian eine Drohnachricht geheißen haben. Der Journalist wandte sich daraufhin an die Polizei, die Ermittlungen eingeleitet hat.

Polymarket erklärte öffentlich, dass entsprechendes Verhalten gegen die Nutzungsbedingungen verstoße. Die beteiligten Accounts seien gesperrt und Informationen an Behörden weitergegeben worden.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Bedeutung von Prediction Markets. Plattformen wie Polymarket oder Kalshi verzeichnen steigende Handelsvolumina, stehen jedoch zunehmend in der Kritik. Auch Vorwürfe wegen Insidertrading mehren sich.

Polymarket wird zum Dorn im Auge der Regierung

Parallel dazu verschärft sich die regulatorische Debatte in den USA. Die Commodity Futures Trading Commission stuft entsprechende Event-Kontrakte zunehmend als eigene Anlageklasse ein und prüft deren Einordnung unter bestehendes Finanzmarktrecht. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Auch international wächst der Druck. In Argentinien wurde Polymarket laut einem Bericht von WuBlockchain landesweit blockiert. Behörden bewerten die Plattform als nicht-lizenzierte Glücksspielanwendung und haben Internetanbieter sowie App Stores zur Sperrung verpflichtet.

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