On-Chain-Analysten machten am Dienstag auf eine Transaktion im Umfang von rund 35 Millionen US-Dollar aufmerksam. Sie steht im Zusammenhang mit einem Bestand von 6.000 BTC, der dem irischen Drogenhändler Clifton Collins zugerechnet wird und lange als verloren galt.
Daten von Arkham Intelligence zufolge überwies eine mit Collins verbundene Wallet am Morgen des 24. März zunächst 500 BTC an eine unbekannte Adresse mit dem Kürzel “3ASF4…KiaKC”. Kurz darauf wurden die Bitcoin auf Dutzende weitere Adressen verteilt. Rund 13,5 Millionen US-Dollar landeten dabei auf Coinbase Prime.
Steckt die Polizei dahinter?
Die Wallet, die bei Arkham unter dem Label “Clifton Collins: Lost Keys” geführt wird, war zuvor zehn Jahre lang inaktiv. Die letzte erfasste Aktivität datierte demnach auf Januar 2016. Wie die Irish Times berichtet, dürfte die Bewegung der Mittel auf die Garda Síochána zurückgehen, also die nationale Polizeibehörde Irlands.
Das Criminal Assets Bureau (CAB), eine Spezialeinheit der Garda, teilte am Dienstag mit, man habe eine Wallet mit 500 BTC, die als Erträge aus kriminellen Aktivitäten identifiziert worden seien, beschlagnahmt und zugänglich gemacht. Unterstützung habe es dabei auch vom Cybercrime-Zentrum von Europol gegeben.
Zwar bestätigten die irischen Behörden bislang weder offiziell, dass die Wallet Collins gehörte, noch wie genau der Zugriff auf die verloren geglaubten Bitcoin gelang. Laut Irish Times handelte es sich jedoch um eine von insgesamt zwölf Wallets, die Collins zugerechnet werden. Bereits 2020 hatte das CAB die Bitcoin aus seinem Besitz eingezogen, was die These einer nun erfolgreichen Wiederherstellung durch die Polizei zusätzlich stützt.
Verlorener Bitcoin-Schatz
Laut The Guardian begann Collins, ein ehemaliger Imker, bereits 2005 mit dem Anbau und Verkauf von Cannabis. Mit den Erlösen kaufte er Ende 2011 und Anfang 2012 Bitcoin, damals noch zu einem Preis von nur wenigen US-Dollar pro Coin.
Bis 2017 soll Collins rund 6.000 BTC auf zwölf Wallets verteilt gehalten haben. Die Private Keys druckte er auf Papier aus und versteckte sie in einem Angelruten-Case in einem gemieteten Haus im County Galway. Später im selben Jahr wurde Collins von der Polizei festgenommen und zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Während seiner Gefängniszeit verlor sich Berichten zufolge die Spur des Angelruten-Cases, möglicherweise im Zuge einer Räumung des Mietobjekts.
Seit dem ursprünglichen Kauf hat der Wert des Bestands massiv zugelegt: Aus einer Investition von rund 30.000 US-Dollar wurde so ein Vermögen von heute mehr als 427 Millionen US-Dollar.


