"Keine gesunde Governance" 

Aave: Governance-Drama eskaliert – Schlüsselfigur geht

Das fundamental florierende DeFi-Protokoll verliert infolge des eskalierenden Streits um das Machtgefüge eines seiner wichtigsten Kräfte.

Johannes Dexl
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Eine zerbrochene Aave-Münze

Beitragsbild: Shutterstock/Fotomontage

| Aave in der Krise: Kann sich das DeFi-Schwergewicht von der Schlammschlacht erholen?
  • Die Aave Chan Initiative (ACI), ein führender Service Provider für die Aave DAO, wird die DAO bis Juli verlassen. Es ist der zweite prominente Abgang innerhalb weniger Tage.
  • “ACI wird keine Verlängerung seines Engagements mit der Aave DAO anstreben”, sagte ACI-Gründer Marc Zeller. “ACI wird über vier Monate hinweg heruntergefahren. Wir werden die Governance-Aktivitäten fortsetzen, ausstehende Skyward-Verpflichtungen umsetzen und uns auf die Übergabe der Infrastruktur sowie den Übergang konzentrieren.”
  • Grund für den Schritt ist nach Angaben von Zeller die Ankündigung von BGD Labs, einem zentralen technischen Contributor des DeFi-Protokolls, nach Vertragsende im April keine Beiträge mehr zu leisten. Grund hierfür waren Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung des DeFi-Protokolls.
  • Der Aave-Governance-Streit begann im Dezember, als ein Community-Mitglied infrage stellte, warum Gebühren aus einer neuen CoW-Swap-Integration an Aave Labs statt an die DAO Treasury geleitet wurden. Der Wechsel war nicht durch eine Governance-Abstimmung oder eine formale Ankündigung vorab begleitet worden, was Sorgen auslöste, dass Einnahmen an Token Holdern vorbei umgeleitet würden.
  • Aus der Gebühren-Kontroverse entwickelte sich eine breitere Debatte über Kontrolle und Rechenschaftspflicht. BGD Labs schlug vor, die Kontrolle über Aaves Brand Assets wie Domains, Markenrechte und Social Accounts an die DAO zu übertragen, um zukünftige Umleitungen von Einnahmen zu verhindern. Aave Labs brachte das Thema während der Feiertage in eine Snapshot-Abstimmung, doch der Vorschlag scheiterte.
  • Im Januar skizzierte Kulechov einen neuen Rahmen, der unter anderem eine teilweise Umsatzbeteiligung aus Nicht-Protokoll-Produkten vorsah. Im Februar entwickelte sich daraus ein formales Temp-Check-Proposal von Aave Labs.
  • Dieses sah vor, 100 Prozent der Einnahmen aus Aave-gebrandeten Produkten in die DAO Treasury umzuleiten, im Gegenzug für rund 51 Millionen US-Dollar an Finanzierung. Das Paket umfasste Stablecoins sowie 75.000 AAVE-Token zur Unterstützung der Entwicklung von Aave v4.
  • Zeller veröffentlichte anschließend eine Abrechnung mit der Labs-Entität. Darin konstatierte er: “Seien wir ehrlich, wo wir stehen: Labs verhält sich so, als könne es Ergebnisse unabhängig vom Governance-Prozess durchsetzen. Wenn die Token-Inhaber damit einverstanden sind, dann ist das in Ordnung, aber ich werde nicht so tun, als sei dies eine gesunde Governance.”
  • Weiter sagte er: “Mittlerweile kontrolliert der Fuchs den Hühnerstall, und der Anreiz besteht eindeutig darin, die Gewinne zu maximieren.”
  • Der Temp-Check wurde letztlich angenommen – mit rund 53 Prozent Zustimmung. Zeller argumentierte, dass das Ergebnis ohne rund 233.000 AAVE aus drei Labs-nahen Address-Clustern (insbesondere der von Kulechov), gekippt wäre.
  • Dies habe gezeigt, “dass eine einzelne Entität genug Stimmgewicht besitzt, um ihre eigenen Budget-Vorschläge gegen Widerstand aus der Community durchzubringen”, schrieb Zeller in dem Beitrag. “Wir halten den aktuellen Governance-Prozess nicht für dezentral genug, um zu garantieren, dass bestehende Zusagen eingehalten werden.”
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