Chainalysis Bericht 

Krypto-Kriminalität erreicht neuen Höchststand

Neue Daten zeigen eine massive Zunahme krimineller Aktivitäten im Krypto-Sektor. Besonders Stablecoins spielen eine zentrale Rolle. Alle Infos.

Daniel Hoppmann
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Drei Flaggen wehen im Wind: die iranische, nordkoreanische und russische.

Beitragsbild: Shutterstock

| Iran, Nordkorea und Russland tragen einen großen Teil zur kriminellen Krypto-Verwendung bei

Anders als an den Märkten feiert Krypto-Kriminalität ein neues Allzeithoch. Wie aus einem aktuellen Bericht der Analysefirma Chainalysis hervorgeht, der BTC-ECHO vorliegt, erhielten kriminelle Walletadressen 2025 so viel Geld wie noch nie, 154 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 162 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Studie zeigt dabei eine strukturelle Veränderung im Krypto-Kriminalitätsökosystem. Während in früheren Jahren Hacks, Scams oder Ransomware im Mittelpunkt standen, wird der Großteil der illegalen Transaktionen inzwischen durch Sanktionsumgehung und staatlich unterstützte Netzwerke verursacht.

Allein sanktionierte Akteure bewegten laut Bericht rund 104 Milliarden US-Dollar über Kryptowährungen. Die damit verbundenen Transaktionen stiegen im Jahresvergleich um 694 Prozent und machten damit den größten Anteil des gesamten illegalen Krypto-Volumens aus.

Trotz der hohen absoluten Zahlen betonen die Analysten, dass illegale Transaktionen weiterhin weniger als ein Prozent des gesamten globalen Krypto-Volumens ausmachen. Gleichzeitig zeigt der Bericht jedoch eine zunehmende Professionalisierung krimineller Infrastruktur, etwa durch spezialisierte Geldwäsche-Netzwerke, OTC-Broker und DeFi-Dienste.

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Iran und Russland setzten auf Stablecoins zur Sanktionsumgehung

Besonders im Mittelpunkt stehen Stablecoins. Die Analyse zeigt, dass diese Token inzwischen 84 Prozent aller illegalen Krypto-Transaktionen ausmachen. Bitcoin und andere volatilere Krypto-Assets verloren hingegen deutlich an Bedeutung.

Der Vorteil von Stablecoins: Sie ermöglichen schnelle grenzüberschreitende Zahlungen, bieten eine stabile Preisbindung an Fiat-Währungen und lassen sich relativ einfach zwischen verschiedenen Blockchains oder Finanzdienstleistern bewegen. Ideale Bedingungen für (staatliche) Akteure, die vom internationalen Finanzsystem abgeschnitten sind.

Besonders deutlich wird dies am Beispiel Russlands. Im Jahr 2025 startete das Land den rubelgestützten Stablecoin A7A5. Nicht mal ein Jahr später verarbeitete die Kryptowährung über 93 Milliarden US-Dollar an Transaktionen, schreibt Chainalysis. Im Vergleich zu etablierten Netzwerken wie Circle ist das Volumen zwar recht gering. Über USDC flossen laut aktuellen Zahlen rund 9,3 Billionen US-Dollar. Die Zahlen zeigen aber, dass der Token als alternative Abwicklungsschiene funktioniert. Unter anderem deshalb legte die EU im Februar ein umfassendes Sanktionspaket vor und verbot pauschal jegliche Krypto-Geschäfte mit Russland.

Und auch der Iran nutzt Kryptowährungen zunehmend zur Finanzierung geopolitischer Aktivitäten. So gaben die iranischen Revolutionsgarden laut Chainalysis über Krypto-Adressen über drei Milliarden US-Dollar für den Transfer von Gütern, Ölgeschäfte und die Unterstützung regionaler Milizen aus. Inwiefern diese Aktivität im Zuge des ausgebrochenen Krieges mit den USA und Israel zugenommen hat, ist unklar.

Neben dem Iran und Russland gilt auch Nordkorea als einer der Hauptakteure. Das Regime in Pjöngjang nutzt eine eigene Hackerarmee, um auch im Krypto-Space auf Beutezug zu gehen. Laut Chainalysis kamen so über zwei Milliarden US-Dollar zusammen.

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