Das Project Eleven hat einen neuen kryptografischen Ansatz vorgestellt, der den Wallet-Zugriff nach einem möglichen Quantenangriff auf das Bitcoin-Netzwerk sichern soll. Das Unternehmen bezeichnet den Vorschlag als Notfalllösung für Nutzer, die eine künftige Migration auf quantensichere Bitcoin-Adressen verpassen. Anders als herkömmliche Verfahren basiert der Besitznachweis nicht auf einer digitalen Signatur, sondern auf dem Ableitungspfad des Wallets.
Nach Angaben von Project Eleven kann ein Angreifer selbst nach der Berechnung eines Private Key den zugrunde liegenden Seed nicht rekonstruieren. Dadurch soll sich der rechtmäßige Eigentümer weiterhin eindeutig identifizieren lassen.
“Wie weist man nach, dass einem eine Wallet noch gehört, wenn ein Quantencomputer ihre Signaturen fälschen kann?”, schreibt Project-Eleven-CEO Alex Pruden auf X. “Auch wenn ein Angreifer den privaten Schlüssel einer Adresse berechnet hat, besitzt und berechnet er die Seed-Phrase nicht. Nur der rechtmäßige Eigentümer kann nachweisen, dass er diesen übergeordneten Schlüssel kennt”.
Notfalllösung für den “Q-Day”
Der Vorschlag entstand gemeinsam mit Jim Posen, dem Hauptentwickler des Open-Source-Projekts Binius, und baut auf einer bereits veröffentlichten wissenschaftlichen Methode auf. Noch handelt es sich jedoch um einen unauditierten Prototyp. Damit das Verfahren eingesetzt werden kann, wären Änderungen am Bitcoin-Protokoll erforderlich.
Die Entwicklung reiht sich in eine wachsende Zahl von Initiativen ein, mit denen sich die Bitcoin-Community auf das sogenannte “Q-Day”-Szenario vorbereitet. Bereits im Februar wurde mit BIP-360 ein Vorschlag für quantenresistente Bitcoin-Adressen in den formellen Prüfprozess aufgenommen. Zudem schätzt das Analysehaus Bernstein, dass der Branche noch etwa drei bis fünf Jahre bleiben, um entsprechende Sicherheits-Upgrades umzusetzen. Nach Einschätzung der Analysten gelten rund 1,7 Millionen Bitcoin in älteren Wallets als besonders anfällig für künftige Quantenangriffe. Mehr dazu hier: Gefahr durch Quantencomputer: Bitcoin hat nur “3 bis 5 Jahre Zeit”
