Bereitet die US-Regierung unter Präsident Donald Trump einen Verkauf beschlagnahmter Ethereum vor? Das zumindest lassen aktuelle Transaktionsdaten vermuten, die die On-Chain-Analysefirma Arkham Intelligence auf X offenlegte. Demnach flossen 4.815 ETH (rund 9 Millionen US-Dollar) aus der Staatswallet an Coinbase Prime, die institutionelle Anlaufstelle der gleichnamigen Krypto-Börse.
Die Gelder stammen ursprünglich von der heute insolventen Krypto-Börse FTX und dem Hedgefonds Alameda Research. 2022 war das Krypto-Imperium von Sam Bankman-Fried spektakulär kollabiert und hinterließ einen Milliardenschaden. Ein Teil der Gelder wurde von staatlicher Seite anschließend beschlagnahmt. Coinbase Prime fungiert hier seit 2024 als Verwahrstelle für Krypto-Assets.
Verkaufen die USA Ethereum?
Im Krypto-Space macht sich nun die Sorge breit, die US-Regierung könnte die Gelder verkaufen, beispielsweise um geprellte Kunden zu entschädigen. Doch das muss nicht zwangsläufig der Fall sein.
Die Plattform bietet institutionellen Kunden neben dem Handel auch Verwahrung, Finanzierung und Staking an. Möglich ist daher auch, dass die Vermögenswerte lediglich auf neue Wallets übertragen oder konsolidiert werden. Gleichzeitig kann der Dienst aber auch für den außerbörslichen Handel verwandt werden. Erst vor wenigen Tagen vermuteten Marktbeobachter, die US-Regierung habe Bitcoin im Wert von 244 Millionen US-Dollar zu diesem Zweck verschoben.
Im Fall des Ethereum-Transfers herrscht also noch Ungewissheit. Dennoch gab der Kurs nach. ETH fiel zum Zeitpunkt des Schreibens um rund 3,3 Prozent im Tagesvergleich auf rund 1.823 US-Dollar.
Eines ist aber auch klar: die Krypto-Bestände der USA bleiben weiter hoch. Über 20 Milliarden US-Dollar hält die Regierung derzeit, ein Großteil davon in Bitcoin.

